19-Jährige rächt sich an Ex-Freund - „Da sind bei mir alle Sicherungen durchgebrannt" 

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Plattfuß

Meinerzhagen – „Ich habe das Auto gesehen, da sind bei mir alle Sicherungen durchgebrannt. Er hat mich allein gelassen“, erklärte eine 19-Jährige im Amtsgericht Meinerzhagen, wie es zu den vier platten Reifen am Auto ihres Ex-Freundes gekommen war.

Als sie im November vergangenen Jahres mit ihren Freunden in Drolshagen unterwegs gewesen sei, hätte sie zufällig den ihr gut bekannten Wagen am Straßenrand stehen sehen. Gemeinsam mit ihren Begleitern hätte sie sich daran gemacht, die Luft aus den Rädern zu lassen, bis das Gefährt auf den Felgen gestanden habe, gab die Meinerzhagenerin an. Sie saß daher auch nicht alleine auf der Anklagebank, sondern teilte sich diese mit ihren vier Mitstreitern, drei aus Meinerzhagen, eine 19-Jährige aus Kierspe. 

Einer der Angeklagten gab an, nur mitgemacht zu haben, weil er froh gewesen sei, überhaupt mit den anderen unterwegs gewesen zu sein: „Ich war dumm und naiv, hatte keine Freunde.“ Alle Angeklagten bestätigten, dass der Fünfte im Bunde nichts mit den Reifen zu tun hatte. Aber: „Ich hab den rechten Außenspiegel und den Scheibenwischer abgebrochen. Ist halt so passiert. War ein bisschen Alkohol im Spiel“, gab der 19-Jährige ganz offen zu. 

Der Geschädigte berichtete im Zeugenstand, er habe das Auto erst einige Zeit vorher mit einem Motorschaden dort abgestellt. Die Angeklagte aus Kierspe, die seine damalige Freundin kannte, habe ihm WhatsApp-Nachrichten zukommen lassen, die die Täter ans Licht brachten. Dafür, so die Angeklagte, habe er versprochen, sie aus allem herauszuhalten. „Das war eine bescheuerte Idee“, brachte es der Richter auf den Punkt. Angesichts dessen, dass keiner Vorstrafen mitbringe, könnte der Prozess mit einer vorläufigen Einstellung des Verfahrens nach Jugendstrafrecht beendet werden. 

Als Auflage müssen drei der Angeklagten, die sich in einem Ausbildungsverhältnis befinden, jeweils 150 Euro zahlen. Die beiden Frauen ohne Arbeitseinkommen jeweils 15 Stunden gemeinnütziger Arbeit ableisten.

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