Partnerstadt schickt "Fietser" auf Reisen

Einmal Holland und zurück - per Rad

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Gruppenbild am Stadthallen-Kreisel. Dort ist auch ein optischer Hinweis auf die niederländische Partnerstadt zu finden.

Meinerzhagen - 520 Kilometer mit dem Rad von Holland nach Deutschland und zurück: Eine Tour, die nicht jeder auf sich nehmen würde. Diese Männer und Frauen haben's aber gemacht - und freuten sich über eine Eskorte der besonderen Art.

Zwischen Kampen am IJsselmeer und Meinerzhagen im Sauerland liegen etwa 260 (Straßen-)Kilometer. Einmal hin und zurück macht 520 Kilometer.

Wer die niederländische Partnerstadt also besuchen und anschließend nach Hause zurückkehren möchte, sollte sich auf eine ungefähr siebenstündige Autofahrt einstellen. Mal eben für ein Wochenende machbar, aber anstrengend. 13 Kampener Bürger ließen sich vor wenigen Tagen davon allerdings nicht abschrecken. Sie fuhren die Strecke innerhalb von drei Tagen hin und wieder zurück.

Statt sieben benötigten die Niederländer allerdings insgesamt 26 Stunden für den Ausflug. Das wiederum lag nicht an mehreren Monster-Staus auf der Autobahn, sondern am Verkehrsmittel ihrer Wahl: Die Gruppe reiste mit Fahrrädern an. Dabei handelte es sich allerdings keineswegs um die ebenso bequemen wie bekannten Hollandräder, sondern um reinrassige Rennmaschinen.

Eskorte durch das enge Volmetal

Helmut Düvel ist 2. Vorsitzender des Meinerzhagener Parterschaftskomitees und er hatte gern die Aufgabe übernommen, die Betreuung der Gäste aus Kampen sicherzustellen. Die letzten Kilometer auf deutschen Straßen begleitete allerdings ein anderer die „Fietser“ auf ihrer Anreise: Ulrich Blumenrath. Der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees schwang sich am Anreisetag auf sein Motorrad, „düste“ nach Hagen und nahm die 13-köpfige Radler-Gruppe dort in Empfang.

Der Vorsitzende des Meinerzhagener Partnerschaftskomitees Ulrich Blumenrath empfing die Kampener Freunde bereits in Hagen. Von dort aus eskortierte er die Radfahrer auf seinem Motorrad durch das Volmetal bis nach Meinerzhagen.

Durchs enge Volmetal eskortierte er die Kampener Freunde dann bis nach Meinerzhagen, wo im Hotel Bauer in Willertshagen bereits alles für den Besuch vorbereitet war. Mit dem eigens für die Kampener Gäste ausgearbeiteten Programm ging es allerdings erst einen Tag später los. Am Anreisetag stand nur noch die Erholung von der 260-Kilometer-Tour auf dem Programm. Nach dem Frühstück um 9 Uhr erkundeten die Niederländer am Folgetag Meinerzhagen. Das taten sie nicht auf eigene Faust, denn die Gastgeber um Helmut Düvel hatten Beate Hoppe als Stadtführerin gewinnen können.

Brennerei und Schanze besichtigt

Und was gehört quasi zum Pflichtprogramm für Menschen, die das erste Mal in der Volmestadt sind? Ein Besuch in der Brennerei Krugmann. Dort bekamen die Gäste zunächst den „Traditionsfilm“ zu sehen, anschließend wurden köstliche Häppchen gereicht. Nur einen Katzensprung von der Krim entfernt steht ein Meinerzhagener Wahrzeichen: die Meinhardus-Sprungschanze.

Auch die bekamen die Niederländer am zweiten Tag ihres Besuches zu sehen – und sie durften sogar bis auf die oberste Plattform steigen. Von dort genossen sie den Rundblick über die Höhen des Sauerlandes. Für Küsten-Bewohner etwas ganz Besonderes, denn Berge sind im Heimatland der Kampener mehr als rar. Die ersten Niederländer auf dem Schanzenkopf waren die Gäste aus der Partnerstadt allerdings nicht. Zuvor hatte sich dort bereits die niederländische Damen-Nationalmannschaft sportlich betätigt. Das ist allerdings viele Jahre her. Details über den spektakulären Skisport und die Schanzenanlage erfuhren die Kampener an diesem Tag aus berufenem Mund: Trainer Holger Kappes stand bereit, um Wissenswertes zu erläutern.

Holger Kappes (rechts) brachte den Gästen aus den Niederlanden das kleine Einmaleins des Skispringens nahe. An der Meinhardus-Schanze gab der Trainer einen kleinen Einblick in den spektakulären Sport.

Nach so viel Programm kamen am Abend die Genießer auf ihre Kosten. In Anke Dangos Weinstube wurde den Niederländern ein leckeres Essen serviert – und natürlich das ein oder andere Glas Wein. Allzu spät verabschiedeten sich die ambitionierten und konditionsstarken Radfahrer allerdings nicht von ihren Gastgebern, denn bereits am nächsten Tag stand die Rückreise auf dem Programm. Und das bedeutete: Aufstehen um 6 Uhr, Frühstück und 60 Minuten später ging es zurück Richtung Kampen. „Von unterwegs hat mich die Gruppe immer auf dem Laufenden gehalten und mir von Zeit zu Zeit mitgeteilt, wo sie sich gerade befand. Um 19.45 Uhr erreichte mich dann der letzte Anruf. Kampen war erreicht – und alle waren bei bester Gesundheit“, freute sich Helmut Düvel über einen gelungenen Besuch.

Dank für die Gastfreundschaft

Dass die Gäste trotz der Corona-Pandemie unvergessliche Tage in schweren Zeiten erleben durften, freut die Mitglieder des heimischen Partnerschaftskomitees besonders. Teun de Man, in Kampen zuständig für die Pflege der Partnerschaft zu Meinerzhagen, griff spontan zum Telefon, als er die ersten (begeisterten) Reiseberichte seiner Landsleute über die Stippvisite an der Volme gehört hatte. Helmut Düvel berichtet: „Er hat mir gesagt, dass sich alle noch einmal für die tolle Aufnahme und das Programm bedanken – und dass das bestimmt nicht der letzte Besuch in Meinerzhagen war. Bei guten Freunden.“

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