100 Jahre Verantwortung für Meinerzhagen

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Festredner und Vorsitzende (von links): Volker Schmidt, Nezahat Baradari, Birgit Sippel, Carina Gödecke, Gordan Dudas und Petra Freudenreich.

Meinerzhagen – 100 Jahre SPD-Ortsverein – 100 Jahre Verantwortung für Meinerzhagen: Unter diesem Motto stand das Jubiläumsfest der heimischen Sozialdemokraten in der Villa im Park.

Ortsvereinsvorsitzende Petra Freudenreich begrüßte die Besucher und führte in das über zweistündige Programm ein. In dessen Mittelpunkt standen Grußworte von SPD-Vertretern aus Kreis, Land, Bund und Europäischer Union.

Mit Arbeiterliedern und weiteren munteren Stücken zum Mitmachen trug Musiker Heiko Fänger zum Gelingen der ansprechenden Veranstaltung bei. Mit dem Arbeiter- und Partisanenlied „Bella ciao“ gab der Musiker gleich zu Beginn den Rahmen für die anschließenden Wortbeiträge vor.

Nichts, so unterstrichen alle Vortragenden in ihren Reden, sei für die SPD-Mitglieder derzeit wichtiger, als der in diesem Text beschriebene Zusammenhalt im Widerstand gegen die Populisten und die Zerstörer der Demokratie.

Nezahat Baradari, SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem benachbarten Attendorn, beschrieb in ihrem Beitrag dann den langen Weg bis zur Gründung der SPD Meinerzhagen im Jahr 1919. Denn schon 56 Jahre zuvor hatten sich Sozialdemokraten in Leipzig im Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein organisiert. Erst mit dem Erstarken der Industrie im Volmetal und dem damit verbundenen Anwachsen der Arbeiterschaft fanden vor 100 Jahren auch die Sozialdemokraten vor Ort zusammen. „In einer bewegten Zeit“, wie es Nezahat Baradari mit Hinweis auf das Ende des 1. Weltkrieges, den Zerfall des Kaiserreichs, dem Vertrag von Versailles, der Durchsetzung des Frauenwahlrechts und der Gründung der Arbeiterwohlfahrt an einigen Beispielen beschrieb. Seit dieser Zeit des demokratischen Aufbruchs hat es für die SPD viele Höhen und Tiefen gegeben. „Aktuell befindet sich die Partei in einer schwierigen Phase. Wir sollten uns jetzt auf das besinnen, was uns ausmacht: Den unermüdlichen Einsatz für Freiheit, Gleichheit und Solidarität“, betonte die Politikerin. Gerade mit Blick auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr sei die SPD als starke politische Kraft gefragt und müsse sich daher aktiv einbringen.

Ähnlich äußerte sich anschließend die SPD-Landtagsabgeordnete und 1. Vizepräsidentin des NRW-Landtages Carina Gödecke. Sie würdigte das große ehrenamtliche Engagement der früheren und heutigen Meinerzhagen SPD-Mitglieder. Der Ortsverein sei immer Teil der großen sozialdemokratischen Familie gewesen. „Die nächsten 100 Jahre warten auf uns. Deshalb schaut engagiert in die Zukunft, übernehmt Verantwortung und macht weiterhin Politik zum Anfassen“, forderte Carina Gödecke ihren Parteigenossen auf.

„Wir haben zur Zeit eine politische Lage, die für mich unerträglich ist,“ wandte sich SPD-MdL und MK-Unterbezirksvorsitzender Gordan Dudas in seinem Beitrag gegen rechte Gesinnung und Demokratieverdrossenheit. „In dieser Situation müssen wir deutlich machen, wofür wir als Sozialdemokraten stehen.“ Dudas forderte ein Bollwerk gegen Rechts. „Zeigt den Leuten, dass die Sozialdemokratie lebt“, rief er den Gästen zu.

Den Bogen nach Europa schlug dann Birgit Sippel, SPD-Europaabgeordnete für Südwestfalen. Auch auf europäischer Ebene gelte es, die Demokratie zu verteidigen. Die SPD solle sich dabei nicht scheuen, mehr Selbstbewusstsein zu zeigen.

SPD-Landratskandidat Volker Schmidt hob schließlich die Bedeutung der Jugend hervor. Sie müsse man für die SPD-Werte gewinnen. Er verwies auf das Godesberger Programm, durch das die SPD vor 60 Jahren zu einer starken Volkspartei geworden sei. „Da sehe ich auch heute noch unseren Auftrag.“

Es folgte die Ehrung langjähriger Mitglieder und der Blick auf die von Dirk Stermann und Udo Faust mit großem Fleiß erstellte Chronik der SPD in Meinerzhagen. Mit dem Büfett und der Musik von Heiko Fänger klang der Abend schließlich aus.

Ehrungen

SPD-Unterbezirksvorsitzender Gordan Dudas und Ortsvereinsvorsitzende Petra Freudenreich zeichneten während der des Festakts eine Reihe verdienter Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten aus dem Ortsverband aus. 50 Jahre Mitglied sind: Willi Arnold, Ulrich Bühner, Elisabeth Kister, Margarete Pietsch, Siegfried Rosner, Anneliese und Ralf Strunke, Alfred Wilkes und Hannelore Buhlmann. Seit 40 Jahren gehören Harald Funke und Brigitte Schmidt dem Ortsverein an.

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