Hundekot ist vor allem auf dem Friedhof ein Problem

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Ein genervter Grundstücksbesitzer in Wiblingwerde macht seinem Unmut drastisch Luft. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Wer selbst einmal in Hundekot getreten ist weiß, dass das ein sehr zweifelhaftes „Vergnügen“ ist. Erst recht, wenn der Kot anschließend unbemerkt in der Wohnung verteilt wird.

Auf Spielplätzen, Gehwegen und in Parks liegen die stinkenden Hinterlassenschaften – auch Meinerzhagen bildet da keine Ausnahme.

Doch die Stadt hat schon vor Jahren reagiert: An neun Standorten im Stadtgebiet wurden Automaten aufgestellt, an denen Hundehalter zum Nulltarif Plastiktüten ziehen können. Über die Hand gestülpt, können sie mit denen das „große Geschäft“ ihres Vierbeiners entsorgen. „Das funktioniert auch eigentlich ganz gut“, hat Michael Adolph vom Baubetriebshof festgestellt. Seine Mitarbeiter füllen die Tüten regelmäßig nach und Adolph richtet in diesem Zusammenhang auch einen Dank an heimische Hundehalter. „Viele beseitigen den Kot ihres Vierbeiners. Und das ist auch richtig und gut so.“ Ganz aus der Welt ist das Problem aber auch in der Volmestadt nicht, davon können die Männer des Baubetriebshofes ein Lied singen. Vor allen Dingen die, die mit Freischneidern öffentlich Grünflächen mähen. „Gerade dabei ist es eine große Schweinerei, wenn man in einen verborgenen Hundhaufen hineinmäht“, weiß Adolph.

Hat sich die Situation auf städtischen Flächen nach Erfahrungen des Baubetriebshofes auch durch das Aufstellen der Tüten-Automaten entspannt, bietet sich auf dem größten Friedhof in Meinerzhagen ein anderes Bild. Marita Hemmerling, die das Büro am evangelischen Friedhof an der Heerstraße leitet, weiß aus Gesprächen mit Besuchern und aus eigener Erfahrung, dass Hundekot selbst auf Gräbern liegt: „Das ist hier ein großes Ärgernis. Wir haben eine Friedhofsordnung die besagt, dass Hunde nur angeleint auf den Friedhof dürfen. Und wir haben auch noch Schilder aufgestellt, die darauf hinweisen. Das alles scheint aber nichts zu nützen. Ich selbst habe schon Hundehalter, die dagegen verstießen, auf ihr Verhalten angesprochen. Die meisten sind aber nicht einsichtig. Sie wissen nicht, dass der Friedhof ein Privatgrundstück ist. Die Halter sind dann der Meinung, dass sie Hundesteuer zahlen und alles dürfen.“ Die Kot-Tütchen gegenüber, unterhalb des Ehrenmales, nutzen ihrer Meinung nach nicht viel: „Die fliegen häufig in der Gegend rum, werden von Kindern rausgezogen und dann weggeworfen.“

Wer seinen Hund öffentliche Wege und Anlagen verschmutzen lässt, riskiert übrigens eine Ordnungswidrigkeitenanzeige. „Beim ersten Mal kostet das in der Regel 30 bis 35 Euro. Es kann aber bis in den vierstelligen Euro-Bereich gehen“, erläutert Ute Otto vom städtischen Ordnungsamt. Das Problem: Der Halter des Hundes muss im Einzelfall erst einmal in flagranti erwischt werden. Und das gelingt nur in den seltensten Fällen. „Wir haben aber auch schon Bußgelder verhängt, nachdem uns der Verantwortliche durch einen Zeugen mitgeteilt wurde.“ ▪ beil

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