So viele Flüchtlinge leben in Meinerzhagen

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34 Flüchtlinge waren zum Stichtag am 23. Oktober im städtischen Asylbewerberheim Immecker Straße 11 einquartiert.

Meinerzhagen - Die Zahl der in Meinerzhagen vom städtischen Fachdienst Soziales betreuten Flüchtlinge ist im Vergleich zum November 2017 gesunken. 

Zum Stichtag 23. Oktober 2018 waren in Meinerzhagen 188 Flüchtlinge registriert. Vor fast genau einem Jahr waren es noch 234.

Das geht aus einer Vorlage hervor, die auf der Tagesordnung des Ausschusses für Familie, Jugend, Soziales und Senioren steht, der am Donnerstag, 8. November, ab 17 Uhr im Ratssaal tagt. Von den 188 Menschen, die in der Volmestadt zum Stichtag Schutz gefunden haben, sind 107 „leistungsberechtigt“. 

Für 81 Personen gilt das nicht, etwa weil sie arbeiten. 110 Flüchtlinge befinden sich zurzeit noch im Asylverfahren, Asylfolgeverfahren sind noch für zwei Personen anhängig. 

Viele sind nur geduldet

Eine große Gruppe bilden die Menschen, die lediglich geduldet sind. 76 Flüchtlinge mit diesem Aufenthaltsstatus lebten zum 23. Oktober 2018 in Meinerzhagen. 

Sie alle sind eigentlich ausreisepflichtig. In ihre Heimatländer abgeschoben werden dürfen sie allerdings nicht. Dafür gibt es laut Verwaltung „rechtliche oder tatsächliche Gründe“. Häufig lieg es an fehlenden Personaldokumenten, die eine Rückführung unmöglich machten. 

Untergebracht sind die Flüchtlinge in verschiedenen Häusern im Stadtgebiet. 34 sind im städtischen Asylbewerberheim Immecker Straße 11 einquartiert, acht leben im Asylbewerberheim Schlenker Straße 22. 45 Personen wohnen, teilweise zusammen mit anerkannten Flüchtlingen, in 27 privaten Wohnungen oder Wohnungen der Meinerzhagener Baugesellschaft.

Außerdem werden die bisher leer stehenden Hausmeisterwohnungen an der Musikschule und der Ebbeschule und das Skiheim Butmicke 5 zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. In stadteigenen beziehungsweise von der Stadt angemieteten Räumen leben derzeit noch 21 Personen, denen bereits ein Flüchtlingsstatus oder der subsidiäre Schutz zuerkannt wurde. Sie konnten laut Sitzungsvorlage bisher keine eigenen Wohnungen finden, die hinsichtlich Größe und Miethöhe den Kriterien entsprechen.

Nur geringe Chancen auf Anerkennung

Im Meinerzhagener Zuständigkeitsbereich sei es außerdem so, dass weitgehend Menschen mit nur geringen Anerkennungschancen leben würde, informiert die Stadtverwaltung. Dabei handele es sich beispielsweise um Afrikaner, Inder und auch Libanesen.

 Auf jeden Fall erfüllt die Stadt Meinerzhagen die Aufnahmequote: Sie lag am 21. Oktober bei 100,65 Prozent – das entspreche einem Flüchtling mehr, als man rechtlich aufnehmen müsse, wird mitgeteilt. „Derzeit sind daher keine weiteren Zuweisungen von Asylbewerbern zu erwarten“, lautet das Fazit der Stadt. 

Weitere Flüchtlinge könnten kommen

Wohl möglich ist allerdings, dass die Volmestadt weitere Flüchtlinge zugewiesen bekommt, die bereits in Landeseinrichtungen einen Schutz- oder Flüchtlingsstatus erhalten haben. Laut Verteilstatistik der Bezirksregierung erfüllt Meinerzhagen diese Quote lediglich zu 71,92 Prozent. „Dies entspricht einer Zahl von 75 anerkannten Flüchtlingen, zu deren Aufnahme die Stadt möglicherweise noch verpflichtet wäre“, teilt die Verwaltung mit. 

Die 188 betreuten Meinerzhagener Flüchtlinge kommen laut Verwaltung aus 29 verschiedenen Ländern. Die drei größten Personengruppen stammen aus Afghanistan (24), Irak (21) und Syrien (15). Es folgen Libanon (14), Guinea (12), Iran (11), Indien und Nigeria (je 10). Die restlichen 71 Menschen verteilen sich auf 21 andere Herkunftsstaaten.

Für jeden „berücksichtigungsfähigen Flüchtling“, der laufende Leistungen nach dem Asylbewerber Leistungsgesetz bezieht, wird der Stadt ein monatlicher Betrag von 866 Euro vom Land erstattet. Für den Zeitraum Januar bis August 2018 wurden Zuweisungen in Höhe von 699 728 Euro an die Stadt Meinerzhagen überwiesen

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