Fußgängerbrücke sorgt weiter für Diskussionen

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Zurzeit eher noch ein „Stillleben“ – bis zur Reaktivierung des Schienenpersonenverkehrs im Dezember Jahres aber mit neuem Leben und neuer Gestalt wird sich das Bahnhofsumfeld in Meinerzhagen dem Betrachter präsentieren. ▪

MEINERZHAGEN ▪ „Das ist keine Sturheit! Eine andere Planung der Fußgängerbrücke ist mit den beteiligten Behörden nicht durchsetzbar!“ betonte in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montag Bürgermeister Erhard Pierlings.

Anlass für diese Klarstellung war eine Wortmeldung des UWG-Fraktionsvorsitzenden Raimo Benger, der auch in seiner Eigenschaft als Mitglied der Schulpflegschaft des Evangelischen Gymnasiums erneut Bedenken hinsichtlich der künftigen Abwicklung des Fußgängerverkehrs von und zur Schule artikulierte und die Bitte an die Verwaltung äußerte, darüber noch einmal im Kontakt mit Eltern und Schulleitung zu sprechen.

Gegenüber der MZ konkretisierte Benger die aufgekommenen Bedenken gestern noch einmal mit folgenden Hinweisen: Es sei mit einem Aufkommen von rund 500 Schülern zu rechnen, die mit Schulbussen an der künftigen zentralen Haltestelle am Bahnhof ankommen und hier auch wieder abfahren, zusätzlich auch noch mit weiteren Schülern, deren Eltern den ZOB als Aussteigemöglichkeit nutzen könnten. Die geplante Fußgängerbrücke als angedachter Schulweg ende vor der Weststraße. Das Überqueren der stark befahrenen Straße werde sich angesichts des stoßweise anfallenden Fußgängeraufkommens als überaus problematisch erweisen – trotz der vorgesehenen Fußgängerampel. Benger kritisiert, dass im Vorfeld der Planungen eine mögliche Erweiterung der Brücke mit Überquerung der Weststraße offenbar gar nicht erst geprüft worden sei.

Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck bestätigte genau das gestern gegenüber der MZ, führte dafür aber gewichtige Gründe ins Feld. „Eine solche Brückenplanung kann wegen der Geländegegebenheiten aus planerischer und bautechnischer Sicht eigentlich kein ernsthaftes Thema sein – jedenfalls nicht für Fachleute.“ Gern werde man mit Vertretern von Schule und Elternschaft des Gymnasiums die zu Grunde liegenden Fakten der Planung noch einmal im ausführlichen Gespräch erläutern, betont Tischbiereck. Dieses Angebot habe er im Anschluss an die Sitzung auch gegenüber Raimo Benger gemacht.

Aus Sicht der Stadt mache die jetzt auf den Weg gebrachte Brückenplanung durchaus Sinn, bekräftigt Tischbiereck und knüpft hier auch an die Klarstellung von Bürgermeister Pierlings an. So ende die Brücke ein Stück vor der Weststraße, wo der vorhandene Gehweg zur Vergrößerung der Aufstellfläche noch erweitert werden solle. Der mit Druckampeln gesicherte Überweg liege zudem nicht unmittelbar in Höhe der Brücke, sondern weiter höher in Richtung Ortsausgang etwa in Höhe der Einmündung zur Christoph-Friedrich-Baehrens-Straße. Dadurch mindere sich die Gefahr von „Rückstaus“ von Fußgängern auf der Brücke und vor dem Überweg deutlich, so Tischbiereck.

Die zurzeit in Arbeit befindliche endgültige planerische Ausgestaltung der Fußgängerbrücke, über die auch die Park- und Ride-Parkplätze am Bahnhof sowie der dortige Bahnsteig angebunden werden, soll übrigens am 7. Mai den Mitgliedern des Bau- und Vergabeausschusses in öffentlicher Sitzung vorgestellt werden. Mit dem Baubeginn ist im zweiten Halbjahr zu rechnen, wobei sich die Fertigstellung des Brückenbauwerks bis ins nächste Jahr hinziehen dürfte.

Mit der vom Haupt- und Finanzausschuss am Montag einstimmig vollzogenen Beschlussempfehlung für die 3. Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans Nr. 49 „An der Wöste“ ist jetzt auch der planungsrechtliche Rahmen für die im Bereich des Bahnhofs geplanten und zum Teil auch schon begonnenen Veränderungen geschaffen. Dies erfolgt mit besonderem Blick auf die im Dezember 2013 anstehende Reaktivierung des Bahnhofs Meinerzhagen als Haltepunkt für den Bahnverkehr und dem für 2015 vorgesehenen weiteren Lückenschluss des Personenverkehrs auf der Schiene bis Lüdenscheid-Brügge.

Zur Qualifizierung der „Verkehrsstation Meinerzhagen“ als einer der zentralen geplanten Maßnahmen des Regionale-Projekts „Oben an der Volme“ sind umfassende bauliche Anpassungsmaßnahmen im Bahnhofsumfeld vorgesehen. Dies beinhaltet neben dem ohnehin schon seit einiger Zeit geplanten und nahezu abgeschlossenen Umbau des zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) und der Anlage eines Park- und Ride-Parkplatzes (P&R) auf den ehemaligen, längst entwidmeten Bahngleisflächen auch den Bau einer Radstation auf dem derzeitigen privaten Parkplatzflächen sowie den Bau der Fußgängerbrücke von der Weststraße über die Bahngleise zum ZOB führend. Da für die Errichtung der Radstation derzeitige private Parkplatzflächen des angrenzenden Industriebetriebs Otto Fuchs beansprucht werden sollen, bedarf es außerdem der Bereitstellung von Ersatzflächen für einen Mitarbeiterparkplatz im näheren Umfeld.

Diese mittlerweile konkreten Planungen werden nunmehr durch die Bebauungsplanänderung auch planungs- und baurechtlich abgesichert. ▪ -fe

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