Stadion-Atmosphäre auch in „Olli’s Kneipe“

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Sitzplätze waren am Ende knapp, viele mussten bei der Live-Übertragung des Bundesliga-„Endspiels“ zwischen Dortmund und München in Olli’s Kneipe mit Stehplätzen vorlieb nehmen. Bei insgesamt sechs Bildschirmen hatten aber alle beste Sicht. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Das war im wahrsten Sinne des Wortes der Gipfel! Ein Fußballthriller mit Gänsehautfeeling. Ein Match mit Endspielcharakter. Und am Ende ein verdienter Sieger. Die Meisterschale wird nach dem Erfolg der Borussen gegen die Bayern wahrscheinlich ein weiteres Jahr im Pott bleiben.

Auch in Meinerzhagen fieberten am Mittwochabend viele Fußballfans mit. Und in Olli’s Kneipe am Melmcheweg gab’s sogar Live-Atmosphäre und Stimmung wie im Westfalen-Stadion: Vor den insgesamt sechs Bildschirmen in der offiziellen „Sky Sportsbar“ drängten sich fast 200 Gäste. „Absoluter Rekordbesuch“, wie Wirt Oliver Geier konstatieren konnte.

Ein solches Ereignis hatte es auch an dieser Stelle, wo sich regelmäßig Fußballfans zu Live-Übertragungen von Spielen der Bundesliga und auf europäischer Ebene treffen, vergleichsweise nur anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaften 2010 in Südafrika und 2006 im eigenen Land mit dem damals gefeierten „Sommermärchen“ der deutschen Fußball-Adler gegeben.

Schon weit vor dem Anpfiff um 20 Uhr sicherten sich die ersten Besucher die besten Plätze in der gemütlichen Kneipe, die dann kurz vor dem Anpfiff tatsächlich „proppevoll“ war. Viele Gäste mussten mit Stehplätzen vorlieb nehmen. Um den Andrang noch einigermaßen kanalisieren zu können, hatte Wirt Olli sogar noch kurzerhand Kegelbahn 1 der benachbarten Sportkegelanlage mit einem Fernseher bestückt. Und auch hier waren im Nu alle Plätze belegt.

Erstaunlich viele junge Leute, aber ansonsten tatsächlich auch Generationen übergreifend waren Fußball-Fans zu diesem Großereignis gekommen. Etliche Besucher zeigten mit Fan-Utensilien, wie dem Trikot in rot oder schwarz-gelb und entsprechenden Schals, Flagge für ihren Verein. Dabei schienen die Lager in etwa gleich groß. In der Volmestadt gibt es, wie hier deutlich wurde, nicht nur Anhänger der Traditionsklubs aus dem Westen. Auch der FC Bayern, mit rund 170 000 Mitgliedern weltweit einer der größten Klubs, dazu repräsentiert durch sage und schreibe 2952 offizielle Fanclubs, hat auch hier offenbar eine feste Bastion. Auch Wirt Olli Geier ist übrigens ein bekennender „Bazi“ und trug natürlich auch am Mittwoch das Bayern-Trikot.

Zum Fußballkucken indes kamen Wirt Olli und seine beiden tüchtigen Servierkräfte Sybille Fernholz und Iris Arens so gut wie gar nicht. Trotz der drangvollen Enge sorgte das Trio dafür, dass niemand lange vor einem leeren Glas sitzen musste. Der Zapfhahn wurde unermüdlich bedient. Die letzten Gläserreserven aus dem Lager mussten herhalten, um den Nachschub nicht ins Stocken geraten zu lassen.

Der Ablauf der an Spannung und Dramatik nicht zu überbietenden zwei Halbzeiten des Spiels zwischen dem Titelverteidiger und dem Rekordmeister ließ auch für neutrale Zuschauer des via Fernsehen an diesem Abend in 200 Länder rund um den Globus übertragenen Großereignisses keine Wünsche offen. Immer wieder gab’s, wie im Stadion, spontanen Szenenapplaus, anfeuernde Rufe, Schreie der Freude – und auch der Enttäuschung, wenn mal wieder eine Großchance ausgelassen wurde, der Ball ans Aluminium krachte oder das Tor knapp verfehlte. Der Ausgang ist bekannt.

Und es gab niemanden, der an diesem Ergebnis ernsthaft etwas zu bekritteln hatte. Die Dortmunder waren der verdiente Gewinner, was auch Bayern-Fan Olli Geier mit Respekt anerkennen musste. Er hatte sich am Donnerstagmorgen nach dem für ihn anstrengenden, aber natürlich auch einträglichen Arbeitseinsatz die Partie noch einmal in voller Länge und in aller Ruhe als Aufzeichnung angeschaut. Und nun hofft er auf Schalke! Wenn die Dortmund schlagen, sind’s wieder „nur“ noch drei Punkte... ▪ -fe

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