Die „Sepa-Uhr“ tickt: Vieles ändert sich 2014

Die Vertreter von Sparkasse und Stadtwerken sehen der Sepa-Einführung mit Gelassenheit entgegen.

MEINERZHAGEN ▪ Ab dem 1.Februar 2014 wird der einheitliche europäische Zahlungsverkehrsraum (SEPA) verbindlich eingeführt und die damit verbundenen Neuerungen zum Beispiel beim Lastschrifteinzug sind für viele Unternehmen mit großen Herausforderungen verbunden. Auch die Stadtwerke Meinerzhagen haben den Handlungsbedarf erkannt und arbeiten dabei eng mit der Sparkasse Kierspe-Meineerzhagen zusammen.

Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Berkenkopf erklärt: „Durch unsere Nähe zu den Kunden ist bei uns das Lastschriftverfahren eines der gängigsten und wichtigsten Zahlungsmethoden. Die Änderungen, die Sepa speziell hier mit sich bringt, wollten wir daher frühzeitig in Angriff nehmen. Ich kann nur jedem Unternehmen und jedem Verein empfehlen, sich frühzeitig mit Sepa zu beschäftigen, damit sie auch ab dem 1. Februar 2014 ihren Zahlungsverkehr weiter planmäßig durchführen können. Denn vom 1. Februar 2014 dürfen Sparkassen und Banken Überweisungen und Lastschriften von Unternehmen und Vereinen nur noch im Sepa-Format bearbeiten.“

Für Sepa-Lastschrifteinzüge sind in Zukunft Mandate erforderlich, die in etwa den bisherigen schriftlichen Einzugsermächtigungen entsprechen. Doch die formalen Regeln, die an Sepa-Lastschriftmandate gestellt werden, sind wesentlich strenger.

Wolfgang Opitz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, betont, dass viele deutsche Unternehmen bislang unzureichend für die Umstellung auf Sepa gerüstet sind. „Eine Untersuchung der Europäischen Zentralbank kam zu dem Ergebnis, dass deutsche Unternehmen im europäischen Raum bei den Vorbereitungen auf Sepa weit hinten liegen. Ein erschreckendes Resultat! Umso erfreulicher ist es zu sehen, dass die Stadtwerke Meinerzhagen bereits auf Sepa-Kurs sind. Alle erforderlichen Umstellungen sind abgeschlossen und die Lastschrifteinzüge finden bereits im Sepa-Format statt. Verfahrensbedingt erfolgen die Abbuchungen für die Gas- und Wasserversorgung getrennt.“

Die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen stand den Stadtwerken bei der Sepa-Umstellung beratend zur Seite. Wolfgang Opitz erklärt: „Grundsätzlich dürfen die bestehenden Einzugsermächtigungen weiter genutzt werden. Allerdings ist jeder Kunde vor dem ersten Lastschrifteinzug im Sepa-Basis-Lastschriftverfahren in Textform über den genauen Zeitpunkt und die genaue Höhe des beabsichtigten Einzugs zu informieren.“

Die erforderliche Umstellung zum 1. Februar 2014 veranlasste die Stadtwerke, ihren Kunden die vorgeschriebene Erklärung mit der Jahresverbrauchsabrechnung zuzusenden. „Diese Abrechnungen haben wir bereits im ersten Quartal 2013 versendet, so dass der Sepa-Umstellungsprozess bereits ein Jahr vor der verbindlichen Einführung begonnen wurde,“ so Angelika Dublasky, Prokuristin der Stadtwerke Meinerzhagen und verantwortlich für die gelungene Sepa-Umstellung bei den Stadtwerken Meinerzhagen.

