Corona-Lockdown

Nach Beschlüssen: So reagieren Schulen und Kirchen

In den Genuss von Schnelltests, deren Benutzung zum Beispiel von EGM-Lehrer Johannes Blum erklärt wurde, können am Gymnasium lediglich noch die Mädchen und Jungen der Abschlussjahrgänge kommen.
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In dieser Woche nur noch für wenige Schüler relevant: In den Genuss von Schnelltests, deren Benutzung am Dienstag zum Beispiel von EGM-Lehrer Johannes Blum erklärt wurde, können am Gymnasium lediglich noch die Mädchen und Jungen der Abschlussjahrgänge kommen. Für alle anderen gibt es ab heute wieder Distanzunterricht.

Die Rückkehr der meisten Schüler in den Distanzunterricht, Testpflicht vor dem Friseurbesuch, Absage der Oster-Gottesdienste. Die dritte Welle in der Corona-Pandemie hat jetzt für den Märkischen Kreis und Meinerzhagen weitreichende Folgen.

Meinerzhagen - Am Dienstag reagierte der Kreis erneut auf das sich dramatisch verschlechternde Infektionsgeschehen. In Abstimmung mit dem NRW-Gesundheitsministerium wurde die Allgemeinverfügung erweitert. Eine Auswirkung: Die weiterführenden Schulen, die Grundschulen und die Förderschulen – ausgenommen sind die Abschlussklassen –, gehen ab heute wieder in den Distanzunterricht. In Bezug auf Kindertageseinrichtungen bleibt es den Eltern freigestellt, ob sie ihre Kinder in die Kitas bringen.

Die Nachricht des Kreises sorgte am Dienstagmittag für geschäftiges Treiben bei den Schulleitungen. Etwa am Evangelischen Gymnasium in Meinerzhagen (EGM). „Die Eltern wurden unmittelbar per E-Mail informiert“, sagte Schulleiter Sven Dombrowski kurz nach Bekanntwerden der Beschlüsse im Kreis. Mit Ausnahme der Abschlussklassen und der Stufe EF, die in dieser Woche noch Klausuren in Kleinstgruppen schreiben wird, heißt es ab Mittwoch für die Gymnasiasten wieder, von zuhause aus dem Unterricht zu folgen. Das EGM setzt dabei auf die Software Microsoft Teams, mit der alle Beteiligten sehr zufrieden seien, wie Dombrowski betont. „Von schulischer Seite aus war recht schnell alles klar“, sagte der Schulleiter, „für die Eltern, die nun eventuell ein Betreuungsproblem haben, ist das sicherlich schwieriger.“ Inwieweit eine Notbetreuung in der Schule angeboten werden kann, war zunächst noch unklar.

Distanzunterricht für Schulen unproblematisch

Ein ziemlich leeres Schulgebäude werden ab Mittwochmorgen die Zehntklässler der Sekundarschule am Rothenstein vorfinden, denn einzig für den Abschlussjahrgang steht weiterhin Präsenzunterricht auf dem Stundenplan. Dass die Jahrgangsstufen 5 bis 9 dagegen wieder zum digitalen Lernen in den eigenen vier Wänden bleiben müssen, kann Christiane Dickhut „aufgrund der hohen Infektionszahlen zwar nachvollziehen“, wie sie sagt. „Aber“, ergänzt die Schulleiterin, „gerade für die jüngeren Schüler, die sich so über die Rückkehr in die Schule gefreut hatten, tut es mir unheimlich leid.“

In den Distanzunterricht zurückzuschalten, stellt für Dickhut und ihr Kollegium kein großes Problem dar. Denn schließlich liegen hinter den Pädagogen vom Rothenstein gerade einmal sieben Tage Schulbetrieb in Präsenz.

Unter den einschlägigen Hygienebedingungen wird die Sekundarschule ab heute übrigens auch ein Betreuungsangebot für Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen vorhalten. Dazu, dass die Lehrkräfte dabei kein allzu mulmiges Gefühl haben, dürfte das Ergebnis der Selbsttests am Dienstag beitragen. Unter Anleitung führten mehr als 100 Sekundarschüler besagte Tests durch. Mit dem erfreulichen Ergebnis, dass niemand Corona-positiv war. „Das hat mich schon sehr erleichtert“, sagt Christiane Dickhut.

