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Sondersynode: Quo vadis, Kirchenkreis?

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Von: Klaus Schliek

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Superintendent Dr. Christof Grote (links) und sein Stellvertreter Martin Pogorzelski (Mitte). Im Hintergrund ist einer der gekippten Beschlüsse aus der Mai-Sitzung zu sehen.
Superintendent Dr. Christof Grote (links) und sein Stellvertreter Martin Pogorzelski (Mitte). Im Hintergrund ist einer der gekippten Beschlüsse aus der Mai-Sitzung zu sehen. © Schliek, Klaus

Einmal Nachsitzen bitte: Die von der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg im Mai gefassten Beschlüsse zur Zukunft der Gemeinden und der kreiskirchlichen Dienste waren nicht mit dem Kirchenrecht und den Anforderungen der Evangelischen Landeskirche vereinbar und mussten daher revidiert werden. Das geschah am Freitagabend während einer Sondersitzung der Kreissynode in der Aula des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen.

Meinerzhagen – Es wurde eine spannende und spannungsgeladene Synode unter der Leitung von Superintendent Dr. Christof Grote und im Beisein von Vertretern der Landeskirche. Zu ihnen gehörten neben der Oberkirchenrätin Katrin Göckenjan-Wessel der Rechtsreferendar Hans-T. Conring und der Theologische Vizepräsident Ulf Schlüter.

Die Synode begann mit einer Andacht, die von der neuen Valberter und Meinerzhagener Pfarrerin Martina Kämper und dem Vorsitzenden des Valberter Presbyteriums Thomas Friedrich gehalten wurde. Es folgte das Gelöbnis von fünf erstmals an einer Tagung der Kreissynode Teilnehmenden. Anschließend machte Superintendent Dr. Christof Grote klar, dass die örtlichen Gemeinden, der Kirchenkreis und die Evangelische Landeskirche von Westfalen beim Zukunftskonzept nur mit einer gemeinsamen Strategie Erfolg haben können.

Kirchengemeinden in der Zwickmühle

Die heimischen Kirchengemeinden stecken – wie viele andere auch – in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite gibt es immer weniger Gläubige; auf der anderen Seite fehlen gut ausgebildete Seelsorger, die die verbleibenden Gemeindeglieder halten und im Idealfall sogar neue hinzugewinnen können.

Die Personalentwicklung ist Thema

Während der Sondersitzung ging es daher vorrangig um die Personalentwicklung. Katrin Göckenjan-Wessel als zuständige Dezernentin zeigte auf, wie sich die Pfarrstellenzahl bis zum Jahr 2035 entwickeln könnte. Ein Ziel dabei: Pro Pfarrer und Pfarrerin sollen möglichst nicht mehr als 3000 Gemeindeglieder betreut werden.

Im Sinne einer qualifizierten und leistbaren Seelsorge ist an die Schaffung von Kooperationsräumen gedacht. Möglich ist dabei neben der Bildung einer Großgemeinde auch der Zusammenschluss mehrerer kleiner Gemeinden, die trotz der Zusammenarbeit ihre Eigenständigkeit samt Presbyterium behalten. Aktuell wird das schon von den Kirchengemeinden Hülscheid-Heedfeld, Rahmede und Oberrahmede praktiziert.

Pfarrer gehen in den Ruhestand

Im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg gehen in den nächsten Jahren viele Pfarrerinnen und Pfarrer in den Ruhestand. Daher forderten die Synodalen die Vertreter der Landeskirche auf, mehr für die Gewinnung neuer Kräfte zu tun. Die Vorschläge reichten von der passenden Ansprache junger Menschen über die Entschlackung des Studiums bis hin zur Öffnung des Pfarramts für Quereinsteiger.

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