Lieber zu Fuß gehen, statt im Eltern-Taxi chauffiert werden

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Morgens, 7.15 Uhr, Treffpunkt Viadukt: Zahlreiche Schüler der Grundschule Auf der Wahr sammeln sich hier, um, begleitet von Eltern, zur Schule zu gehen. Zu-Fuß-Gehen bedeutet weniger Eltern-Taxi-Chaos an der Schule, appellieren alle.

Meinerzhagen - Mütter-Taxis und Papa-Chauffeure, die den Nachwuchs bis zur Schultür bringen – vor den Schulen herrscht morgens oft Chaos.

Auch an der Grundschule Auf der Wahr ist das so. Hier zeigen Eltern und Kinder aber auch, dass es auch anders zur Schule geht – nämlich zu Fuß. „Hol- und Bringzone“ heißt das Zauberwort.

Treffpunkt Viadukt: An der Ecke Gerichtstraße/Gartenstraße/Heerstraße herrscht morgens um Viertel nach sieben ebenfalls Hochbetrieb – und zwar von Schülern. „Hier ist einfach eine Sammelstelle. Kinder kommen quasi aus allen Richtungen, wenn sie in der Nähe wohnen zu Fuß – viele Schüler werden aber auch von den Eltern mit dem Auto hierher an den Treffpunkt gebracht, beispielsweise aus Nordhellen, Wiebelsaat oder Hahnenbecke. Parkmöglichkeiten gibt es genügend“, berichtet Elke Born. Für die Mutter eines Viertklässlers steht ebenso wie für viele weitere Eltern fest: „Zu Fuß gehen ist besser!“

Passend zur Initiative „Elterntaxi stehenlassen!“, mit der das Deutsche Kinderhilfswerk und der Verkehrsclub Deutschland in dieser Woche werben, appellieren auch die Meinerzhagener Mütter und Väter, dass es auch andere Wege zur Schule gibt, als die mit dem Auto quasi bis vor das Klassenzimmer.

Aus Sicht von Elke Born ist die Einrichtung von Hol- und Bringzonen eine gute Sache: „Die Kinder treffen sich hier, gehen zu mehreren den Fußweg am Ehrenmal vorbei hinauf zur Schule und werden dabei auch immer von zwei bis drei Elternteilen begleitet.“ Die frische Luft morgens habe zudem auch einen positiven Nebeneffekt: „Wenn sie in der Schule ankommen, sind alle wach!“

Für die Schüler gehört der kurze morgendliche Marsch zur Schule einfach dazu: „Das ist cool! Wir lieben das!“, steht für Erstklässler Max fest. Dass viele Eltern ihre Zöglinge jedoch am liebsten so nah wie möglich an die Schule fahren möchten, weiß auch Schulleiterin Christiane Wagner. „Ich glaube, dass die Eltern heute ängstlicher geworden sind“, versucht sie das „Eltern-Taxi-Phänomen“ zu erklären. „Dabei sind wir in Meinerzhagen super aufgestellt. In den Kitas wird mit den Kindern der Fußgängerführerschein gemacht und mit der Polizei geübt“, betont sie. „Dann dürfen die Kinder auf einmal nicht mehr zu Fuß gehen, wenn sie in der Schule sind“, bedauert sie, weiß aber auch, dass es natürlich Ortsteile gibt, von denen der Fußweg zur Schule tatsächlich zu weit ist.

Da sowohl die Mosaikschule als auch die Grundschule Auf der Wahr deutlich anwachsen, ergebe sich auch dadurch eine veränderte Verkehrssituation. Fünf bis zehn Busse würden die Schulen täglich anfahren. Leider würden Eltern immer wieder versuchen, die Busse über die Gehwege der Anwohner zu überholen. Auch Anwohner der Waldstraße hätten sich beschwert, dass dort Eltern ihre Kinder aussteigen lassen und teils abenteuerlich ihre Fahrzeuge wendeten.

In einem Brief an die Eltern empfiehlt der Schulträger Eltern, Schulkinder an der Stettiner Straße aussteigen zu lassen. Auch der Schützenplatz biete hierzu eine Möglichkeit. Der Weg, den Schüler dann über die Straße Fumberg zurücklegen müssten, könnte nach der Einschätzung von Elke Born jedoch ebenfalls gefährlich werden. „Auf der Straße gibt es in diesem Bereich keinen Bürgersteig, die Kinder müssten über die Straße laufen, noch dazu in einer Kurve“, mahnt sie. Zu Fuß ab der Hol- und Bringzone ab dem Viadukt zu laufen, sei da weitaus unproblematischer und sicherer. Kontrolliert werden die Verkehrssituation und die Einhaltung der Verkehrsregeln an den Schulen auch von der Polizei, die ebenfalls an die Eltern-Rücksicht appelliert.

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