A 45: „Sechsspuriger Ausbau erforderlich“

Das wünschen sich viele auch für die A 45: Einen sechsspurigen Ausbau der Autobahn.

SAUERLANDLINIE ▪ „Mobilität ist Zukunft“ lautet das diesjährigen Jahresthema der Deutschen Industrie- und Handelskammern.

Auch die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) beteiligt sich an diesem Thema mit besonderen Aktivitäten.

In ganz Deutschland wurden am 17. Juni Unternehmerinitiativen ins Leben gerufen, die sich für wichtige, jedoch bisher politisch nicht ausreichend wahrgenommene Straßenbauprojekte einsetzen.

„Der sechsspurige Ausbau der Autobahn A 45 zwischen Lüdenscheid und Hagen ist zwingend erforderlich. Dieser Streckenabschnitt stößt bereits jetzt regelmäßig an seine Kapazitätsgrenzen und ist sehr stark staugefährdet. Wie eine Studie des Verkehrsverbandes Westfalen belegt, wird sich diese Situation bis zum Jahr 2025 noch verschärfen“, betont Marc Simon, Vorsitzender des SIHK-Verkehrsausschusses sowie der neu gegründeten Initiative. Die A 45 wird zwar im Zuge des gültigen Bundesverkehrswegeplans zwischen Hagen und dem Westhofener Kreuz sechsspurig ausgebaut, doch für die Erweiterung des Abschnitts zwischen Lüdenscheid und Hagen gibt es noch überhaupt keine Planungen.

„Vor diesem Hintergrund ist es zwingend erforderlich, den sechsspurigen Ausbau des Streckenabschnitts zwischen Lüdenscheid und Hagen in die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans aufnehmen zu lassen und dort im vordringlichen Bedarf zu verankern“, so Simon.

Ziel der Initiative ist es, Politiker und Ministerien auf die Notwendigkeit einer Erweiterung dieser wichtigen Autobahn hinzuweisen, so dass ab 2012 mit der Planung des Abschnittes begonnen werden könnte.

„Wir haben jetzt schon eine Belastung der Autobahn, die oberhalb des Durchschnitts liegt”, sagt SIHK-Verkehrsexperte Jan Tornow. 80 000 Fahrzeuge rollen täglich über die teilweise nur vierspurige Autobahn, die Kapazitätsgrenze liegt bei 60 000. Bis 2020 wird der Personenverkehr um zehn Prozent und der Güterverkehr um fünfzehn Prozent steigen – Staus sind unausweichlich. Eine Studie des Verkehrsverbandes Westfalen zeigt, dass insbesondere das Teilstück zwischen Lüdenscheid und Hagen für Stillstand sorgen wird.

„Ausbau unumgänglich“

„Auf diesem Abschnitt ist absehbar, dass es besonders in Fahrtrichtung Hagen in Zukunft große Probleme geben wird”, sagt Professor Jürgen Steinbrecher, der die Studie 2007 durchgeführt hat. Deutschland ist ein Transitland und die A 45 als Durchreisestrecke für die Lastkraftwagen sehr beliebt.

„Viele Gewerbegebiete sind an der Sauerlandlinie angesiedelt und damit das so bleibt, ist der Ausbau zwischen Lüdenscheid und Hagen unumgänglich“, sagt Marc Simon. Festigt sich erst einmal das Bild, dass an der A 45 regelmäßig Stau herrscht, schwinde der Standortvorteil der Region. „Durch Staus können Firmen Liefertermine nicht einhalten. Das zieht Kosten nach sich.”

Die Unternehmensinitiative zum Ausbau der A 45 will das vitale Interesse der Region am Ausbau verdeutlichen, damit der Abschnitt Lüdenscheid-Hagen in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. Die A 45 ist die Lebensader der Industrieregion aber auch des touristischen Nahverkehrs.

„Wir wollen keine Sondermittel für den Ausbau, sondern die Aufmerksamkeit der Bundespolitik”, sagt SIHK-Geschäftsbereichsleiter Christoph Brünger. Das Projekt soll in den Wettbewerb um die finanziellen Mittel, die zum Ausbau der Straßen zur Verfügung stehen, gebracht werden, wenn 2015 der Bundesverkehrswegeplan neu aufgelegt wird.

Brünger: „Für das gesamte Autobahnstück zwischen Dortmund und Gießen sind 1,4 Milliarden Euro an Kosten geschätzt worden, davon allein 800 Millionen für den Neubau der Brücken.“ ▪ eb

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