Sepa-Einführung: Autohaus Starke hat wichtigste Umstellungsarbeiten bereits erledigt

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Autohaus-Besitzer Oliver Starke (links) kann mit Gelassenheit der Einführung des neuen europäischen Zahlungssystems Sepa entgegensehen. Unterstützt von der Volksbank, im Bild Berater Jan Zanger, hat er die meisten Vorarbeiten schon geleistet.

MEINERZHAGEN - Zunächst hatte auch der Meinerzhagener Unternehmer Oliver Starke die mit der Einführung des neuen europäischen Zahlungssystems Sepa verbundenen erheblichen Umstellungen für die von ihm geleitete Firma als weitere und damit durchaus „ärgerliche bürokratische Belastung“ angesehen. Mittlerweile denkt er etwas anders.

Starke erkennt: „Das Ganze erscheint mir doch recht plausibel und sinnvoll!“ Und mit Erleichterung kann er gut ein halbes Jahr vor dem offiziellen Startschuss am 1. Februar 2014 feststellen: „Wir haben die wichtigsten Umstellungsarbeiten bereits erledigt.“

Sehr geholfen hat dem Chef des hiesigen Opel-Autohauses dabei die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seiner Hausbank, der Volksbank im Märkischen Kreis, wie er jetzt im Rahmen eines Pressegesprächs zum Thema Sepa betonte.

Starke hat das Angebot der Genossenschaftsbank genutzt, im Rahmen des sogenannten „Profi-Zahlungsverkehr-Programms“ seine gesamten Abläufe im Unternehmen im Zusammenhang mit dem Geldfluss einem fachmännischen Audit unterziehen zu lassen. Jetzt kann er sicher sein, dass es hier keine störenden Faktoren mehr gibt, mögliche Fehlerquellen ausgemerzt sind und dass vor allem auch mit Blick auf die Einführung von Sepa nunmehr alle wichtigen Voraussetzungen geschaffen sind. „Insofern war Sepa letztlich der Aufhänger, um auch andere Abläufe in unserem Haus zu optimieren“, so Oliver Starke.

Angepasst werden mussten mit Blick auf die Sepa-Einführung zum Beispiel auch die zahlreichen Lastschrift-Vereinbarungen, die es zwischen dem Autohaus und seinen Stammkunden gibt. Diese mussten mit Blick auf die neuen Vorschriften angepasst werden. Und dank des Einsatzes des „Profi-Cash-Systems“ seiner Hausbank konnte dieser auf den ersten Blick immense Aufwand binnen nur eines Arbeitstages erfolgreich umgesetzt werden.

Jan Zanger, Zahlungsverkehrsberater bei der heimischen Volksbank, leistete bei all den notwendigen Veränderungen und Anpassungen kompetente Hilfe auch für diesen Kunden. „Natürlich kann man alles auch selber in Eigenverantwortung regeln. Im konkreten Fall jedoch kann man nur dazu raten, sich durchaus auch externer Unterstützung zu bedienen,“ ist sein Rat und Angebot zugleich. So hat die Volksbank für alle Privatkunden, für Vereinsvertreter, aber eben auch für Unternehmen besondere Checklisten entwickelt, nach denen Punkt für Punkt abgehakt werden kann, was mit Blick auf das neue europäische Zahlungssystem zu beachten und zu tun ist.

„Das alles ist kein Hexenwerk, man muss sich nur einmal damit beschäftigen“, rät der für den Bereich Meinerzhagen verantwortliche Volksbank-Teilmarktleiter Marc Kostewitz. Noch ist Zeit, um dies ohne Druck in Ruhe erledigen zu können. Er weiß aber auch, dass längst noch nicht alle ihre Hausaufgaben schon so gut erledigt haben, wie Oliver Starke vom Meinerzhagener Opel-Autohaus. Daher sein dringender Rat: „Sprechen Sie uns rechtzeitig an und vereinbaren Sie einen Beratungstermin.“

Auch die Wirtschaftsverbände sind besorgt, dass manches Unternehmen den nahenden Zeitpunkt der Umstellung immer noch nicht im Blick hat. So warnt beispielsweise Jörg Scholtka aus dem Rechnungswesen des Branchenverbandes der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA): „Ab dem 1. Februar 2014 droht Unternehmen, die nicht Sepa-fähig sind, Zahlungsstillstand. Dann können auch Lohn- und Gehaltszahlungen eingefroren sein.“ Im schlimmsten Fall droht sogar die Pleite – ein Szenario, das Philipp Reimnitz, Bereichsvorstand Multinationale Unternehmen bei der Hypovereinsbank (HBV) Mitte Juni vor Firmenkunden skizzierte. Unternehmen, die nicht rechtzeitig umstellen, dürften von Februar 2014 an kein Geld mehr von ihren Kunden einziehen. Reimnitz: „Je nach Geschäftsmodell besteht also die Gefahr, dass solche Unternehmen schnell illiquide oder gar insolvent werden.“

Der ganz normale Verbraucher indes steht deutlich weniger unter Druck: Der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass Banken von Privatkunden bis Februar 2016 noch Aufträge mit alter Kontonummer und Bankleitzahl annehmen müssen. Wer aber beispielsweise als Privatmann selbst auch Vermieter ist und die Miete über eine Lastschriftvereinbarung einzieht, für den stellt sich ab 1. Februar 2014 genau die gleiche Erfordernis wie für Vereine und Unternehmen: Er muss sich, um weiter auf diese Weise am Zahlungsverkehr teilnehmen zu können, bei der Bundesbank eine Gläubiger-Identnummer beschaffen.

So oder so: Sepa kommt, der Countdown läuft. Man sollte vorbereitet sein! - Von Horst vom Hofe

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