Im Gespräch mit dem amtierenden Königspaar

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Für zusätzliche Unterstützung sorgten diesmal erstmals zwei Gästepaare, die immer an der Seite von Peter und Petra Herrmann waren: Manuela und Friedhelm Zahnke sowie Thomas Faber und Silke Barre.

Meinerzhagen – Keine Frage: Wer Schützenkönig Meinerzhagens werden will, braucht immer ein Quäntchen Glück. Doch am 6. August 2012 schien dieses Glück ganz bewusst einen Mann getroffen zu haben, der sich selbst ein klares Ziel vor Augen gesetzt hatte: „Ich habe immer gesagt: Einmal probier ich´s – und entweder es klappt oder nicht“, sagt Peter Herrmann im traditionellen Regenten-Gespräch mit der MZ.

Von Frank Zacharias

Gemeinsam mit Ehefrau und Königin Petra schaut der 49-Jährige mehr als zufrieden auf die vergangenen beiden Jahre als Majestäten zurück – und dabei blickt das Paar auch voller Vorfreude auf den Höhepunkt seiner Regentschaft.

Es war der 27. Schuss auf den Königsvogel, der Anfang August 2012 das Leben der Herrmanns für die nächsten zwei Jahre verändern sollte – mindestens. Denn dass so eine Königswürde nachwirkt, das wissen all jene, die sie bereits inne hatten.

„So etwas erlebt man einmal – und es ist nicht mehr zu toppen“, wissen die passionierten Bayern-München-Fans, die ihrem Lieblingsclub durch die Stadien ganz Europas folgen. Doch abseits der Fußballleidenschaft war es in den zurückliegenden 24 Monaten vor allem die Liebe zum Meinerzhagener Schützenwesen, die das Königspaar Peter und Petra Herrmann immer wieder begeisterte.

„Wir haben nicht einen Cent bereut, der uns dieses Schützenfest gekostet hat“, sagt das Paar. „Wir wurden mit offenen Armen empfangen und in einer super Gemeinschaft aufgenommen!“

Dabei deutete zunächst kaum etwas auf eine Schützenkarriere Peter Herrmanns hin: Wenn auch sein Vater Siegfried bereits die Salutkanone „Dicke Berta“ fuhr und damit bereits regelmäßig in direktem „Kontakt“ zu den Blaukitteln stand, so lief Sohn Peter doch erst im Alter von 15 Jahren beim Fest mit.

„Ich war ein echter Spätstarter“, gibt der aktuelle König zu – und dankt rückblickend auch noch Achim Kessler, jenem Nachbarn also, der ihn einst überredet hatte, als „Kind der Leye und Birkeshöh“ beim Festzug mitzugehen. Seither verpasste Peter Herrmann kein einziges Fest mehr. Der Gedanke, das Gewehr irgendwann einmal selbst auf den Holzvogel anzulegen, reifte aber erst spät. „Von der Idee bis zum Entschluss dauerte es noch einmal zehn Jahre“, erinnert er sich. „Es musste halt passen.“

Und spätestens mit der klaren Ansage von Ehefrau Petra war vor zwei Jahren dann klar, dass er es endgültig wissen wollte: „Schatz, ich liebe dich – hol mir das Ding jetzt runter!“ Und so geschah es dann.

„Eigentlich habe ich das erst richtig realisiert, als die Ersten an mir rumgerüttelt haben“, so Peter Herrmann, der sich immerhin bei einem rekordverdächtigen Kandidatenfeld von elf (!) Schützen als künftige Majestät durchsetzte.

„Das erste Fahnenwasser habe ich dann verschüttet, beim zweiten ging’s dann“, blickt Herrmann zurück. Die Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr standen vor dem Schießstand und waren nach dem Königsschuss die ersten, die dem glücklichen Schützen gratulierten. Eine endlose Gratulantenschar folgte – Erlebnisse, die sich in der Erinnerung des Ehepaars Herrmann eingebrannt haben.

Der sonst eher zurückhaltende Peter Herrmann, der sich nie in den Vordergrund drängelt, war von einem Tag auf den anderen prominent – und auch Königin Petra zählte plötzlich zur Lokalprominenz: „Ich werde im Supermarkt immer noch als Majestät angesprochen“, sagt sie und lacht.

Und natürlich wollten es sich auch die Kollegen der Firma Otto Fuchs nicht nehmen lassen, dem Königspaar zu huldigen: Am ersten Arbeitstag nach dem Königsschuss erwartete den Schlosser eine grün-weiß geschmückte Werkbank und auch der Arbeitsplatz der kaufmännischen Angestellten Petra Herrmann zeugte von ihrem neuen „Amt“.

Die Verpflichtungen, die ein Königspaar traditionell hat, haben die Herrmanns nie als Last, sondern immer als einmalige Chance gesehen, ihre Leidenschaft für die Schützentradition zu leben. Als besonderen Höhepunkte nach dem Schützenfest 2012 nennen die Herrmanns etwa den ersten Besuch im Altenheim, „bei dem sich die Leute unheimlich gefreut haben, uns zu sehen“, wie sich König Peter erinnert. Aber auch die Schützenfeste der befreundeten Vereine seien schöne Erlebnisse gewesen, die das Paar nicht mehr missen möchte.

Unterstützt wurden die Herrmann in dieser Zeit natürlich von Königsadjutant Harald Decker, der den Kontakt auch in solchen Phasen aufrecht erhält, wenn es mal keine Termine oder Verpflichtungen gibt. „Nach dem Schützenfest und den ersten offiziellen Dingen fällt man schon mal in ein Loch“, weiß er aus Erfahrung. Da tue es gut, eine Rückmeldung aus dem Vorstand zu bekommen.

Für zusätzliche Unterstützung sorgten diesmal erstmals zwei Gästepaare, die immer an der Seite von Peter und Petra Herrmann waren: Manuela und Friedhelm Zahnke sowie Thomas Faber und Silke Barre. „Das lockert die Sache einfach auf. Man hat immer jemanden, den man gut kennt – auch, wenn der Vorstand natürlich ebenso hilfreich zur Seite steht“, sagt Friedhelm Zahnke.

Es waren bewegende und bewegte zwei Jahre der Regentschaft – „aber der Höhepunkt kommt ja noch“, freuen sich Peter und Petra Herrmann auf das Schützenfest, bei dem sie noch einmal im Mittelpunkt stehen werden. Darauf freuen sie sich genauso wie ihre Gästepaare, der Vorstand und natürlich alle Blaukittel, die dem 2. August 2014 bereits seit zwei Jahren entgegenfiebern. „Das ist einfach toll – das größte Klassentreffen Meinerzhagens!“

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