Sonnencreme und Wasser sind „Helfer“ auf der Baustelle

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Wasser und Sonnencreme sind derzeit auch „Pflicht“ auf den Baustellen. Besim Gela (links) und Sven Schmitte sind auf der Großbaustelle vor der Stadthalle beschäftigt – Schatten gibt es dort nur im Bauwagen.

Meinerzhagen -- Meinerzhagen schwitzt. Bei tropischer Wetterlage und Temperaturen jenseits der 30 Grad helfen vor allem zwei Dinge: körperliche Anstrengung vermeiden und ein schattiges Plätzchen suchen. Jedoch nicht alle können das.

Wer draußen im Freien arbeitet, kann der Sommerhitze nicht entkommen. Das gilt auch für die Mitarbeiter der Firma Straßen- und Tiefbau, die derzeit auf Meinerzhagens größter Baustelle beschäftigt sind. Auf dem weiten Gelände vor der Stadthalle brennt die Sonne erbarmungslos. „Die Sonne steht hier den ganzen Tag. Da muss man etwas langsamer machen, sonst kippt man um“, weiß Maschinist Peter Marvulli, dass die hochsommerliche Wetterlage nicht unterschätzt werden sollte. Im Laufe der Sommersaison härte man zwar ab und könne die Temperaturen ertragen, „wichtig ist aber, dass immer kalte Getränke da sind“, so Peter Marvulli. Fünf Liter habe er allein am Vortag getrunken, berichtet Besim Gela. Die Hitze sei für ihn kein Problem, aber Sonnenschutz sei für alle Kollegen „Pflicht“. Morgens um halb sieben beginnt der Arbeitstag auf der Baustelle. Dann sind die Temperaturen noch erträglich. „Da sehen wir dann auch zu, dass wir die schweren Arbeiten erledigen“, erzählt Sven Schmitte.

In der Frühe steigen auch am liebsten die Mitarbeiter des Betriebs Friedrich Söhnchen aufs Dach. „Vor ein paar Jahren haben wir sogar schon mal morgens um sechs angefangen“, erinnert sich Geselle Peter Heinemann. Auf Sonnencreme darf nicht verzichtet werden. „Gestern habe ich das Eincremen vergessen, das Ergebnis sieht man leider heute“, zeigt Azubi Leonie Grünwald ihre geröteten Schultern.

Vermehrte Einsätze, weil Menschen mit der Sommerhitze gesundheitlich nicht zurecht kommen, verzeichnet der Meinerzhagener Rettungsdienst derzeit laut Hendrik Klein, Sprecher des Märkischen Kreises, nicht.

„Viel trinken“, diesen Tipp von Susanne Rasche, Inhaberin der Meinerzhagener Hirsch-Apotheke, sollte aber dennoch jeder beherzigen. Gerade ältere Menschen würden häufig zu wenig trinken. Kreislauftropfen empfiehlt die Apothekerin Kunden ebenfalls, wenn ihnen die hohen Temperaturen zu schaffen machen. Gefährlich könne das Wetter besonders für Menschen werden, die an Schwindel leiden. „Dann empfiehlt es sich, zu Hause zu bleiben und sich in kühlen Räumen aufzuhalten.“ Für Sportskanonen gilt: Das Training am besten in die frühen Morgenstunden verlegen. Nachmittags steigen nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Ozonwerte. Körperliche Anstrengung sollte dann vermieden werden. „Das gilt für Erwachsene, aber auch für Kinder“, so Susanne Rasche.

Abkühlung verschafften sich viele junge Volmestädter in dieser Woche im Freibad. Für die heimischen Grundschüler hatte die Sommerhitze einen weiteren Vorteil. Weil in den meisten Klassenräumen trotz geöffneter Fenster kein Lüftchen wehte, konnten sich die Schüler seit Mitte der Woche über „Hitzefrei“ nach der vierten Stunde freuen. Am Evangelischen Gymnasium fiel der Unterricht nach der fünften Stunde aus. Ab Freitag können alle schwitzenden Meinerzhagener wieder etwas durchatmen, denn laut aktueller Prognosen soll sich das Sommerwetter wieder den Sauerländer Verhältnissen anpassen.

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