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Schützenfest in Meinerzhagen: Königspaar blickt zurück

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Von: Simone Benninghaus

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Thorsten und Christine Tump regieren seit vier Jahren die Meinerzhagener Schützen.
Thorsten und Christine Tump regieren seit vier Jahren die Meinerzhagener Schützen. © Beil, Jürgen

Dass das Meinerzhagener Schützenfest vor zwei Jahren nicht gefeiert werden konnte, davon profitiert zumindest Annika, die kleine Tochter des amtierenden Meinerzhagener Königspaares Thorsten und Christine Tump. Als ihre Eltern als neue Majestäten bejubelt wurden, erlebte sie diesen Moment als fast Zweijährige auf dem Arm ihrer Mama. Jetzt freut sich die baldige Erstklässlerin auf das Fahren in der Königskutsche. „Beim letzten Fest war Annika knapp zwei, jetzt wird sie eingeschult. Daran sieht man doch, wie viel Zeit wirklich vergangen ist“, sagt Königin Christine Tump.

Meinerzhagen – Normalerweise erzählen viele scheidende Majestäten, dass ihre Regentschaft wie im Flug verging, wenn sie zurückblicken. Bei Thorsten und Christine Tump ist das rechnerisch betrachtet nicht der Fall. Als Würdenträger mit einer vierjährigen Amtszeit werden sie in die traditionsreiche Meinerzhagener Schützengeschichte eingehen.

Kleinere Aktionen in der Corona-Zeit

Verloren gegangen sei ihnen durch die Corona-Zwangspause jedoch nichts, resümiert König Thorsten Tump: „Wir sind in diesem Jahr nach dem Winter-Lockdown an ähnlicher Stelle wieder gestartet, wo wir vor zwei Jahren aufgehört haben.“ Die Frühjahrsgeneralversammlung führte die Schützengesellschaft zu Beginn des Jahres 2020 noch durch, ehe das Virus das gesellschaftliche und öffentliche Leben lahmlegte.

Als es möglich war, seien draußen dennoch viele kleinere Aktionen und Treffen durchgeführt worden, sagt Thorsten Tump. Er und seine Ehefrau und Königin Christine besuchten so beispielsweise zusammen mit dem Vorstand der SGM einzelne Nachbarschaften, die am eigentlichen Schützenfestwochenende vor zwei Jahren in kleiner Runde feiern durften. „Dafür hatten wir sogar mehr Zeit, da es ja kein weiteres Programm gab“, gelang es den Majestäten und allen weiteren Vorstandsmitgliedern und Blaukitteln, das Beste aus dieser Ausnahmesituation zu machen: „Es war schön zu erleben, wie in kleinen Gruppen trotz der Beschränkungen gefeiert wurde.“

Königswürde ist eine besondere Ehre

Unabhängig von der unvorhersehbaren Verlängerung ihrer Amtszeit, die Thorsten und Christine Tump erlebten: Die Königswürde in der Volmestadt zu erringen, ist eine besondere Ehre und tiefer Wunsch manch eines Blaukittels. Auch bei König Thorsten Tump war das so: „Dass wir das gerne realisieren wollten, darüber hatten wir schon vor vielen Jahren gesprochen. Das war bei uns gesetzt“, so der 49-jährige, der im „wirklichen Leben“ als Verkaufsleiter bei der Firma Abus Krantechnik in Gummersbach arbeitet. Der Eltern-Plan sah jedoch vor, dass Töchterchen Annika etwas älter sein sollte. Größer war allerdings der Wunsch, dass der eigene Vater, Ludwig Tump, seinerzeit 82 Jahre alt, die Regentschaft seines Sohnes miterleben sollte. Am Abend des Schützenfestsonntags kam das Thema Königsschießen daher erneut auf. „Du hast gesagt ,Dann müssen wir es jetzt machen’“, erinnert sich Thorsten Tump mit seiner Frau gern an den endgültigen Entschluss, der schließlich zum Kauf der Königskarte führte – und damit unweigerlich auch zu reichlich Nervosität am darauffolgenden Montag. „Ich habe Christine gesagt, dass sie mich genau an diese Aufregung erinnern soll, wenn ich jemals noch einmal auf die Idee kommen sollte, eine Karte zu kaufen“, schmunzelt der Meinerzhagener. Denn dass es im ersten Anlauf klappen würde, damit hatte er nicht gerechnet.

