Spieleabend im JZM begeistert Flüchtlinge

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Auch am Billardtisch herrschte reger Betrieb.

Meinerzhagen - Am Kicker herrscht beste Stimmung. Unter viel Gelächter werden die letzten Aktionen kommentiert, während am Billardtisch nachdenkliche Gesichter die Positionen der Kugeln betrachten und gleich nebenan mit voller Konzentration die Dartscheibe ins Visier genommen wird: Zum zweiten Mal waren am Mittwochabend Flüchtlinge zu einem Spieleabend ins Jugendzentrum gekommen.

„Zur Vorbereitung auf das Autofreie Volmetal, bei dem wir auch mit einem Stand vertreten waren, hatten immer Treffen im Mittendrin stattgefunden,“ erläuterte Beate Metz vom Arbeitskreis Flüchtlinge, und weiter: „Weil sie gern besucht wurden, wollten wir sie auch nach der Veranstaltung fortsetzen. Deshalb sind wir den Mitarbeitern des Jugendzentrums sehr dankbar, dass sie uns auf Anfrage einmal in der Woche nach dem regulären Betrieb die Möglichkeit geben, die Räume und die zahlreichen Spielmöglichkeiten zu nutzen.“

Denn Spiel und Spaß sollen an diesen Abenden, an denen jeder willkommen ist, im Mittelpunkt stehen, wobei die Besucher auch die Möglichkeit haben, einander näher kennenzulernen und auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und ganz nebenbei auch noch spielerisch Deutsch zu lernen. Ballspiele – vor allem Fußball – sind besonders beliebt. Dabei lässt sich viel ungenutzte Energie und Spannung abbauen, die die ungeklärte Situation der Menschen mit sich bringt.

„Wir machen uns keine Illusionen. Viele Flüchtlinge werden nicht bleiben können. Aber ich möchte, dass sie sich während ihres Aufenthalts hier wohlfühlen und uns und dieses Land in guter Erinnerung behalten. Deshalb bin ich im Arbeitskreis aktiv, und dafür bekomme ich von den Menschen viel zurück“, sagt Beate Metz.

Zur ersten Veranstaltung hatten sich rund 40 junge Männer im Alter zwischen 16 und 30 Jahren mit 16 verschiedenen Nationalitäten eingefunden. Am Mittwoch waren es nur rund 20, denn einige waren stattdessen zur Kirche gegangen. Außerdem war an diesem Tag nicht gerade ideales Fußballwetter.

Während Billardkugeln klicken, Gespräche geführt werden und neue Mannschaften am Kicker Aufstellung nehmen, werden an einem Tisch eifrig Plakate in Deutsch, Englisch, Albanisch und Arabisch beschriftet, um die Internetkampagne „Recht auf Menschenrecht“ zu unterstützen. Mit ihr wollen Bürger und Prominente in der Flüchtlingsdebatte deutlich machen, dass es vor allem darum geht, Menschenrechte umzusetzen. Auf Facebook zeigen sie deshalb Plakate, auf denen Artikel aus der Charta der Menschenrechte der Vereinten Nationen zitiert werden. An das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person sowie auf Bildung wurde von der Meinerzhagener Initiative in drei Sprachen aufmerksam gemacht. Auf Deutsch wurde das Recht auf Freiheit und Erholung angemahnt, dem man auch mit diesen Spieleabenden Rechnung tragen möchte.

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