Spannender Kontrast fasziniert Betrachter

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Nach der offiziellen Ausstellungseröffnung suchten die interessierten und begeisterten Besucher das Gespräch mit dem Künstlers Ander (l.). ▪

MEINERZHAGEN ▪ Da treiben sich Bären vor einem normalen Kinogebäude herum, Nilpferde und Elefanten balgen miteinander, ein Hahn steht am Fahrwerk eines alten Eisenbahnwaggons und darüber schwebt noch eine Eierlikörflasche und die ganze Ausstellung hat die Bezeichnung Animalerei. „Anders die Bilder und anders dieses Mal auch die Musik“, begrüßte Herbert Langenohl die zahlreich erschienenen Gäste zur Ausstellungseröffnung des Olper Künstlers Ander (Andreas Müller) am Sonntagvormittag in seiner Galerie.

Die ausgestellten Bilder von Ander sind abstrakt in der Aussage, aber gegenständlich in der Gestaltung und zudem sehr farbig und ausdrucksstark. Dieser spannende Kontrast faszinierte die Besucher. Ebenso beeindruckend war auch die musikalische Eröffnung der Ausstellung. Mit ihrer schönen ausdrucksstarken Stimme begeisterte die junge Sängerin Janet Gräfe die Gäste. Begleitet wurde sie dabei von Alfred Stein mit der Gitarre.

In seiner Rede zur Ausstellungseröffnung stellte Herbert Langenohl den Olper Künstler und seine Arbeitsweise dann noch ausführlicher vor. Andreas Müller wurde 1956 in Dülmen geborenen und studierte an der Fachhochschule für Design in Münster Visuelle Kommunikation und Produktdesign. Er ist beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe im archäologischen Bereich als Grafiker und Illustrator tätig. Schon seit Kindesbeinen an hat er gemalt und gezeichnet. Seine eigentliche künstlerische Karriere begann mit dem Besuch der Fachhochschule in Münster. Anfangs malte er abstrakt. Seine gestisch-expressiven Bilder hatten eine kraftvolle Formensprache und zeigten schon damals eine Neigung zu satirisch-skurrilen Inhalten.

Von der abstrakten Malweise kam er jedoch wieder zu gegenständlichen Darstellungen zurück, weil sich Satirisches und Skurriles eben besser gegenständlich darstellen lasse, führte Herbert Langenohl weiter aus. Seine Themen seien gesellschaftlich, politisch und beinhalteten allgemeine menschliche Fragestellungen. Dabei stelle er nie konkrete Menschen oder Gruppen bloß, sondern transportiere seine Kritik durch Tierdarstellungen. „Seine Bilder bestechen durch feinen Humor und sind aber nie moralisierend“, erläuterte Herbert Langenohl. Was Ander zusammenbringt seien jedoch nicht nur fotografische Elemente, auch frühere Skizzen oder am Computer entworfene Sujets. Fotografien seien für seinen Malvorgang aber besonders geeignet, weil sie dem Künstler konstante Lichtwerte garantierten. An größeren Bildern arbeitet Ander oft Monate lang und trägt bis zu zwölf Farbschichten, teils in dünnen Lasuren, auf. Von den großen Arbeiten fertigt er Reproduktionen an. Ausgestellt sind zudem auch Pinselzeichnungen, handkolorierte Radierungen, Ölbilder und Aquarelle.

Die Ausstellung mit Anders Werken ist noch bis zum 25. September, montags bis donnerstags von 9,30 bis 12.30 Uhr und von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr, freitags von 9.30 Uhr bis 17.30, samstags von 9.30 bis 13 Uhr in der Galerie Langenohl, Zur alten Post 9, zu sehen. ▪ bel

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