Endlich wieder ins Restaurant

So freuen sich die Meinerzhagener über die Lockerungen

Endlich ohne Auflagen ins Café: Halina Frankowski freut sich, ihre Stammkunden begrüßen zu können.
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Endlich ohne Auflagen ins Café: Halina Frankowski freut sich, ihre Stammkunden begrüßen zu können.

Sommer, Sonne, Glücksgefühle: „Sie können sich gar nicht vorstellen, wie wir das genießen.“ Nicht nur Rolf Stewien genießt den Cafébesuch, viele Meinerzhagener tun es am Freitag ebenfalls. Der erste Tag, an dem „outdoor“ weder Impfpass noch Negativ-Test vorgelegt werden muss, und nach mehr als einem halben Jahr der erste Tag, an dem Gastronomen ihre Gäste wieder drinnen empfangen dürfen. Die Erleichterung darüber ist überall zu spüren: „Langsam wird’s.“

Meinerzhagen – Volle Tische in der Eisdiele, im Café und auf der Terrasse beim Bäcker – das Bild am Vormittag in der Innenstadt – „einfach herrlich“, wie eine Fußgängerin im Vorbeischlendern bemerkt. Auch eine Café-Besucherin nimmt das sommerlich, entspannte Flair auf: „Hier zu sitzen und das Geschnäbbel zu hören, das tut richtig gut.“ – „Jetzt hoffen wir, dass wir die Masken auch bald loswerden“, meint eine Besucherin am Tisch nebenan. Für „Bäcker mit Herz“-Chef Christian Räbsch ist es der erste Tag, an dem er seine kleine Terrasse öffnet. „Wir haben gewartet, bis die Testpflicht für den Besuch draußen aufgehoben wurde.“

„Wir haben die besten Kunden“

In der Fußgängerzone Zur Alten Post strahlt nicht nur die Sonne, sondern auch Maria Menel beim Blick auf die vollen Tische draußen. „Wir haben die besten Kunden“, freut sie sich über deren Verständnis, das an den Tagen vorher selbst ein kurzer Besuch nur getestet, geimpft oder genesen möglich war. „Viele Kunden haben ihr Eis mitgenommen. Aber jetzt ist alles wieder einfacher. Ich bin happy.“ Das galt auch für das Damen-Trio draußen am Tisch: „Wir haben Nachholbedarf“, berichten die Eisdielenbesucherinnen, die sich glücklich zeigten, ihr Freitags-Ritual wieder aufnehmen zu können. „Ein Kaffee nach dem Einkauf“, dazu treffen sich ebenso Beate Haramiorz und ihre Freundin Gudrun Mohn. Das schöne Wetter müsse man ausnutzen, „und man muss die Gastronomie unterstützen.“

Dass die zurückliegenden Monate schwer waren, das hat auch Halina Frankowski im Café gegenüber nicht vergessen. Für alle Gastronomen tue es ihr leid: „Jetzt bin ich froh, dass es langsam bergauf geht.“ Ihre Stammkunden seien am Freitag schon früh da gewesen: „Drinnen war alles voll. Da war kein Platz mehr.“

„Jetzt wird es wirklich besser“

Dass es wieder voll in seinem Restaurant wird, daran hat auch Braco Mrzljak keinen Zweifel. Optimistisch habe man während der gesamten Zeit sein müssen: „Jetzt wird es wirklich besser.“ Immer mehr Gäste würden nach Reservierungen fragen, berichtet der Wirt des Gasthauses Theile und weist darauf hin, dass auch die Kegler ihr Freizeitvergnügen wieder aufnehmen dürften.

Der erste Öffnungstag war es am Freitag auch im Haus Eckern. Für die Außengastronomie sei das Wetter zu unbeständig gewesen, hinzu komme noch die Lage außerhalb. „Wenn die Gäste erst draußen sitzen und rein möchten, wenn es kühler wird, hoffen wir auf die Akzeptanz, dass dann ein Test vorgezeigt werden muss.“

Freitags- und Samstagsabends sowie sonntagmittags wird Friedrich-Wilhelm Eckern seine Gaststätte vorerst öffnen – auch aus personellen Gründen. Die Belegschaft müsse erst wieder aufgestockt werden.

„Für heute sind wir ausgebucht“

Dass sich in der Branche viele Mitarbeiter in den vergangenen Monaten umorientieren mussten, weiß auch Friedrich-Albert Lück vom Hotel-Restaurant Fischerheim. Das höre er auch von Kollegen. „Ob alle zurückkommen, muss man sehen.“ Dass er sein Restaurant in Windebruch nun wieder öffnen darf, darüber ist Lück erleichtert: „Für heute sind wir ausgebucht. Es konnten gar nicht alle Reservierungen abgearbeitet werden.“

Die wenigen Wochen, als lediglich die Außengastronomie geöffnet werden durfte, für das Fischerheim war es eher schwierig – auch weil das Wetter nicht immer mitspielte. „Als es regnete, sagten die Gäste natürlich ab. Wir hatten jedoch eingekauft.“ An der Lister sei es zwar idyllisch, „doch abends wird es schneller kühl. Da geht man vielleicht eher in die Stadt etwas essen, wo man auf der sicheren Seite ist.“ Verständlich, sagt Lück: „Einen Restaurantbesuch soll man schließlich genießen.“ Das ist natürlich auch im Fischerheim möglich, und künftig werde die Planung nun auch wieder erleichtert, ist Friedrich-Albert Lück froh. Die Auflagen, die es für die Gastronomie gibt, für das Fischerheim kein Problem. Die Tische seien ohnehin großzügig platziert, „jetzt ist der Abstand eben noch ein bisschen größer.“ Luftfilter habe er ebenfalls einbauen lassen, berichtet der Gastronom, der sich wünscht, dass sich alle an die Auflagen und Richtlinien halten: „Wir sollten alle dafür sorgen, dass es so bleibt.“ Dass der Besuch im Restaurant nach vielen Monaten der Distanz wieder möglich ist – die Freude ist groß. Auch bei Volkmar Rüsche, der im Café Kaffeeklatsch am Freitagmorgen einen Kaffee bestellt: „Trotzdem müssen wir uns alle auch erst wieder daran gewöhnen“, sagt der stellvertretende Bürgermeister. Am Abend werde er draußen im Wirtshaus das erste Mal wieder seinen Stammtisch treffen, erzählt er. „Ich bin gespannt.“

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