Stadt und Land, Hand in Hand

Dudas bekam einen (geschlossenen) „Meinerzhagen-Schirm“ – Düsseldorf lässt die Volmestadt nicht im Regen stehen.

MEINERZHAGEN ▪ Die „Chemie“ stimmt. Das war sofort zu bemerken, als der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas heute bei Bürgermeister Erhard Pierlings zum Antrittsbesuch „auf der Matte stand“. Dass das Meinerzhagener Stadtoberhaupt selbst ein SPD-Parteibuch besitzt, spielt dabei – nach Aussagen beider – aber wohl nur eine untergeordnete Rolle.

Schnell kam Pierlings auf die für ihn wichtigsten Punkte zu sprechen, die er dem Gast aus Düsseldorf auch sehr ans Herz legte. So beispielsweise die Gemeindefinanzen allgemein. „Die strukturelle Schieflage ist eklatant“, bemängelte er, nicht ohne festzustellen: „Die Sache bekommt jetzt aber Schub.“ Damit spielte er auch auf die angekündigte 300 Millionen Euro-Unterstützung aus dem Aktionsplan Kommunalfinanzen an. Dudas glaubt ebenfalls, dass die Landesregierung eine bessere Finanzausstattung der Städte und Gemeinden verwirklichen kann und muss: „Der Druck aus den Kommunen ist immens und er ist ganz oben angekommen. Nicht nur in Düsseldorf, auch in Berlin. Und über den Bundesrat kann nun zusätzlicher Druck erzeugt werden“, ist er sicher.

Die Regionale, das Strukturförderprogramm des Landes, das 2013 Südwestfalen zugute kommen wird, war nächstes Thema. „Oben an der Volme“ ist das gemeinsame Projekt von Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle überschrieben (wir berichteten). „Es ist anerkannt alternativlos und etwas ganz Besonderes“, schwärmte Pierlings. „Ich bin Fan der Regionale“, hatte er bei Dudas auch in diesem Punkt leichtes Spiel. „Wir müssen etwas für eine der jüngsten Regionen unseres Landes tun. Südwestfalen war in der Krise so stark von Kurzarbeit betroffen wie kaum eine andere. Und auch angesichts des demografischen Wandels mache die Regionale Sinn, findet Dudas. Für Pierlings geht es dabei auch darum, die Attraktivität der Kommunen zu steigern. So könne man Fachkräften ein attraktives Umfeld bieten.

Kein Antrittsbesuch von Gordan Dudas, bei dem nicht über schlechte Straßen gesprochen wird. So auch heute. „Wir sind dankbar für das Vorankommen bei der Südumgehung. Anderswo sieht es nicht ganz so positiv aus“, gab Pierlings in Sachen „Schlaglochpisten“ zu bedenken. Hier arbeite man streng nach einer Prioritätenliste, deren wichtigste Vorgabe die Verkehrsdichte sei. Immerhin: Dass die L 539 in einem besonders beklagenswerten Zustand ist, wurde Dudas gleich „in den Block diktiert“.

Die mangelhafte Versorgung der heimischen Industrie mit Breitbandtechnologie – Pierlings: „Wir treten hier auf der Stelle“ – und der jüngste Ratsantrag, dass Geschwisterkinder in Tageseinrichtungen beitragsfrei gestellt werden sollen, waren weitere Themen. Besonders zum letzten Punkt konnte Dudas als Mitglied im Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend einiges sagen: „Dieser Antrag wäre besser ein paar Jahre früher gekommen und er geht nicht weit genug. Wir wollen die Elternbeiträge abbauen, bis es eine Beitragsfreiheit gibt. Dabei gilt: Stadt und Land, Hand in Hand.“ ▪ beil

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