Nach mehr als 30 Jahren ist fürs Ehepaar Burja Schluss

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Zum Jahresende stellt das Schullandheim seinen Betrieb ein. 55 Jahre war es für viele Kinder eine beliebte Unterkunft.

Meinerzhagen - Das Schullandheim „Haus Lyck“ wird von der Eigentümerin kurzfristig zum Verkauf angeboten. „Am 31. Dezember ist für meine Frau und mich Schluss. Ich gehe dann in den Ruhestand, meine Frau hat bereits die Kündigung erhalten“, sagte Otmar Burja im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung.

Ab Ende dieses Jahres sind die beiden nach mehr als 30 Jahren Tätigkeit als „Herbergseltern“ nicht mehr für die Einrichtung in unmittelbarer Nachbarschaft zur Meinhardusschanze verantwortlich. Das waren sie in der Vergangenheit praktisch rund um die Uhr und vom Rasenmähen bis zur Verpflegung der Gäste aus der Herbergsküche. Im Durchschnitt waren es in guten Jahren rund je 6000 Übernachtungen, wobei auch Im Brannten die Gästezahl rückläufig war.

Am 1. Dezember 1962 wurde das Schullandheim der Stadt Hagen in Meinerzhagen eingeweiht. Bereits knapp zehn Jahre später gab es dann die erste Schreckensnachricht: Die Stadt Hagen äußerte erstmals die Absicht, den Betrieb des Schullandheims aufgrund ständig steigender Kosten abzustoßen. Elf Jahre später sollte es dann auch tatsächlich so weit kommen. Um die Einrichtung dennoch weiter betreiben zu können, gründete sich der Verein Schullandheimverein Meinerzhagen und übernahm ab dem 1. Januar 1984 eigenverantwortlich den Betrieb.

In dieser Konstellation wird das Haus auch zurzeit noch geführt. Haus- und Grundstückseigentümerin ist weiterhin die Stadt Hagen, welche dem Verein die unentgeltliche Nutzung gewährt und sich am Betrieb mit einem Jahreszuschuss beteiligt. Aber auch nicht unerhebliche Investitionen am und im Gebäude, wie beispielsweise zuletzt das neue Dach, wurden in jüngster Vergangenheit von der Eigentümerin getätigt.

Parallel zum beruflichen Abschied von Christel und Otmar Burja ist dem Vernehmen nach nun mittlerweile auch der Mietvertrag mit dem Schullandheimverein zum Jahresende gekündigt worden. Und auch hinsichtlich der Zukunft der Immobile sind bei der Eigentümerin erste Schritte vorgesehen. „Wir werden, wie in solchen Fällen üblich, die Immobile auf dem Markt anbieten“, erklärte Carsten Löhrke von der Stadt Hagen auf Nachfrage der MZ. Neben den Gebäuden sowie Freizeit- und Spielgeräten, zählt auch ein insgesamt rund 10 000 Quadratmeter großes Grundstück zum Angebot. Nach den geltenden planungsrechtlichen Vorgaben stünde etwa die Hälfte für eine bauliche Nutzung zur Verfügung.

„Mit dem Schullandheim haben wir uns bei der Frage der Unterbringung von Asylbewerbern vor längerer Zeit beschäftigt. Letztendlich mussten wir damals wegen anderer Lösungen das aber nicht weiterverfolgen“, sagte Bürgermeister Jan Nesselrath gegenüber der MZ. Im Hinblick auf die Zukunft der Einrichtung ergänzt er: „Zum derzeitigen Zeitpunkt gibt es noch keine konkreten Gedanken dazu, ob und wie eine Verwendung des Gebäudes durch die Stadt erfolgen könnte. Dieses wird mit den politischen Gremien zu besprechen sein. Im Übrigen benötigen wir noch entsprechende Unterlagen, zum Beispiel ein belastbares Gutachten, das den objektiven Wert des Gebäudes aus den 1970er- Jahren und eventuelle Risiken, welche mit ihm verbunden sein könnten, dokumentiert.“

Bei allen Gedanken, die sich die Verantwortlichen machen können, wird ein Aspekt – wie schon in Hagen – immer eine große Rolle spielen: Die eigenständigen finanziellen Möglichkeiten einer Kommune im Haushaltsausgleich sind generell äußerst begrenzt.

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