Hellerforth-Gebäude an der Oststraße wird erhalten

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Losgelöst vom Insolvenzverfahren kann jetzt für das Hellerforth-Objekt an der Oststraße eine tragfähige Lösung für den Erhalt und die künftige Nutzung der Immobilie herbeigeführt werden. Die Sparkasse engagiert sich hierfür als Gläubigerbank. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Für die Mieter und gewerblichen Nutzer des Hellerforth-Wohn- und Geschäftshauses an der Oststraße in Meinerzhagen zeichnet sich nach Monaten der Ungewissheit nunmehr konkret eine positive Entwicklung ab.

Dem Antrag der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen auf Einsetzung eines Zwangsverwalters wurde durch Anordnung des Amtsgerichtes Lüdenscheid zum 7. Januar dieses Jahres entsprochen. „Das versetzt uns jetzt in die Lage, gemeinsam mit den Betroffenen eine tragfähige Lösung für die zukünftige Nutzung zu treffen“, informiert im Gespräch mit der MZ Sparkassen-Vorstandsmitglied Roman Kappius. Das schließt im Wege eines Kostenvorschusses durch die Sparkasse auch kurzfristig notwendige und realisierbare Reparaturen und Instandsetzungen am Gebäude ein.

Von Horst vom Hofe

Als Zwangsverwalter für das Objekt Oststraße 22/24/26 wurde vom Gericht Rechtsanwalt Andreas Schoß aus Wuppertal eingesetzt. Damit kann losgelöst vom eigentlichen Insolvenzverfahren über das private und geschäftliche Vermögen des heimischen Immobilienunternehmers Horst Hellerforth für das Wohn- und Geschäftshaus nun eine solide neue Basis für den weiteren Erhalt und weitere Nutzung gelegt werden.

Bei den derzeitigen Überlegungen spielt dabei die seitens der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis geäußerte Absicht, in diesem zentral gelegenen Komplex in Meinerzhagen weiterhin den Standort für die örtliche Polizei behalten zu wollen, eine gewichtige Rolle. Seit Fertigstellung des Gebäudes im Jahr 1971 ist im mittleren Gebäude (Oststraße 24) die Polizeiwache untergebracht. Im angrenzenden Gebäudeteil Oststraße 22 befinden sich im Obergeschoss die Räumlichkeiten der Kripo. Ursprüngliche Planungen sahen bis Mitte 2012 die Aufgabe der bisherigen Räumlichkeiten durch die Polizei vor. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ein 2010 auf den Weg gebrachtes Ausschreibungsverfahren eigentlich längst abgeschlossen sein sollen, mit de7m man einen neuen Standort hatte finden wollen. Wie berichtet, musste das kurz vor dem Abschluss stehende Verfahren jedoch gestoppt werden. Der Landesrechnungshof hatte im Zusammenhang mit einem anderen Projekt in Köln aus formalen Gründen die bislang geübte Vorgehensweise bei der Suche und Auftragsvergabe für Polizeizwecke bestimmter Objekte gerügt.

Es waren seinerzeit für die angedachte neue Unterbringung der Polizeiwache sowie der räumlichen Zusammenlegung mit dem an der Oststraße in einem Nachbargebäude auf der dritten Etage nicht optimal untergebrachten Kriminalkommissariat einige Angebote eingegangen. Dabei handelte es sich sowohl um Bestandsimmobilien als auch einen geplanten Neubau. Es kam jedoch aus den geschilderten Gründen nicht zur endgültigen Festlegung und Vergabe. „Wir möchten gern an der jetzigen Stelle bleiben, wenn es möglich wird, hier wieder zu einem langfristigen Mietverhältnis zu kommen und wir nach Möglichkeit auch eine Zusammenlegung der Räumlichkeiten von Schutzpolizei und Kripo realisieren können“, bekräftigt im Gespräch mit der MZ Wolfgang Bühren, Verwaltungssdirektor der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis.

Sparkassen-Vorstandsmitglied Roman Kappius betont, dass der Sparkasse als Gläubigerbank und über die Zwangsverwaltung jetzt auch formaler Eigentümerin der Immobilie sehr daran gelegen ist, die Polizei als langfristigen Nutzer für diesen Komplex zu erhalten. „Wir haben bereits in der vergangenen Woche eine Besichtigung des Objekts gemeinsam mit dem Zwangsverwalter und Bausachverständigen durchgeführt. Es soll nun in Absprache mit den beteiligten Nutzern ein Konzept erstellt werden, bei dem es auch um eventuelle Umbaumaßnahmen bzw. Renovierungen/Modernisierungen geht. Neben der Polizeidienststelle gibt es an der Oststraße noch weitere gewerbliche Nutzer (Pizzeria, Blumenladen, Zahnarztpraxis, Awo-Familienberatungsstelle) sowie insgesamt 21 Mietwohnungen. Bis zur Jahresmitte, so die Vorstellung der Sparkasse, sollen alle Details geklärt und auf den Weg gebracht sein. „Wir werden alles Notwendige tun, um die Immobilie für die Nutzer attraktiv zu erhalten“, betont Kappius. Auf diese Weise steigen auch die Aussichten, für das Gesamtobjekt womöglich am Ende einen langfristig engagieren neuen Träger/Investor zu finden.

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