Sparkasse: Wachstum und Rekordzahlen

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Am Vorstandstisch (von rechts) Frank Emde, Roman Kappius, Axel Oehm (verdeckt) , Wolfgang Opitz, Erhard Pierlings und Frank Schmitt. ▪

MEINERZHAGEN/KIERSPE ▪ Von Wachstum und neuen Rekordzahlen aus den verschiedenen Geschäftsbereichen berichtete der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Opitz bei der Sitzung des Sparkassenzweckverbands Kierspe-Meinerzhagen am Donnerstagabend. Eine Bilanzsumme von rund 900 Millionen Euro weise das Geschäftsjahr 2011 aus. Das soll noch gesteigert werden.

„Wir wollen in den nächsten fünf Jahren hier vor Ort die Milliarde schaffen“, kündigte Opitz an.

Das Jahr sei geprägt gewesen durch die Staatsschuldenkrise und Turbulenzen an den Finanzmärkten. Unwägbarkeiten sorgten weiter für Nervenflattern und am Wochenende werde die Wahl in Griechenland zeigen, wie es weitergehe mit Europa. Hierzulande habe ein deutlicher Beschäftigungsaufbau für höhere Einkommen gesorgt und bei den Unternehmern die Neigung verstärkt, in Betriebserweiterungen, neue Gebäude und Maschinen zu investieren. Das habe zu einer kräftigen Steigerung des gewerblichen Kreditgeschäftes, aber auch der Konsumentenkredite geführt. Bei der Altersvorsorge setze der Kunde auf Sicherheit, was sich im Anstieg der Lebensversicherungs- und Bausparverträge zeige. Zwar sei die Neubautätigkeit seit Jahren teils stark rückläufig; es steige aber die Nachfrage nach gebrauchten Immobilien und damit der Modernisierungsbedarf. Neue Produkte zur Vermögensbildung mit der Möglichkeit zum vorzeitigen Ausstieg während der Laufzeit fänden regen Zuspruch, denn „viele Kunden wollen sich nicht langfristig binden“. Auf 429,4 Millionen Euro bezifferte Opitz das zum Ende 2011 verwaltete Kundengesamtvermögen. Das entspreche einem Zuwachs von 5,9 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich mit den Sparkassen in Westfalen-Lippe belege das hiesige Geldinstitut einen Spitzenplatz. Das anhand von Zahlen und Daten dargestellte Wachstum werde sich im laufenden Jahr fortsetzen, prognostizierte Opitz. „Ein Wachstumsproblem sehe ich für die nächsten Jahre nicht; ich habe eher Angst vor dem Fachkräftemangel.“ Um dem in eigener Sache vorzubeugen, habe man, verteilt auf neun Geschäftsstellen mit 130 Mitarbeitern, 13 Praktikums- und 15 Ausbildungsplätze geschaffen. Zudem spiegelten etliche Sponsorenmaßnahmen das Engagement in sozialen, kulturellen und Sportbereichen.

Auf Nachfrage von Hermann Reyher zu den Auswirkungen der EU-Entwicklungen sagte Opitz: „Man hat uns letztendlich erpresst, sonst wäre der Euro kollabiert am Wochenende. Deutschland ist in einer schwierigen Situation, wir können nur die Hoffnung auf Rückzahlung haben. Es kann nicht sein, dass weiter deutsches Geld in europäische Banken fließt.“ Was die Sparkassen im Vergleich zu diesen so stark mache? „Das einzigartige dreigliedrige Bankensystem in Deutschland, wo die Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit ihren Geschäftsfeldern den Fokus vorrangig auf lokale und regionale Märkte richten.“ Das geschehe auch im Schulterschluss mit den Kommunen.

Vor diesem Hintergrund erläuterte Vorstandsmitglied Roman Kappius das Neubauprojekt „Parkresidenz Börlinghausen“. Mit dieser besonderen Maßnahme würden 28 komfortable und barrierefreie Wohneinheiten zum Jahresende fertiggestellt, wovon 24 bereits vermietet seien. Eine weitere Besonderheit stellt die von der Sparkasse beabsichtigte Ausschüttung von 500 000 Euro zur Verwirklichung der Regionaleziele 2013 „Obere Volme“ dar. Hälftig den beiden Volmekommunen zugedacht, soll das Geld bei Realisierung der Projekte fließen. Wie zuvor schon der Verwaltungsrat, stimmte auch die Versammlung dem Vorhaben mit deutlicher Mehrheit zu. „Damit wird nicht die kommunale Finanzwirtschaft gestärkt“, versuchten die Bürgermeister Erhard Pierlings und Frank Emde den Einwand von Frank Lüttel zu entkräften. Unterstützt werde damit die außerordentliche Situation und die in der Zielsetzung vollzogene Positionierung angesichts der Einmaligkeit der Regionale 2013. ▪ As

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