Läufer sammeln Geld für Düsseldorfer Kinderhospiz

Eine muntere Truppe versammelte sich gestern in Litfeld, um zur zweiten Etappe nach Meinerzhagen aufzubrechen. In der Volmestadt trafen die Läufer gestern Nachmittag ein. - Foto: Becker

MEINERZHAGEN - Jeder Meter bringt Geld – das ist den Läufern durchaus bewusst und beflügelt auch dann, wenn die Waden brennen oder die Regentropfen die Schwüle verstärken. Für ein Kinderhospiz in Düsseldorf sind derzeit rund 20 Läufer auf dem Weg nach Düsseldorf. Am Dienstag machten sie Station in Meinerzhagen.

Von Johannes Becker

Aus einem Missgeschick, gekränkter Eitelkeit und dem Spaß am Laufen, der dazu führt, dass am Ende dieser Woche wohl einige Tausend Euro auf das Konto des Kinderhospizes Regenbogenland überwiesen werden können.

Auf einer Wettkampfveranstaltung erzählte ein Sportler Björn Schäfer aus Bad Laasphe in Wittgenstein von einer misslungen Spendenveranstaltung für das Kinderhospiz. „Ich hab’ dann mehr aus Spaß gesagt, dass ich von Laasphe nach Düsseldorf laufen würde und eine Spende übergeben würde. Doch erst, als man mir das nicht zutraute, wurde aus dem Spaß Ernst“, erzählt Björn Schäfer. Aus dem Plan, die Strecke alleine zu laufen, wurde nichts. Schnell begeisterten sich weitere Sportler, die der Extremläufer, der auch schon am Braveheart-Battle in Bayern teilgenommen hat, auf verschiedenen Veranstaltungen kennengelernt hat, für die Idee. Nun galt es Sponsoren und Unterstützer zu finden.

Da kam dann auch Michael Hainbach ins Spiel, der gemeinsam mit seiner Freundin Michaela Debus die Tour begleitet, Gepäck fährt und die Sportler an den Verpflegungsstationen mit Obst und Wasser versorgt. Mit auf der Strecke sind auch Mitglieder des Malteser-Hilfsdienstes aus Bad Laasphe, die sich wie Sportler und Begleiter Urlaub genommen haben und die Sportler im Notfall versorgen können. Der trat auch gleich am ersten Tag ein, als ein Läufer nur noch ins Etappen-Ziel in Kreuztal humpeln konnte. Im Krankenhaus gab es aber Entwarnung, der junge Mann hatte sich auf den ersten 40 Kilometern und den damit verbundenen 980 Höhenmetern „lediglich“ überanstrengt.

Nach einem kleinen Grillfest, das der TV Littfeld ebenso organisiert hatte wie die Übernachtung in der eigenen Turnhalle und ein gemeinsames Frühstück im Vereinsheim, stand auch der am ersten Tag verletzte Läufer wieder am Start, um am Dienstag die knapp 33 Kilometer nach Meinerzhagen zu bewältigen.

Die ersten Kilometer wurden die rund 20 Läufer auch noch von der Nordic-Walking-Gruppe des Siegerländer Sportvereins begleitet. Von diesen war aber niemand mehr dabei, als die Läufer an der Turnhalle des TuS Meinerzhagen an der Genkeler Straße ankamen.

Bereits in der Planungsphase hatte Björn Schäfer Verbindung zur Stadtverwaltung aufgenommen, die dann den Kontakt zum TuS hergestellt hatte. „Für uns war sofort klar, dass wir diese Aktion logistisch unterstützen wollten“, so Harald Elbertshagen, erster Vorsitzender des TuS.

Die Meinerzhagener hatten ursprünglich ein kleines Grillfest für die Läufer und Helfer organisieren wollen. Doch aufgrund des unsicheren Wetters wurde dann auf Brühwürstchen und Bier umgeschwenkt. Die Nacht verbrachten die Läufer im Vereinsheim an der Genkeler Straße, wo auch noch ein gemeinsames Frühstück eingenommen wurde. Außerdem standen den Sportlern die Duschen in der Turnhalle zur Verfügung.

Danach ging es dann am Mittwoch weiter nach Wermelskirchen. Am Donnerstag führt die letzte Etappe dann nach Düsseldorf, wo die Läufer nachmittags am Kinderhospiz Regenbogenland erwartet werden. Wenn die Läufer die „Ziellinie“ überschreiten, liegen rund 135 Kilometer hinter ihnen. Doch sie kommen nicht nur mit schmerzenden Knochen ins Ziel, sondern auch mit einem großen Geschenk. Denn allein bis gestern waren bereits mehr als 5500 Euro zusammengekommen, die an das Hospiz übergeben werden – und bis zum Ziel kommt sicher noch einiges dazu.

Damit möglichst viel Geld für das Regenbogenland zusammenkommt, verzichtet auch der Meinerzhagener Verein auf jede Kostenbeteiligung. Die Läufer selbst finanzieren alle Kosten, die unterwegs entstehen und auch den Kraftstoff für das Begleitfahrzeug. Die Malteser aus Bad Laasphe verzichten ebenfalls auf jede Entlohnung, obwohl ihr Einsatz deutlich stärker gefordert ist, als ursprünglich geplant. Schäfer: „Eigentlich wollten uns am zweiten Tag die Malteser aus Olpe begleiten, doch die haben einen Tag vor ihrem geplanten Einsatz abgesagt. Da waren wir sehr froh, dass die Jungs aus Laasphe eingesprungen sind und sich noch einen Tag Urlaub genommen haben.“

Urlaub mussten sich auch die Läufer nehmen, wobei einige von ihren Arbeitgebern Sonderurlaub bekommen haben.

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