Kein Grund zur Panik: Am Donnerstag heulen die Sirenen

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Im Einsatzleitwagen verfügt Michael Hymmen über das volle Informationsprogramm. Internet, Handynutzung, Meldeempfänger und die direkten Funksprüche der Kreisleitstelle laufen hier ein. 

Meinerzhagen - Es besteht kein Grund zur Panik, wenn am Donnerstag ab Punkt 10 Uhr die Sirenen im Meinerzhagener Stadtgebiet aufheulen. Anders als im Ernstfall, dient die Alarmierung durch die 14 Meinerzhagener Sirenen quasi als Probealarm.

Ein landesweiter Warntag soll die Bevölkerung sensibilisieren. Zum ersten Mal werden in ganz Nordrhein-Westfalen sämtliche Warnmittel erprobt. Ab 10 Uhr werden dazu zeitgleich in allen Kommunen die örtlichen Warnkonzepte getestet. Ziel des Warntags ist die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Themenfeld „Warnung“. 

Darüber hinaus gab und gibt es bereits im Vorfeld und auch aktuell umfassende Informationen und Tipps. Durch diese sollen die Bürger vorbereitet sein, im Ernstfall richtig zu reagieren und sich selbst helfen zu können. Hierzu zählt beispielsweise die Nutzung der offiziellen und kostenfreien Warn-App „Nina“ (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes). Der landesweite Warntag soll ab sofort künftig jährlich an jedem ersten Donnerstag im September stattfinden.

Beweggründe für die Einsetzung dieses Termins waren die unterschiedlichsten Ereignisse der vergangenen Jahre. Unwetter, Großbrände und andere Situationen haben den Verantwortlichen gezeigt, dass sich die Menschen oftmals nicht ausreichend gewarnt und informiert gefühlt haben. Vielen war sogar grundsätzlich nicht klar, welche Warnmittel es gibt, was die Warnsignale bedeuten und wie sie sich verhalten sollen. 

Während des Kalten Krieges wurden vom Zivilschutz der Bundesrepublik umfangreiche Systeme zur Bevölkerungswarnung aufgebaut. Die wichtigste Komponente waren Sirenen. Mit der politischen Entspannung einhergehend, wurde dieses System Ende 1992 außer Betrieb genommen. Rund 40 000 Sirenen übernahmen die Gemeinden damals kostenlos für die Zwecke des örtlichen Brand- und Katastrophenschutzes. So auch in Meinerzhagen, wo derzeit insgesamt 14 Anlagen ihren Dienst tun. Bei acht von ihnen handelt es sich dabei um den bekannten Sirenentyp E57: Mit seiner pilzförmigen Bauart fällt er auch auf dem Dach der Ebbeschule in Valbert sofort auf. Insgesamt sechs neue Sirenen mit jeweils vier Schalltrichtern komplettieren das Alarmierungskonzept. 

Zusätzlich zu den für Jedermann hörbaren Sirenenalarmen, der Nutzung der Warn-App und den Nachrichten in den unterschiedlichsten Medien nutzen die Einsatzkräfte eine weitere Quelle zur Information: digitale Meldeempfänger. Rund 100 stehen davon den Meinerzhagener Einsatzkräften zur Verfügung. Deren Verteilung auf die aktuell 193 Wehrleute erfolgt hauptsächlich nach taktischen, aber auch nach personellen Kriterien. Zugeordnet sind die Melder den einzelnen Einheiten so, dass grundsätzlich genau die Kräfte zum Einsatz gerufen werden, die man vor Ort benötigt. Bei der Benachrichtigung über den Meldeempfänger werden zudem bereits stichwortartig Informationen übermittelt. Machen Art und Umfang des Einsatzes es notwendig, werden die restlichen Wehrmitglieder auch über die Sirenen alarmiert.

Insgesamt ist durch die unterschiedlichen Systeme die umfassende Möglichkeit zur Information gegeben. Somit haben nicht nur die Einsatzkräfte die Chance zur effizienten Hilfe für die Betroffenen, sondern auch die Bevölkerung kann durch das eigene, richtige Verhalten ihren Beitrag leisten.

Mehr zum Thema, unter anderem auch die Signaltöne, gibt es auch im Internet unter www.im.nrw/themen/gefahrenabwehr/warnung-und-sirenen/warntag-nrw-was-ist-das

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