Skilift-Betreiber stehen im Regen

Grau in Grau präsentiert sich die Situation derzeit am Skilift in Hardenberg. ▪ Raidt

Meinerzhagen ▪ Von „Saure Gurken-Zeit“ spricht Skilift-Betreiber Walter Jacobs mit Blick auf das trübe Regenwetter.

Gemeinsam mit zwei anderen Gesellschaftern betreibt der Rentner den Skilift Hahnenbecke. „Herzblut gehört dazu“, sagt Jacobs, der im Jahr 1963 den Skilift mitgründete. „Ich mache das, solange ich das kann und mag“, sagt er. Doch natürlich müsse das Engagement auch wirtschaftlich vertretbar sein.

Die Zeit zwischen 1975 und 1990 seien die besten Jahre gewesen, erinnert sich Walter Jacobs. Bis zu sieben Wochen Skibetrieb seien in den Spitzenzeiten in den 70er Jahren drin gewesen – „damals, als die Winter noch Winter waren.“ Selbst wenn diese Spitzen jetzt kaum noch erreicht werden: Zwischen zwei und drei Wochen Wintersportbetrieb braucht der Lift, um sich selbst zu tragen.

Vor zwei Jahren seien sogar „ein paar Euro übriggeblieben“, berichtet Jacobs. Zwischen 800 und 1000 Euro liegen die jährlichen Fixkosten für Tüv, Haftpflichtversicherung, Organisations- und Wartungskosten. Ob sie in diesem Jahr durch den Liftbetrieb gedeckt werden können, hängt von den nächsten Wochen ab.

Künstlich Schnee auf den Hang zu bringen lohne sich im Märkischen Kreis nicht, so Walter Jacobs: „Eine Schneekanone wäre wirtschaftlich absoluter Nonsens.“ Erst ab einer Höhe von 600 Metern könne man daran denken.

Auch Friedrich Wilhelm Koch, der den Skilift Hardenberg betreibt, nimmt das schlechte Wetter gelassen. „Wir machen das jetzt seit 44 Jahren“, sagt Koch. „Da haben wir schonmal ein paar Jahre nacheinander auf- und wieder abgebaut.“ In diesem Winter war sein Lift erst eine Woche lang geöffnet. „Es wäre natürlich in den Ferien schön gewesen für die Kinder“, sagt Koch. Die Skiliftbetreiber im Hochsauerland treffe es aber sicherlich schlimmer. „Die haben da ja viel mehr angelegt.“

In den nächsten zehn Tagen besteht für Liftbetreiber und Wintersportfans kaum Hoffnung: Der Wetterbericht sagt weiterhin Regen und Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt voraus. ▪ cra

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