Spannende Geschichten aus West-Neuguinea

Ein Papua vor seiner Hütte mit einer Krokodilhaut – das Tier hat er selbst erbeutet.

MEINERZHAGEN ▪ Hexenwahn und Zaubermorde: Pfarrer Friedrich Tometten berichtet am Dienstag, 23. November, im Rahmen eines offenen Abends im Gemeindehaus Inselweg über seinen diesjährigen Aufenthalt auf der Insel West-Neuguinea – auch Papua genannt – in Ostindonesien.

Tometten hat mit seiner Familie von 1989 bis 1997 im Hochland von Papua gelebt und als Mitarbeiter der einheimischen evangelischen Kirche Gemeindeleiter ausgebildet. Seit drei Jahren unterstützt Friedrich Tometten für jeweils zwei Monate im Jahr die jungen Gemeinden in ihrer Arbeit.

„Papua fasziniert in seinem unermesslichen Reichtum an ursprünglichen Kulturen, Siedlungsraum und Bodenschätzen, mit seinem weithin unerschlossenem Regenwald und unzugänglichem Bergland, mit seinen Ureinwohnern, die sich als Christen bewusst vom muslimischen Westen Indonesiens absetzen. Oft ist die einheimische Kirche einziger Anwalt der Papuas, deren Leben bedroht wird von Überfremdung durch westindonesische Siedler und internationale Unternehmen, die in ihren Lebensraum eindringen und ihr Land ausbeuten“, weiß der Seelsorger.

Friedrich Tometten war in diesem Jahr unter anderem auch bei Krokodiljägern im malariaverseuchten Sumpfland Papuas zu Gast. Fragen des Gemeindelebens, brisante Themen wie Hexenwahn und Zaubermorde stehen genauso auf dem Programm der von Tometten geleiteten Gemeindekurse wie Aufklärung über in Papua inzwischen grassierende HIV und die angespannte Menschenrechtssituation im Lande. Für westliche Beobachter erstaunlich ist das hohe Interesse an biblischen Texten, die den jungen Gemeinden als Grundlage zur Orientierung in ihrer komplexen Lebenssituation dienen. Tometten ist deshalb von der einheimischen Kirche gebeten worden, die in großen Teilen von ihm übersetzte und bereits 1998 veröffentlichte Teilbibel in den kommenden Jahren zu vervollständigen.

Mit Bildern, Kurzfilmen und Tonbeispielen wird der Geistliche von seiner Arbeit erzählen. Zu dem offenen Abend sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Beginn ist um 19.30 Uhr.

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