Solarstrom von fünf städtischen Dächern

Dieses Dach des Schullandheimes eignet sich nach Ansicht von Otmar Burjs für die Fotovoltaik-Nutzung.

MEINERZHAGEN ▪ 41 Gebäude besitzt die Stadt Meinerzhagen, 14 davon wurden zunächst als Standorte für Solaranlagen „auserkoren“.

Schließlich blieben fünf Dächer übrig, die nach einer von der Stadt in Auftrag gegebenen genaueren Untersuchung problemlos mit Fotovoltaikanlagen ausgerüstet werden können: Das Hauptdach des Schulzentrums Rothenstein (Flachdach), das Hausmeisterhaus des Schulzentrums Rothenstein (nach Süden ausgerichtetes Satteldach), das Feuerwehrgerätehaus in Willertshagen (nach Süden ausgerichtetes Satteldach), das Feuerwehrgerätehaus Haustadt (nach Süden ausgerichtete Satteldachflächen) und der neue Anbau an der Grundschule Auf der Wahr (nach Süden ausgerichtetes Satteldach). Hier stimmt die Statik und auch die Lage verspricht den gewinnbringenden Einsatz von Fotovoltaikanlagen.

Nach Auffassung der Meinerzhagener Stadtverwaltung sollten diese Dachflächen an einen Investor verpachtet werden, außerdem könnten in Zusammenarbeit mit der Sparkasse so genannte „Solarbriefe“ (festverzinsliche Wertpapiere) an Bürger verkauft werden, die dann möglicherweise von der alternativen Stromerzeugung finanziell profitieren.

In der jüngsten Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses ging es nun um die Frage, wer in die Fotovoltaikanlagen investieren darf. Dafür kommen neben einzelnen Bürgern auch Unternehmen in Betracht. Die Verwaltung unterbreitete in ihrer Sitzungvorlage auch gleich einen Vorschlag, wem idealerweise der Zuschlag erteilt werden soll: den Stadtwerken Meinerzhagen. „Zum einen wäre es dann ein Produkt aus einer (städtischen) Hand, also der Stadt selbst, ihrer Sparkasse und ihrer Stadtwerke. Zum Zweiten stünde den Stadtwerken im Jahre ihres 100-jährigen Bestehens ein solches Produkt gut an“, wurde den Politikern an die Hand gegeben. Eine Vergabe an „Private“ verbietet sich nach Auffassung der Stadt, weil objektive Kriterien für eine Auswahl zwischen verschiedenen Interessenten nicht zur Verfügung stünden. „Selbst eine denkbare Entscheidung je nach Höhe der angebotenen Pachtzahlungen begegnet Bedenken, weil dazu Vorgaben gemacht werden müssten, oder Verhandlungen zu führen wären“, nimmt die Stadt Stellung. Die Politiker ließen sich von dieser Argumentation jedenfalls überzeugen und votierten schließlich einstimmig – bei einer Enthaltung – dafür, dass die Stadtwerke den Zuschlag erhalten und die fünf städtischen Dächer zur Gewinnung von Solarstrom nutzen dürfen.

Doch das scheint noch nicht das Ende der Fahnenstange zu sein. Otmar Burja (SPD) fragte nach, ob die Stadtwerke sich vorstellen können, auch andere Dächer wie das des Schullandheimes Lyck anzumieten, um auf ihnen Fotovoltaikanlagen zu installieren. Das bejahte Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Berkenkopf grundsätzlich. Der Stadtwerke-Chef wies allerdings darauf hin, dass zunächst der Aufsichtsrat des Versorgungsunternehmens der „Übernahme“ der Dächer zustimmen muss. Daran hat er allerdings keine Zweifel. ▪ beil

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