MBG setzt auf „grünes Wohnen“

Nutzung der in der Umgebungsluft vorhandenen Wärme mittels Luft-Wasser-Wärmepumpen an der Schöppenkampstraße.

MEINERZHAGEN ▪ Energiewende in Deutschland. Der Ausstieg aus der Atomenergie ist beschlossen. Welche Auswirkungen das auf die Energiepreise haben wird, bleibt abzuwarten.

In der Tendenz aber muss mit weiter steigenden Preisen für Strom, Gas und Heizöl gerechnet werden. Da ist Energiesparen rund um die eigenen vier Wände angesagter denn je. Und was für private Eigenheimbesitzer sich mittlerweile messbar in Cent und Euro rechnet, wird sozusagen stellvertretend für seine Mieter vom größten heimischen Wohnungsbauunternehmen, der Meinerzhagener Baugesellschaft (MBG) beispielhaft praktiziert. „Grüner Wohnen schont Ressourcen und Geldbeutel“ lautet das Motto eines umfänglichen Maßnahmenpaketes rund um das Thema Energie.

Im Gespräch mit der MZ zeigt MBG-Geschäftsführer Oliver Drenkard an drei Beispielen die erstaunlichen Effekte für Umwelt und Mietnebenkosten auf.

Beispiel 1: Neubau Schöppenkampstraße 19a. In diesem 2010 fertiggestellten Acht-Familienhaus, barrierefrei gestaltet, mit Aufzug ausgestattet und daher alten- und behindertengerecht, wurden seitens der MBG höchste energetische Ausführungsstandards realisiert. Dies beinhaltet eine Anlage zur solarthermischen Warmwasserbereitung, Beheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die damit die in der Umgebungsluft natürlich vorhandene Wärmeenergie nutzbar macht, Fußbodenheizung, kontrollierte Wohnraumbe- und -entlüftung.

Das Ergebnis nach der ersten abgeschlossenen Winterheizperiode ist beeindruckend. Der jährliche Energieverbrauch fällt um fast drei Viertel geringer aus als bei einem vergleichbaren Neubau aus dem Jahr 2006. Die optimale Ökobilanz beinhaltet eine Ersparnis an umweltschädigendem Kohlendioxid von über vier Tonnen CO2 pro Jahr. „Das Gebäude zählt momentan zu den energieeffizientesten Mehrfamilienhäusern in Südwestfalen“, konstatiert mit Stolz der MBG-Geschäftsführer.

Die Mehraufwendungen von rund 90 000 Euro bei einer baulichen Gesamtinvestition von 920 000 Euro bedingen in der Vermietung gegenüber herkömmlichen Häusern leicht höhere Grundmieten. Dazu Oliver Drenkard: „Für die Mieter zeigt sich die Wirkung dieser Maßnahmen zunächst in stark verminderten warmen Betriebskosten und erhöhtem Wohnkomfort. Somit sind bei aktuellen Energiepreisen die höheren Aufwendungen für Mieter kostenneutral. Bei steigenden Energiekosten, wovon in der Zukunft in erhöhtem Maße auszugehen ist, wird sich die Rechnung zu Gunsten der Bewohner jedoch noch stärker verändern.“

Das gilt auch für

Beispiel 2: Sanierung der Häuser Dränkerkampstraße 18 - 34. Hierbei handelt es sich um Gebäude, die zum Teil bereits in den 60er Jahren gebaut wurden, somit zum Altbestand gehören. Im Rahmen einer umfassenden Sanierung der Mietwohnungen, die der deutlichen Verbesserung des Wohnkomforts dienen, setzte die MBG auch auf „1A-Energie-Effizienz“. Die Gebäude wurden mit einer hochwertigen Wärmedämmung, einer komplett neuen Heizanlage (Gasbrennwerttechnik) sowie neuen Fenstern und thermisch getrennten Ständerbalkonen ausgestattet.

Ergebnis: Der Heizenergieverbrauch konnte nach der Sanierung um rund 50 Prozent gesenkt werden: Von 155 KWh pro Quadratmeter im Jahr 2008 auf 77 KWh im Jahr 2010. Das erspart der Umwelt zudem die Menge von 47 Tonnen CO2 pro Jahr. Aktuell werden auf diese Weise auch die Gebäude mit den Hausnummern 36 bis 46 saniert. Vorgesehen ist zudem die Sanierung der Gebäude mit den ungeraden Hausnummern auf der Nordseite der Dränkerkampstraße.

Beispiel 3: Photovoltaikanlagen Birkeshöhstraße 35, 37 und 39. Schon seit 2005 werden diese Anlagen betrieben und liefern im Mittel einen Energieertrag von rund 25 000 KWh. Das entspricht einer CO2-Ersparnis von 15 Tonnen jährlich. Die MBG will weiter verstärkt auch in die Nutzung der Sonnenenergie mittels Photovoltaik und Solarthermik investieren. Ähnlich wie die Stadt, denkt auch das Wohnungsbauunternehmen daran, an der die Nutzung von eigenen Dachflächen auch interessierte private Investoren in Form von Bürgersolarbriefen zu beteiligen, kündigt Geschäftsführer Oliver Drenkard hier Aktivitäten für die nahe Zukunft an.

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