Skulptur vor der Volksbank erhält jetzt auch eine textliche Erläuterung

Marc Kostwitz von der Volksbank, Günter Lüsebrink und Graveurmeister Helmut Grünewald mit der Metalltafel, auf der es künftig auch eine textliche Beschreibung der Symbolfigur des Karl vom Ebbe gibt. - Foto: vom Hofe

meinerzhagen -  Seit jetzt schon 17 Jahren steht die bronzene Gussfigur im Herzen von Meinerzhagen: Mit beiden Beinen fest auf dem Boden, knorrig, ein typischer Sauerländer mit seiner Kiepe, dem Kittel, der Ballonmütze und der Pfeife im Mund, den Eichenstock fest in der Hand.

Von Horst vom Hofe

Karl vom Ebbe, ist eine vom unvergessenen Meinerzhagener Schützenoberst Fritz Sträter in den 60er Jahren kreierte Symbolfigur, die den Typus der hier lebenden Menschen auf unnachahmliche Weise verkörpert. Und doch gibt es wohl viele in der Regel jüngere Menschen und natürlich auch die Besucher von außerhalb, die beim Betrachten der lebensgroßen Skulptur vor der Hauptstelle der Volksbank nicht wissen, mit wem sie es da zu tun haben und welchen Hintergrund es für diesen „Hingucker“ gibt. Dem Informationsbedürfnis soll künftig Rechnung getragen werden: Vor der Figur, fest verankert im Boden, wird in der kommenden Woche eine schwere Metallplatte mit einer textlichen Erläuterung zur Figur des Karl vom Ebbe montiert.

Den Anstoß zu dieser Maßnahme gab ein echter Meinerzhagener Poahlbürger, als „Wettermacher“ der Schützen selbst ein Original, nämlich Günter Lüsebrink. Er hatte in der MZ gelesen, dass die Volksbank im Märkischen Kreis plant, ihre Meinerzhagener Hauptstelle an der Hauptstraße demnächst umzugestalten und von ihrem Erscheinungsbild noch attraktiver zu machen. Eine gute Gelegenheit das zu vollenden, was mit der Aufstellung der Bronzefigur des Karl vom Ebbe 1996 ihren Ausgang genommen hatte. Lüsebrink erinnerte in einem Brief an den Bankvorstand, dass der Schöpfer der Skulptur, der Bildhauer Michael Franke aus Erkelenz, seinerzeit selbst noch angeregt hatte, die Aufstellung der Figur mit einer textlichen Erläuterung zu versehen. Dazu war es aber dann irgendwie nicht mehr gekommen. Die Meinerzhagener hatten „ihren Karl“ -– und gut war’s.

Die Anregung von Günter Lüsebrink stieß beim heutigen Bankvorstand auf prompte Zustimmung. Der für den Bereich Meinerzhagen zuständige Markbereichsleiter Marc Kostewitz, selbst auch ein begeisterter Schütze und damit auch mit der Figur des Karl vom Ebbe bestens vertraut, freute sich am Donnerstag, den Vollzug melden zu können. Mit der Gestaltung der Tafel hatte man den Meinerzhagener Graveurmeister Helmut Grünewald beauftragt. Er übertrug den Textentwurf auf die Metall-Tafel, mit dem die vom Künstler Michael Franke geschaffene Figur beschrieben wird. Günter Lüsebrink fügte dem noch ein Zitat hinzu, das er Karl vom Ebbe in den Mund legte – natürlich in plattdeutscher Sprache: „Lü, kiek miek an un bliew es stohn. Un wann du noch ne Wiele waches dann kannst du dat Meinerzen Platt verstohn“. Zu hochdeutsch: „Leute, schaut mich an und wenn Du noch eine Weile wartest, dann kannst Du auch das Meinerzhagener Plattdeutsch verstehen.“

Und so hatte der Bildhauer Michael Franke seinen dann im Auftrag der damaligen Spar- und Darlehnskasse als Geschenk an die Meinerzhagener Bürgerschaft umgesetzten Entwurf des Karl vom Ebbe erläutert: „Die Figur des Karl vom Ebbe symbolisiert den typischen Sauerländer aus früherer Zeit, der mit der Kiepe durch das Land zog, um seine Erzeugnisse zu verkaufen oder Tauschgeschäfte zu tätigen. Da es sich um keine bestimmte Figur handelt, sondern um viele verschiedene Personen, ist die Figur in eine sauerländische Landschaft gestellt – sie ist gleichsam mit ihr verwachsen. Die Kiepe ist mit typischen Vertretern gefüllt: Handwerker wie Schmied, Stellmacher, Schieferklopfer, Bierbrauer, Schnapsbrenner und Bauer. In einer Hand und der Hosentasche befinden sich zwei Vertreter des Handels bei der Geldübergabe. Der Wanderstock symbolisiert Baum und Wald. Zwei Personen fällen den Stamm oder sägen vielleicht auch am Ast, auf dem sie selbst sitzen. So versucht der Entwurf die verschiedensten Eigenschaften des Sauerländers in einem humorvollen, übertragenen Sinne darzustellen. Weiterhin symbolisieren die „kleinen Menschen“ die Gemeinschaft der Sauerländer, das gegenseitige Stützen und Helfen und die Stärke, die in der Gemeinschaft liegt“. Soweit der Künstler zu seinem Werk. Für Marc Kostewitz von der Volksbank ist gerade Letzteres, das Stützen und Helfen in der Gemeinschaft, auch ein Anliegen, das der Geschäftsidee der Genossenschaftsbanken, wie sie auch die heimische Volksbank verkörpert, sehr nahe kommt. In diesem Zusammenhang verweist Kostewitz aktuell auch auf zwei Veranstaltungen: Den „Tag der Mitglieder“, zu dem die Volksbank am 2. und 4. Oktober in ihre Geschäftsstellen einlädt und die Mitgliederversammlung, die am 15. Oktober in der Stadthalle stattfindet.

„Ein Sinnbild für den guten alten Meinerzhagener“, nannte übrigens der damalige Bürgermeister Jürgen Pietsch anlässlich der Einweihungsfeier im Juli 1996 Karl vom Ebbe. Dem ist und bleibt auch aus heutiger Sicht nichts mehr hinzuzufügen.

Ergänzende Infos im Internet unter http://www.karl-vom-ebbe.de

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