Verzögerungen

Brücke am Bahnhof: Stadt entzieht Stahlbaufirma Aufträge

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Die Brücke am Meinerzhagener Bahnhof ist ein Sorgenkind der Verwaltung.

Meinerzhagen - Die Stadt hat die Geduld verloren: Nach immer neuen Verzögerungen beim Bau der Fußgängerbrücke am Bahnhof hat die Verwaltung die Konsequenzen aus dem offenbar gestörten Vertrauensverhältnis zur beauftragten Firma gezogen. Das Stahlbauunternehmen wurde von Aufträgen entbunden.

Nun sollen drei andere Firmen dafür sorgen, dass das Bauwerk „zuverlässig und sachgerecht“ fertiggestellt wird. Das teilte Bürgermeister Jan Nesselrath am Mittwoch mit. Dabei erinnerte er auch an den bereits um einen Monat verzögerten Beginn der Bauarbeiten im Mai 2014. Nach ursprünglichen Plänen hätte die Maßnahme bereits im Oktober beendet sein sollen. Und: In der Folge sei es immer wieder zu Verzögerungen gekommen.

"Letzte Terminkette vereinbart"

„In einem konkreten Fall stellten sich trotz umfangreicher Vorerkundungen unvorhergesehene geologische Rahmenbedingungen ein, die weitere Maßnahmen im Bereich der Brückenfundamente notwendig machten.“ Dies sei allerdings die einzige „sachlich begründeten Verzögerung“ gewesen. Gemeinsam mit allen am Projekt beteiligten Unternehmen und der Deutschen Bahn habe die Stadt Meinerzhagen im März „eine verbindliche letzte Terminkette“ vereinbart. Diese sah eine Fertigstellung und Abnahme des gesamten Brückenbauwerks, an dem auch die Inbetriebnahme des Mittelbahnsteigs hängt, für Ende Juni vor.

Immer wieder Verzögerungen

Wie berichtet, kam es im Verlauf der Bauarbeiten wiederholt zu Verzögerungen – und auch zu Unstimmigkeiten zwischen der Stadt und dem Stahlbauunternehmen. Dieses habe die Arbeiten „aus für die Stadt nicht nachvollziehbaren Gründen“ teilweise über Wochen nicht weiterverfolgt. Ausschlaggebend für den außergewöhnlichen Auftragsentzug der Firma sei zum einen die nun erneut fragliche Fertigstellung im Juni gewesen. Zum anderen habe die Stadt von „ähnlichen Fällen“ erfahren, bei denen es ebenfalls zu Rückständen durch das besagte Unternehmen gekommen sei.

Firma auch in Lüdenscheid im Fokus

So kommt es etwa bei der Brücke am Lüdenscheider Bahnhof zu Verzögerungen – auch dort ist die Firma aus Stemwede nach MZ-Informationen maßgeblich beteiligt. Nun sollen in Meinerzhagen „leistungsstarke Unternehmen, die bereits in der Vergangenheit zur Zufriedenheit Aufträge für die Stadt Meinerzhagen abgewickelt haben“, jene Teilaufträge erhalten, die dem Stahlbauer entzogen wurden.

Trotz der schwierigen Ausangslage, soll die Maßnahme weiterhin zum Beginn der Sommerferien abgeschlossen und die neue Fußgängerbrücke für alle nutzbar sein, so dass sich ab diesem Zeitpunkt auch die zum Teil für Fußgänger schwierigen Wegbedingungen lösen werden.

"Bruch bedauerlich, aber unvermeidlich"

„Der Verlauf der Arbeiten spiegelt sicher nicht unsere Auffassung von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit wider“, so Bürgermeister Jan Nesselrath. „Dass es nun zu einem Bruch mit dem ausführenden Unternehmen kommt, ist bedauerlich, aber an dieser Stelle des Projekts unvermeidlich.“

Regionale-Projekt

Die rund 74 Meter lange Brücke soll mit Aufzügen und Treppen den Mittelbahnsteig des Bahnhofs und den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) sowie einen P+R-Parkplatz miteinander verbinden. Gleichzeitig verbindet sie die nördlichen Stadtteile (Weststraße) mit der Innenstadt – dies war auch Ziel des städtebaulichen Konzept im Rahmen der Regionale 2013, durch die das Projekt erst finanziert werden konnte. Die Brücke wird aus Mitteln der Städtebauförderung, der DB Station&Service und des NWL finanziert.

Lesen Sie dazu auch:

- Ende Juni soll Brücke fertig sein

- Aufzugsschacht eingebaut

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