Joel Lück und Alina Jung regieren die Jungschützen

Auf den Schultern trugen die Jungschützen ihren neuen Prinzen Joel Lück vom Schießstand. Der 22-jährige Industriekaufmann war mit dem 69. Schuss Brennecke erfolgreich. -  Foto: Steller-Lübke

Valbert - Wessen Jubelschreie lauter ausfielen, ließ sich kaum ausmachen: Die Zuschauer am Sonntag an der Vogelrute freuten sich ebenso wie Joel Lück über seinen finalen Treffer beim Prinzenvogelschießen.

Mit dem 69. Schuss Brennecke holte der 22-jährige Industriekaufmann den Holzrest aus dem Kugelfang und ist damit neuer Prinz im Ebbedorf.

Knapp 50 spannende Minuten zielten die zunächst acht Jungschützen auf den Vogel. Nach den Eröffnungsschüssen des amtierenden Prinzenpaares Jean-Philipp Siegers und Jana Schöneberg und einer Runde Kleinkaliber spannte Thomas Müller direkt auf die große Munition um – angesichts des heftigen Schauers freuten sich auch die Zuschauer über diese Entscheidung. Nachdem Marius Mann, Alexander Pies, Philip Münch und Christopher Sauer sich zwischenzeitlich aus der Aspirantenliste streichen ließen, nahmen am Ende Tobias Frey, Lennart Schipper, Kevin Raffenberg und Joel Lück den Holzvogel Stück für Stück auseinander.

Was Joel Lück nach seinem Treffer um 17.10 Uhr in der Hand halten konnte, war nur noch ein halber Rumpf. „Ich habe nach meinem vorletzten Schuss schon gar mehr geglaubt, nochmal dran zu kommen“, sagte Lück, der bereits im letzten Jahr zu den Aspiranten gehörte. Zu seiner Prinzessin wählte der 22-Jährige seine Freundin, die gleichaltrige Studentin Alina Jung.

Joel Lück heißt der neue Prinz

Das 60. Prinzenvogelschießen in der Geschichte des Vereins und die Krönung der neuen Majestäten am Sonntag war der Abschluss des zweiten Festtags, der bereits am Vormittag mit einem gemütlichen Frühschoppen auf dem Denkmalsplatz begonnen hatte. Dabei kürten die Valberter Schützen zum ersten Mal einen Frühschoppenkönig. In lockerer Reihenfolge warf jeder der wollte mit Tennisbällen auf den Styroporvogel. Jacques Hiber durfte sich am Ende als erfolgreicher Werfer über eine Streifen Wertmarken freuen. Den gleichen Preis erhielt auch Frank Müsse, der die Schützenlotterie gewann, bei der anhand von Fotos sechs Örtlichkeiten entlang der L 539 zwischen Breddershaus und Grotewiese benannt werden mussten.

Ausklang mit großer Party

Beim Antreten am Nachmittag öffnete Petrus zum ersten Mal seine Schleusen. Im Nieselregen ließ Oberst Dirk Pies („Ich sehe alles, ich höre alles, ich vergesse nichts“) seinen Hauptmann Klaus Haferkorn marschieren. „Der Fahnenauszug gestern Abend sah aus, als hättest du das Schlaflied ,La le lu’ in den Ohren.“ Auch Prinzenadjutant Lennart Schipper erhielt eine Strafe (zwei Runden zügig um den Block) für das Tragen einer roten Fliege und für die Sonnenbrille tragende Fahnengruppe der Jungschützen („Darf ich vorstellen: Die erste Boygroup des Schützenvereins Valbert!“) ging’s in den Liegestütz.

Großes Fest im Ebbedorf

So spaßig Oberst Dirk Pies sich beim Antreten zeigte, so ernst war er bei der Kranzniederlegung und dem Gedenken der Opfer von Gewalt und Krieg, der rassisch, religiös und politisch Verfolgten und all jener, die Widerstand gegen Gewaltherrschaft leisteten, am Ehrenmal. „Viele fragen sich sicher, ob es noch zeitgemäß ist, einen solchen Festakt im Rahmen des Schützenfestes abzuhalten. Wir Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber wir sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird“, sagte Pies unter dem Beifall der Anwesenden. „Es ist schön, in Frieden zu ruhen, aber es ist besser, in Frieden zu leben. Lernen wir, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.“

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