Grüne verschaffen sich Bild vor Ort

Politiker beschäftigen sich mit den Spielplätzen 

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Auf dem Skateplatz neben dem Freibad liegen Glasscherben – auch die Grünen registrierten das. 

Meinerzhagen - Kinder, die in Meinerzhagen einen Spielplatz suchen, müssen in der Regel nicht weit laufen. Das Angebot ist nahezu flächendeckend.

Aber wie sieht es in den Anlagen aus? Können sich Kinder an Scherben oder scharfen Kanten verletzen? Sind die Plätze oft zugemüllt? Ist das Angebot überhaupt noch zeitgemäß und wird es genutzt? Das sind nur einige Fragen, die die Meinerzhagener SPD jetzt gern von der Verwaltung beantwortet haben möchte. Dazu regten die Sozialdemokraten in der vergangenen Sitzung des Rates an, eine Spielplatzbedarfsplanung durchzuführen. Das wird jetzt auch geschehen – und es gibt Schützenhilfe aus einer anderen Ratsfraktion: „Die Grünen unterstützen beziehungsweise befürworten diesen SPD-Antrag sehr, wobei für uns die Schaffung von Mehrgenerationen-Spielplätzen oberste Priorität genießt“, nimmt Grünen-Faktionsvorsitzender Paolino Barone Stellung zum Vorstoß der SPD. 

Und die Bündnis 90/Grünen wurden in Meinerzhagen in dieser Angelegenheit bereits selbst aktiv. Sie wählten 17 Spielplätze nach dem Zufallsprinzip aus und sahen sich im Zeitraum von August bis Oktober dort um. Um es vorwegzunehmen: Die ausgewählten Spielplätze schnitten durch die Bank recht gut ab. Barone: „Sie sind in gutem und sicheren Zustand. Der Aufbau der Geräte sowie die Pflege und Wartung – das alles wird von der Verwaltung sorgsam und umsichtig vorgenommen.“ 

Skaterplatz als Ausnahme

Barone geht ins Detail, weist aber auch darauf hin, dass die Ergebnisse eine Momentaufnahme sind und keinesfalls repräsentativ. „Beim Zustand der Spielgeräte konnten keine sicherheitsrelevanten Mängel festgestellt werden. Die Spielgeräte auf den besuchten Plätzen bewerten wir überwiegend als sicher und im guten Zustand.“ 

Auch das zweite Kriterium, die Sauberkeit, konnte laut Grünen-Analyse an fast allen Plätzen überwiegend positiv bewertet werden. „Eine Ausnahme hiervon ist der Skaterplatz. Trotz vorhandener Mülltonnen finden sich auf dem Platz viele Einwegverpackungen, Dosen und Flaschen, aber auch Glasscherben.“ 

Die Prüfung der Bodenbeläge ergab für die Grünen lediglich auf den Spielplätzen In den Bäumen und Im Kumpenhahn, an der Eisdiele/Sparkasse und an der Derschlager Straße Mängel durch fehlenden oder defekten Fallschutz. Barone: „Hier regen wir entsprechende Korrekturen, im ersten Fall unter den Gymnastikstangen und unter der Schaukel und im zweiten Fall unter der Wippe und an der Rutsche, an. Bei den restlichen Plätzen gab es keine Beanstandungen.“ 

Kaum Kinder anzutreffen

Eine Rolle spielte auch das jeweilige Spielplatz-Umfeld. Hier scheint alles gut. „Lediglich am Spielplatz ,Im Kumpenhahn’ wird vorgeschlagen, auf der Straße ein Hinweisschild zu errichten, welches auf querende Kinder und den Spielbereich hinweist. Der Spielwert für die Spielplatz-Besucher – auch das war Thema. Objektive Kriterien lassen sich zu diesem Punkt allerdings nur sehr schwer festlegen. „Aus der Beobachtung ergab sich lediglich für den Spielplatz Im Kumpenhahn ein hoher Beliebtheitsgrad für die Nutzung von Schaukel und Trampolin. Am Spielplatz Rinkscheid wurde Pflanzenwuchs im Sandkasten festgestellt. Dies könnte ein Hinweis auf eher geringe Nutzung sein“, bilanzieren die Grünen. 

Was den Besuch in den Abendstunden angeht, wurden die Grünen Im Kumpenhahn fündig, ebenso wie auf der Anlage Heidehang. „Dort waren es wohl Gäste des Jugendtreffs“, heißt es. Und wegen des Müllaufkommens am Skateplatz geht Barone davon aus, dass auch der abends frequentiert wird.

„Der für uns mit Abstand wichtigste Punkt waren die Kinder. Hierbei empfanden wir es als enttäuschend, dass mit Ausnahme der Spielplätze Ihnestraße und Otto-Fuchs-Straße keine Kinder anzutreffen waren. Die Wetterlage war zu diesem Zeitpunkt gut“, berichtet Barone weiter. Aktivitäten wurden allerdings jeweils in den Nachbarschaften registriert: „Wir sahen in vielen Gärten, teilweise ausgestattet mit einfachen Spielgeräten, Kinder beim Spielen. Die mangelnde Besucherfrequenz erklären wir uns damit, dass möglicherweise im Einzugsgebiet weniger Kinder leben als zur Zeit der Errichtung der Spielplätze. Hier sehen wir die Erfordernis, Standorte zu prüfen und gegebenenfalls an den Bedarf anzupassen.“

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