Schleppender Breitbandausbau

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Die Schule Auf der Wahr bildet die Verteilerbasis. Per Richtfunk werden die Signale von dort zum Schulzentrum Rothenstein und zur Kohlbergschule gesendet und von dort in der Gegenrichtung auch wieder empfangen.

Meinerzhagen/Valbert – Alles andere als schnell: Der Breitbandausbau kommt ebenso wie in anderen Städten im Land auch in Meinerzhagen eher schleppend voran. Pfiffige Zwischenlösungen für einige Schulen bringen dort aber schon die Vorteile der schnellen Datenübertragung.

Die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur in den Schulgebäuden, ist weitestgehend abgeschlossen. Bereits 2017 hat der Märkische Kreis gemeinsam mit seinen Städten und Gemeinden den Förderantrag zum Breitbandausbau gestellt. Es folgten die vorgeschriebenen Markterkundungs- und Interessenbekundungsverfahren sowie ein Teilnehmerwettbewerb. Bietergespräche und schließlich das eigentliche Vergabeverfahren schlossen sich an. Wer diesen Verfahrensweg liest, braucht kein Hellseher zu sein, um eines von vornherein zu wissen: Das wird dauern. Und genauso sieht es derzeit auch aus. Zwar wird seit Juli vergangenen Jahres an allen und Ecken im gesamten Stadtgebiet für das schnelle Netz gebuddelt. Die Tatsache, dass Meinerzhagen eine große Stadtfläche und viele Außenbereiche aufweist, sorgt aber dabei eher nicht für Beschleunigung. „Wir gehen davon aus, dass wir über den weiteren Fortgang der Arbeiten im gesamten Stadtgebiet noch bis Ende dieses, Anfang kommenden Jahres vom Kreis konkrete Fakten erhalten können. Die werden wir dann natürlich unseren Bürgerinnen und Bürgern zugänglich machen“, erläutert Petra Gothe von der Stadt Meinerzhagen auf Anfrage der MZ. Endtermin des Breitbandausbaus ist nach derzeitigem Stand das Jahr 2022. Weil die Stadt für die Ausstattung aller Schulen mit schnellem Internet nicht bis zu diesem Termin warten wollte und um letztendlich günstige Finanzierungsmittel aus dem Programm „Gute Schule 2020“ nutzen zu können, ersann man eine andere Lösung: die Richtfunkversorgung. Dabei übernimmt eine Schule, die einen schnellen Anschluss per Kabel hat, die Verteilung der dort anliegenden Datenrate. Das alles durch die Luft, eben per Richtfunk. Einzige Voraussetzung: Zwischen den zu verbindenden Gebäuden muss eine Sichtverbindung vorhanden sein. „Mit der Methode haben wir das Schulzentrum Auf der Wahr mit dem Schulzentrum Rothenstein und der Kohlbergschule zusammengebracht“, berichtet Frank Markus vom Gebäudemanagement der Stadt. Deutlich mehr als 200 000 Euro gab die Stadt bisher dafür aus, die Schulen internet-technisch zu optimieren. Die Installation der Infrastruktur ist mittlerweile fast abgeschlossen. Auch dort, wo im Moment weder durch direkten Anschluss ans Netz noch durch eine Versorgung über Richtfunk eine hohe Datenübertragung möglich ist, hat man im Gebäude alles für die finale Anbindung zu einem späteren Zeitpunkt vorbereitet. Dazu zählt auch die Ebbeschule, wo augenblicklich noch eine Kupferdrahtleitung die Internetversorgung sichert. Mit Einschränkungen ist diese zwar ausreichend. Dennoch freut man sich auch in Valbert schon auf den großen Moment, wenn die Auffahrt zur schnellen Datenautobahn frei gegeben wird.

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