Doch nicht nur für die Schulen gibt es Änderungen: Künftig ist für Termine bei Friseuren und bei körpernahen Dienstleistungen im Märkischen Kreis ein tagesaktueller, negativer Schnelltest vorzulegen oder vor Ort ein Selbsttest vorzunehmen. Diese Regelung gilt ab 27. März. „Über sämtliche Maßnahmen sind die Bürgermeisterin sowie die Bürgermeister der 15 Städte und Gemeinden am Dienstagmorgen in einer gemeinsamen Videokonferenz informiert worden“, heißt es dazu abschließend in der Pressemitteilung aus dem Kreishaus.

Vorsicht ist bei Kirchen oberstes Gebot

In den Kirchengemeinden in Meinerzhagen ist angesichts der Corona-Lage ebenfalls Vorsicht oberstes Gebot. Eine offizielle Entscheidung, ob am Wochenende oder an den Osterfeiertagen Gottesdienste in der katholischen Pfarrei St. Maria-Immaculata in Meinerzhagen, Kierspe und Valbert stattfinden, gab es am Dienstag noch nicht. Pfarrer Peter Kroschewski glaubt aber „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ an eine Absage. Heute wollen die Pfarrer im Dekanat Altena-Lüdenscheid eine gemeinsame Linie festlegen. „Ab einer Inzidenz von 200 und mehr ist es allerdings nicht vorstellbar, dass wir zu Gottesdiensten einladen werden“, blickt Pfarrer Kroschewski voraus. Wie die heimischen Katholiken Ostern feiern können, steht ebenfalls noch nicht fest. Kroschewski: „Ob wir einen Online-Gottesdienst organisieren können, darüber befinden wir uns vor Ort in Abstimmungsgesprächen. Was dabei herauskommt, wissen wir noch nicht. Wir müssen uns ja auch Menschen suchen, die uns dabei helfen, das zu realisieren.“ Die ganze Entwicklung bereitet Pfarrer Kroschewski jedenfalls große Sorgen: „Für die Kirchengemeinden ist das alles katastrophal.“

Ein ähnliches Bild zeichnet sich in der evangelischen Kirchengemeinde Meinerzhagen ab. Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase geht ebenfalls fest davon aus, dass Ostern keine Präsenzgottesdienste stattfinden werden. „Wir hatten uns als Alternative überlegt, am Ostersonntag ab 6 Uhr einen Auferstehungs-Gottesdienst auf dem Kirchplatz zu organisieren. Aber auch das hat sich jetzt erledigt“, erläuterte er.

Gottesdienste wieder nur online

Dass durch das Presbyterium ein Beschluss getroffen wird, der Präsenzgottesdienste möglich macht, hält Klaus Kemper-Kohlhase für nicht vorstellbar. Dennoch soll es Angebote für die Gemeinde geben: „Ein Online-Gottesdienst wird Ostern auf dem YouTube-Kanal der evangelischen Kirchengemeinde Meinerzhagen abrufbar sein und auch auf der Seite der Gemeinde unter evangelische-kirchengemeinde-meinerzhagen.de unter Punkt ,Neuigkeiten’“, kündigt der Seelsorger an. Außerdem werde die Jesus-Christus-Kirche am Ostersonntag für ein stilles Gebet geöffnet. Klaus Kemper-Kohlhase: „In irgendeiner Form werden wir dazu etwas vorbereiten.“

Keine offizielle Absage, weil das Presbyterium noch nicht getagt hat, aber eine fast sichere Tendenz gibt es in der evangelische Gemeinde Valbert. Pfarrer Peter Winterhoff geht fest davon aus, dass auch im Ebbedorf an Ostern keine Präsenzgottesdienste gefeiert werden. Beim Online-Angebot verweist er auf die evangelische Kirchengemeinde Meinerzhagen „Und auch die Fernsehgottesdienste sind eine Alternative“, sagte Peter Winterhoff am Dienstag.

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