Wolfgang Opitz unterrichtet den Verwaltungsrat

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Der Verkauf der Provinzial ist aktuell vom Tisch, darüber informierte Wolfgang Opitz des Verwaltungsrat der Sparkasse Kierspe Meinerzhagen bei seiner Sitzung. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Am Mittwoch tagte zum letzten Mal in diesem Jahr der Verwaltungsrat der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Opitz nutzte die Gelegenheit, um das Gremium über den aktuellen Stand in Sachen Provinzial zu unterrichten. Er konnte dabei auch die Informationen weitergeben, die er als Teilnehmer der Verbandsversammlung des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe am vergangenen Freitag in Münster dazu einholen konnte.

Von Horst vom Hofe

Wie die MZ am vergangenen Donnerstag berichtete, stand zunächst ein Verkauf des Versicherungsunternehmen an den Konzernriesen Allianz zur Diskussion, was insbesondere in der Belegschaft der Provinzial für massive Proteste und Verunsicherung sorgte.

„Ein Verkauf ist aktuell vom Tisch. Die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen begrüßt den Schritt unserer Ministerpräsidentin, dass eine Fusion der Provinzial Nordwest mit der Provinzial Rheinland geprüft wird. Bis zum 31. März 2013 sollen die Chancen einer Fusion ausgelotet werden und alle anderen Gespräche ruhen. Dies findet unsere Unterstützung“, fasst Opitz den wesentlichen Inhalt der dort erhaltenen Informationen zusammen.

Gegenüber der MZ erinnert Opitz daran, dass es „Fusionsversuche zwischen der Provinzial Versicherung in Münster und der Provinzial Versicherung im Rheinland bereits in der Vergangenheit gegeben hat. Aus unterschiedlichen Gründen sind diese bisher aber immer wieder gescheitert.“

Die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen habe auch großes Verständnis für das breite Engagement der Provinzial-Mitarbeiter, die sich um ihre Arbeitsplätze sorgen, betont der Vorstand. Die Provinzial Nordwest sei seit Jahren ein sehr erfolgreiches Unternehmen, wirtschaftlich sehr gesund mit hervorragenden Bilanzzahlen. Opitz: „Dieser sehr erfolgreiche Regionalversicherer in Westfalen und in Norddeutschland hat auch für unsere Region, für Meinerzhagen und Kierspe, eine große Bedeutung, sowohl als vertrauenswürdiger Ansprechpartner als auch als Förderer für das gemeinnützige Engagement. Die regionale Verankerung, die Nähe zum Kunden und das gesellschaftliche Engagement bilden die Grundlagen für ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Daher muss die gegenwärtige Unsicherheit beendet werden, da sie auch geschäftsschädigend ist.“

Auch die heimische Sparkasse ist direkter Verbundpartner der Provinzial und unterhält ein erfolgreich am Markt agierendes eigenes Provinzial Versicherungs-Center mit vier Mitarbeitern.

Eindeutig positioniert hat sich kurz vor der Verwaltungsratssitzung des Westfälischen Sparkassenverbandes, bei der das Schicksal der Provinzial ebenfalls ein besonderes Thema war, auch der Präsident des Deutschen Sparkassenverbandes, Georg Fahrenschon. Er hat sich gegen einen Verkauf der Provinzial Nordwest an private Dritte ausgesprochen. Diese Möglichkeit gehöre nicht zu den geeigneten Optionen, heißt es in einem Antwortschreiben an Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe. Dabei lehnt Fahrenschon einen milliardenschweren Deal mit dem Allianz-Konzern ab. Das dürfte auch eine deutliche Botschaft an den westfälischen Verbandsvorsitzenden Dr. Rolf Gerlach sein. Diesem wird nachgesagt, einen möglichen Verkauf der Provinzial an die Allianz nicht unbedingt ablehnend gegenüberzustehen. Das Eingreifen von Ministerpräsidentin Kraft in dieser Angelegenheit wurde in Medienberichten auch als „Zurückpfeifen“ des Verbandspräsidenten kommentiert.

Gegenwind kommt auch vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Der LWL will den Versicherer Provinzial Nordwest nicht verkaufen. Der Hauptausschuss des Verbands habe sich bei seiner Sitzung am Freitag in Münster gegen eine Übernahme durch einen privaten Wettbewerber ausgesprochen, sagte ein LWL-Sprecher. Der Landschaftsverband hält 40 Prozent der Anteile an dem Sparkassenversicherer.

Der heimische Sparkassenvorstand geht davon aus, dass jetzt unter neuen Vorzeichen in Sachen Provinzial spätestens bis Anfang April kommenden Jahres eine Lösung gefunden sein dürfte. Nach Lage der Dinge könnte das dann eine rheinisch-westfälische Fusion sein.

Das wäre im Übrigen genau die Lösung, mit der sich auch Rainer Nowak anfreunden könnte, der in Meinerzhagen eine Provinzial-Agentur betreibt. Gegenüber der MZ hatte auch er eindringlich vor einem Verkauf an den großen Konkurrenten Allianz gewarnt.

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