Kein Grund, mit der

Umstellung zu warten

Ulrich Stahlschmidt, Sepa-Spezialist der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, erklärt: „Da die rechtlichen Rahmenbedingungen seit langer Zeit geklärt sind, gab es für die Stadtwerke keinen Grund, mit der Umstellung zu warten. Sepa betrifft nahezu alle Abteilungen und Unternehmensbereiche, denn schließlich sind Kontonummer und Bankleitzahl bald überholt. Das fängt bei den Bankverbindungen von Mitarbeitern und Kunden an, geht über Briefkopf oder das Impressum der Website bis zur Finanzabteilung, Kundenbetreuung und der IT die am stärksten betroffen ist.“

Michael Berkenkopf und Wolfgang Opitz erläutern gemeinsam Wissenswertes zum Sepa-Verfahren:

• „SEPA“, das steht für „Single Euro Payments Area“, auf Deutsch: „Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum“. Hintergrund dafür ist die Harmonisierung des europäischen Zahlungsverkehrs. Künftig werden mit Hilfe von Sepa sämtliche sowohl innerdeutsche, als auch grenzüberschreitende Zahlungen nach denselben Regeln abgewickelt. Dadurch ergeben sich zum 1. Februar 2014 Veränderungen bei Überweisungen und Lastschriftverfahren. Die Kontonummern und Bankleitzahlen, wie man sie üblicherweise kennt, fallen weg. An dessen Stelle rücken die schon heute bei EU-Standardüberweisungen üblichen IBAN und BIC.

• Was ist die Mandatsreferenznummer?

Jedes Mandat erhält von den Stadtwerken Meinerzhagen eine Referenznummer. Diese Nummer dient der eindeutigen Kennzeichnung. Die Mandatsreferenznummer wird zukünftig bei Abbuchungen immer angegeben.

• Was ist die Gläubiger-ID?

Die Gläubiger-Identitätsnummer ist die europaweit einheitliche Kennzeichnung des Zahlungsempfängers, in diesem Fall also der Stadtwerke Meinerzhagen.

Mit diesen beiden Nummern sollen Kunden zukünftig erkennen können, dass die Stadtwerke Meinerzhagen durch das erteilte Mandat autorisiert sind, Lastschriften von dem betreffenden Konto abzubuchen.

• Was ist eine IBAN (International Bank Account Number)?

Die IBAN ist die internationale Darstellungsform der Kontonummer. Die deutsche IBAN besteht immer aus 22 Zeichen. Sie beginnt mit einer Länderkennung, also „DE“, gefolgt von einer zweistelligen Prüfziffer sowie der Bankleitzahl und der Kontonummer. So kann das Ganze aussehen: DE40458516650123456789.

• Was ist der BIC (Business Identifier Code)?

Der BIC ist das Kennzeichen der Empfängerbank, also eine international gültige Bankleitzahl. Er setzt sich aus einer vierstelligen Bankbezeichnung, dem ISO-Code des Landes, der zweistelligen Orts- bzw. Regionsangabe und der optionalen dreistelligen Filialbezeichnung zusammen. Der BIC für die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen lautet: WELADED1KMZ.

Da die Sparkasse bereits Sepa-fähig ist, können die bestehenden Zahlverfahren weiter genutzt werden und parallel die neuen Zahlverfahren getestet werden. „So lassen sich Unstimmigkeiten schnell erkennen und ausbügeln, ohne dass es zu weitreichenden Problemen kommt“, so Wolfgang Opitz.

Ulrich Stahlschmidt weist darauf hin, dass auf der Homepage der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen viele weitere nützliche Informationen und Checklisten zum Thema Sepa vorhanden sind. Weiterhin wurden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkasse intensiv geschult, damit sie ihren Kunden für Fragen und Beratungen zum Thema Sepa zur Verfügung stehen können.

Workshops für Vereine und Unternehmer

In allen Geschäftsstellen und der Kreditabteilung können sich die Bürgerinnen und Bürger ausreichend informieren, damit die Umstellung auf das neue Sepa-Verfahren reibungslos und zeitgerecht durchgeführt werden kann.

Neben dieser individuellen Beratung veranstaltet die Sparkasse noch zwei weitere Workshops für interessierte Unternehmer und Vereine. Diese finden statt am 17. September um 15 Uhr in der Hauptstelle in Meinerzhagen und am 24. September um 17 Uhr in der Hauptstelle in Kierspe. Voranmeldungen werden von den Beratern bereits jetzt entgegen genommen.

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