„Sharens“, die Schülergenossenschaft

Alexandra Retzlaff, Leonie Theobald, Laura Seitz, Mira Weiß und Lehrer Michael Hofmann (von rechts) machen sich für Sharens stark. Die Plattform bietet Schülern die Möglichkeit zum Austausch über soziale Themen. -  Foto: Benninghaus

Meinerzhagen - „Ein wirklich soziales Netzwerk“ – das ist Sharens. Denn die soziale Arbeit und soziale Themen und Erfahrungen stehen im Vordergrund, wenn sich die User – bis jetzt vor allem Meinerzhagener Schüler – auf der Website austauschen, Erlebnisse und Erfahrungen reflektieren.

Seit vergangenem Sommer wird Sharens als Schülergenossenschaft betrieben. Viel Arbeit steckten die „Netzwerker“ des Evangelischen Gymnasiums seitdem in ihre Firma. Jetzt sollen verstärkt Institutionen für die Kooperation gewonnen werden.

Die Schülergenossenschaft startete mit 29 Gründungsmitgliedern und verzeichnet seitdem ein erfreuliches Wachstum. 44 Mitglieder zählt Sharens aktuell. Die Mitgliedsanteile liegen mit über 100 deutlich höher. Jedes Mitglied muss mindestens einen Geschäftsanteil in Höhe von 10 Euro erwerben. „Wir haben auf jeden Fall mehr Anteile verkauft, als wir erwartet haben“, freut sich Sharens-Aktivistin Leonie Theobald. Der vernetzte Erfahrungsaustausch für Schüler ist die eine Seite von Sharens. Die Community soll aber auch von der Plattform profitieren, indem sie sich über Einrichtungen und Institutionen, bei denen soziales Engagement möglich ist, informieren kann. „Es geht um die Idee, mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu kommen. Wir möchten daher Institutionen für uns gewinnen, die sich auf der Homepage vorstellen und beispielsweise Praktikumsplätze anbieten“, wirbt Vorstandsvorsitzende Laura Seitz für die Sharens-Offensive.

„Wir sind so etwas wie Mittelsmänner“

Angesprochen werden sollen dabei vor allem die Institutionen, mit denen in Verbindung mit dem Diakonischen Praktikum, das am EGM in der Stufe Q1 durchgeführt wird, ohnehin eine Kooperation besteht. Zu den 46 Einrichtungen zählen Seniorenheime wie das Wilhelm-Langemann-Haus, die Caritas, aber auch Krankenhäuser, Kindergärten oder Behindertenwerkstätten. Kontakte bestehen von Lüdenscheid bis Olpe.

„Wir sind so etwas wie Mittelsmänner“, beschreibt Mira Weiß, während Michael Hofmann, neben Sabine Hegmann und Volker Schilmöller betreuender Lehrer, ein Ziel darin sieht, die Vergabe der Plätze für das Schulpraktikum eines Tages über Sharens laufen zu lassen. Wenn dabei beispielsweise Bewerbungen geschrieben werden müssten, fördere das auch die Selbstständigkeit der Schüler.

Das Ziel, Institutionen und Praktikanten zusammenzubringen, gelte aber durchaus über das Diakonische Praktikum des EGM hinaus. „Sharens ist daher nicht nur für Schüler des Evangelischen Gymnasiums gedacht. Die Einrichtungen brauchen ja nicht nur die Praktikanten unserer Schule“, betont Laura Seitz.

Interessant sei das Netzwerk auch für Jugendliche, die etwa ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren möchten. Auch hier biete sich die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch im geschützten Raum.

Viel Zeit haben die sieben Sharens-Hauptaktivisten in den letzten Monaten investiert und im Sharens-Büro im Raum 53 im Oberstufentrakt verbracht – „freiwillig nach der Schule. Dass sie das alles unter einen Hut kriegen, muss man ihnen sehr hoch anrechnen“, lobt Lehrer Michael Hofmann.

„Sharens“ gibt viel zurück

„Sharens ist anstrengend, aber es gibt viel zurück“, resümiert Laura Seitz und ihre „Kollegin“ Leonie Theobald ergänzt: „Man ist nicht in der Arbeitswelt, aber arbeitet trotzdem in ähnlichen Bereichen.“ Diese sind klar verteilt und bestehen aus Marketing, Verwaltung, Management, Finanzen und Design. „Da können wir auch für unser Berufsleben etwas mitnehmen“, sind sich die Schülerinnen sicher.

In Eigenregie sind auch die neuen Flyer entstanden, die in einer Auflage von 2500 Exemplaren gedruckt wurden und mit denen nun auch bei den Einrichtungen, Institutionen und künftigen Mitgliedern für das Projekt geworben werden soll.

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