Die Stadt bekommt eine ganze Bibliothek

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Dr. Manfred Luda und Ehefrau Hannelore schenken der Stadt ihre Bibliothek.

MEINERZHAGEN ▪ Dr. Manfred Luda ist nicht nur Ehrenringträger der Stadt Meinerzhagen. Er hat auch deutsche Geschichte geschrieben. Dr. Luda gehörte von 1961 bis 1980 dem Deutschen Bundestag an und widmete sich hier als CDU-Abgeordneter besonders rechts-, steuer- und wirtschaftlichen Themen.

Dr. Luda gilt als überzeugter Marktwirtschaftler und er war politischer Weggefährte von Ludwig Erhard. Beinahe selbstverständlich, dass der Meinerzhagener heute, in hohem Alter, über eine umfangreiche Bibliothek verfügt, die ihresgleichen suchen dürfte. Denn in den vielen Jahren seiner politischen Tätigkeit auf Bundes-, Kreis- und städtischer Ebene hat sich im Laufe von Jahrzehnten einiges angesammelt, was auch für die Öffentlichkeit von erheblichem Interesse sein dürfte.

Aus diesem Grund haben sich Dr. Manfred Luda und seine Ehefrau Hannelore bereits vor einiger Zeit entschlossen, ihre Bibliothek der Stadt Meinerzhagen zu vermachen. 2222 Bücher wurden bereits gespendet – weitere 1300 Bücher, vornehmlich aus den Bereichen Politik und Geschichte, werden folgen. Diese großzügige Schenkung nahm Bürgermeister Erhard Pierlings in der Ratssitzung am Montag zum Anlass, dem bekannten Bürger der Stadt und seiner Gattin zu danken – in Anwesenheit des „Spenders“.

Der bisher übergebene Teil der Bibliothek lagert in der Stadtbücherei in der Stadthalle. Allerdings ist nur ein Teil im öffentlich zugänglichen Bereich direkt zu entleihen. Der übrige Bestand wurde eingelagert, nachdem er katalogisiert wurde. Natürlich kann diese Auflistung von jedem Bücherei-Besucher eingesehen werden, bei Bedarf können die Bücher dann beschafft und verliehen werden.

Umfangreiche Reiseliteratur, Kunst- und Kulturgeschichte (darunter einzigartige Kataloge), Abhandlungen zu den Themengebieten Wirtschaft, Religion und Politik – es gibt kaum einen Bereich, der in der Sammlung von Dr. Manfred Luda und seiner Ehefrau nicht vertreten ist. Der ehemalige Berufspolitiker ist denn auch fest davon überzeugt, dass neben interessierten Bürgern vor allem Schüler und Studenten von den Werken profitieren können.

Und schließlich gibt es auch noch einige Bücher, die von Dr. Luda diskret mit dem Vermerk „Besonderheiten“ versehen wurden. Dahinter verbergen sich ganz besondere „Schätze“: Bücher mit Widmungen des ehemaligen Kanzlers Adenauer, Bücher und stenografische Berichte über die Sitzungen des Parlamentarischen Rates von 1948 bis 1959, eine Erstausgabe des Grundgesetzes, ein Faksimile-Druck von Ludwig Erhards Schlussbilanz der NS-Schuldenwirtschaft von 1943/44 und diverse Lyrik.

Doch damit nicht genug: Vor Jahren stellte Dr. Luda der Stadt das Gemälde „Meinerzhagen“ leihweise zur Verfügung. Es hängt im Gesellschaftsraum der Stadthalle und wurde angefertigt von dem Ennepetaler Künstler Jaroslav Stransky. Dargestellt werden darauf das Rathaus, der Volkspark, die Jesus-Christus-Kirche und das Stadtzentrum – in schneebedeckter Landschaft. Auch dieses Kunstwerk geht nach dem Willen von Dr. Luda und seiner Ehefrau jetzt in das Eigentum der Stadt über. ▪ beil

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