„Es wird schlimmer“ – doch der VdK bietet Hilfe

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Waltraud Blumenrath und Ulrich Zwietasch vom VdK Sozialverband Oberes Volmetal sind zweimal im Monat im „Mittendrin“ anzutreffen, wo sie Hilfesuchende beraten. 

Meinerzhagen - Waltraud Blumenrath ist erste Vorsitzende beim VdK Sozialverband Oberes Volmetal. Und sie hat beobachtet: „Es wird immer schlimmer. Psychische Probleme, Armut, Arbeitslosigkeit und Scheidungen. Die Nöte sind vielfältig.“

Zusammen mit dem zweiten Vorsitzenden Ulrich Zwietasch bietet Waltraud Blumenrath an jedem ersten und dritten Mittwoch im Monat im sozialen Bürgerzentrum „Mittendrin“ am Prumbomweg Beratungen an.

Seit etwa fünf Jahren gibt es die kostenlose VdK-Beratung in Meinerzhagen. „Die Nachfrage ist groß. Wir befassen uns im Schnitt mit den Anliegen von etwa drei bis vier Menschen pro Beratungstermin. Deshalb ist es auch nötig, dass sich die Hilfesuchenden im Vorfeld bei uns anmelden“, berichtet die VdK-Vorsitzende.

Was dann an Anliegen „auf den Tisch“ kommt, ist durchaus vielfältig. „In zahlreichen Fällen geht es um die Beantragung von Schwerbehinderten-Ausweisen. Da gibt es immer wieder Probleme wegen Ablehnungen. Wir haben dann auch die Möglichkeit, das an übergeordnete Stellen im VdK weiterzuleiten“, erklärt Waltraud Blumenrath.

Der VdK, 1950 als „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands“ gegründet, versteht sich als Interessenvertretung einer breiten Klientel: „Behinderte und chronisch kranke Menschen, Kriegs- und Wehrdienstopfer, Zivilopfer, Opfer von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden, Renter, Hinterbliebene, Pflegebedürftige, Sozialversicherte, Sozialhilfeempfänger und Patienten“, zählt Waltraud Blumenrath auf. Grundsätzlich kann jeder Bürger Mitglied werden, fünf Euro kostet der Monatsbeitrag. „Wir weisen niemanden ab, der bei uns Hilfe sucht“, macht die Vorsitzende deutlich, dass es um konkrete Problemlösungen für Jedermann geht – auch für diejenigen, die finanziell keine „großen Sprünge“ machen können.

Besonders gefragt sind in Meinerzhagen auch Beratungsgespräche bei Rentenfragen. „Dann überweisen wir häufig an die zuständige Rentenstelle bei der Stadt – dieses Thema ist meist ein heißes Eisen. Doch manche Bürger kommen auch mit allgemeinen Fragen zur Arbeit des VdK zu uns“, freut sich die Vorsitzende über jeden Volmestädter, der den Weg in die Beratungsstunde findet.

„Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen müssen viele Bürger feststellen, dass Anträge auf Rente oder sonstige Sozialleistungen oft erst einmal abgelehnt werden. VdK-Mitglieder brauchen eine solche Ablehnung kaum zu fürchten. Vorbeugend ist es aber wichtig, dass sich Mitglieder schon vor Antragstellung bei uns fachkundig beraten lassen“, empfiehlt Waltraud Blumenrath und fügt hinzu: „Sollten jedoch Schwierigkeiten auftreten, so werden juristisch qualifizierte Mitarbeiter aus den Rechtsabteilungen dafür sorgen, dass die Mitglieder zu ihrem Recht kommen.“

Grundsätzlich ist die VdK-Funktionärin davon überzeugt: „Menschen mit und ohne Behinderung muss eine umfassende Teilhabe in allen Lebenbereichen ermöglicht werden. Leider sieht die Realität häufig anders aus. Es gibt Probleme bei Schulbildung, im Beruf und bei selbstbestimmter Lebensführung, die zur Ausgrenzung führen können. Der VdK kämpft daher für eine inklusive Teilhabe aller Menschen in Arbeit und Ausbildung.“

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