Zunächst ein kleines Erschrecken nach dem Siegtreffer

An das einschneidende Ereignis am 6. August 2018 um genau 18.22 Uhr kann sich Thorsten Tump noch genau erinnern. Zunächst sei es ihm wie vielen seiner Vorgänger gegangen: „Da war zunächst nicht der direkte Jubel, sondern ein kleines Erschrecken und der Gedanke ,Oh je, er ist tatsächlich runtergefallen’“. Ein paar Minuten habe dieser Schreck gedauert – „genau kann ich das nicht mehr sagen, ob es zwei oder zehn waren“ – dann sei die unbändige Freude aufgekommen. Sie hielt während der gesamten, doppelt so langen Regentschaft an: „Ich habe es keine Sekunde bereut“, resümiert Thorsten Tump wenige Tage bevor er die Königswürde an einen Nachfolger übergeben wird: „Wir hatten eine tolle Zeit.“

Die Krönung - ein einzigartiger Moment

Dass sich der große Wunsch ihres Mannes gleich beim ersten Versuch erfüllen würde – ernsthaft hatte auch Chistine Tump nicht daran geglaubt. Die Majestätenwürde in Meinerzhagen zu übernehmen, das sei der Traum ihres Mannes gewesen, sagt sie. Die Erkenntnis, dass die Vorstellung Realität geworden war, traf Christine Tump schließlich während eines einzigartigen Momentes für jedes neue Königspaar: „Als wir raus sind zur Krönungszeremonie und ich sah, wie dort unter anderem mein Schwiegervater und unsere Freunde mit den Fackeln standen, habe ich gedacht ,Wow, wie genial ist das denn, dass sich alle mit uns freuen’“. Ab da begann auch Christine Tump, ihre Regentschaft in vollen Zügen zu genießen. „Erst habe ich gedacht, das machst du deinem Mann zuliebe. Doch das ist nicht so, es ist auch für die Frau eine tolle Zeit“, blickt die 44-jährige Projektleiterin der Firma Busch und Müller zurück.

Schützenfest aus einer anderen Perspektive

Viele unvergessliche Erinnerungen haben sich Thorsten und Christine Tump während ihrer Regentschaft geschaffen – die emotionalsten Momente erlebten sie jedoch unmittelbar nach dem entscheidenden Treffer vor vier Jahren. Er habe viele Dinge erlebt, die er vorher als Blaukittel nicht gekannt habe, so der König: Dazu gehörte das Aufmalen der Krone vor dem geschmückten Haus wie der Empfang durch die Nachbarn: „Ein Erlebnismodus, aus dem man an dem Abend gar nicht mehr rauskommt. Das war beeindruckend.“ Auch die Zeit im Kreis der Schützengesellschaft hat das Paar genossen. „Ob im kleinen Kreis oder in der großen Gemeinschaften wie beispielsweise bei den Ehrendamentreffen – es gab tolle Erlebnisse“, steht für die Regenten fest. Das Highlight steht jedoch noch bevor. „Jeder Schütze kennt den Ablauf und weiß, was alles so passiert, doch wir dürfen das nun aus einer anderen Perspektive erleben und bekommen eine ganz andere, neue Sicht auf das Schützenfest. Wir haben viele tolle Menschen kennengelernt, die wir sonst nicht getroffen hätten“, sagt Thorsten Tump, der sich auf das große Fest freut, bei dem auch Königsvater Ludwig Tump dabei sein wird: „Wir haben alles richtig gemacht, und uns steht jetzt noch eine tolle Zeit bevor.

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