Schützen im Anmarsch auf dem Kreisverkehr

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Stahlbauer Frank Lüttringhaus (Mitte) mit seinen beiden Söhne Kim (l.) und Jascha gestern beim Aufstellen der zweiten von insgesamt zehn Schützenfiguren auf dem Kreisverkehrsrondell am Schützenplatz. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Für den Stahlbaubetrieb von Frank Lüttringhaus bedeutet dieser Auftrag „eine große Ehre und Verpflichtung zugleich“, wie der Firmenchef des Familienhandwerkbetriebs betont.

Im November verlegte er seine Werkstatt vom Hintersten Berg in Kierspe an die Derschlager Straße in Meinerzhagen in die ehemaligen Räume der Kartonagenfabrik von der Linnepe. Auf hochwertige Stahlbauarbeiten für Außen und Innen ist das Unternehmen spezialisiert. „Auftragsarbeiten werden bei uns noch mit Liebe zum Detail in echter Handarbeit gefertig“, beschreibt Lüttringhaus sein Kredo.

Jetzt konnte der Kiersper ein Projekt ausführen, mit dem er sich an seinem neuen Firmenstandort eine ganz besondere Visitenkarte verschaffen kann – sozusagen von bleibendem Wert für die Ewigkeit: Der Stahlbaubetrieb setzt die Idee zur künstlerischen Ausgestaltung des neuen Kreisverkehrsplatzes am Brannten um. In unmittelbarer Nähe zum Schützenplatz wird eine Figurengruppe ihren Platz finden und Auswärtige wie Einheimische in besonderer Weise auf die über 425-jährige Schützentradition der Volmestadt hinweisen.

„Als dieser Auftrag von der Stadt an uns herangetragen wurde, war es für uns Ehrensache: Außer den reinen Materialkosten wollten wir dafür kein Geld. Das machen wir für die Allgemeinheit!“ erzählt Christine Lüttringhaus, die Ehefrau des Stahlbauers, die im Betrieb für Organisation und Verwaltung zuständig ist. Solches Engagement hat Frank Lütringhaus mit seinem Unternehmen schon des Öfteren unter Beweis gestellt, zum Beispiel bei Projekten in Zusammenarbeit mit heimischen Schulen, so zuletzt auch der Hauptschule Meinerzhagen.

Die Vorlage für die Figurengruppe lieferte mit Thomas Walther ein Experte in zweifacher Hinsicht: Er ist Architekt und als Fahnenjunker der Schützengesellschaft zudem auch mit der Schützensache verbunden. Die Silhouetten von acht Schützen mit Holzgewehr, Kittel und Mütze, dazu ein Fahnenträger und mit einer Höhe von 2,70 Metern auch optisch dominierend die Symbolfigur Karl vom Ebbe, jede Figur auf einem Betonsockel, abgestuft in Reihe, sozusagen im Anmarsch zur Vogelrute. So der Entwurf.

Wetterfest und beständig musste das Material sein, robust, standfest, dabei gut anzusehen, so wie die Meinerzhagener Blaukittel eben. Die Materialwahl war klar: Cortenstahl, ein Edelstahl, der unter dem Einfluss der natürlichen Witterung eine besonders schöne Form von Patina entwickelt – bräunlich schimmernd.

Per Laserstrahl wurden die Figuren aus dem 20 mm dicken Stahl geschnitten. Danach wurden sie gesandstrahlt – eine wichtige Voraussetzung für die später gewünschte Oberflächenbeschaffenheit. Danach erfolgte das Zusammenschweißen von Figur, Sockelplatte und zwei Stützen. Mit insgesamt 80 Ankern werden die zehn Figuren mit den Betonsockeln fest verbunden. Unterstützung findet das Aufstellen durch zwei weitere Meinerzhagener Betriebe: Holz Meeser übernimmt den Transport der besonders großen und somit schweren Figuren des Karl vom Ebbe und des Fahnenträgers. Karl bringt allein stattliche 300 Kilo auf die Waage. Dachdecker Karsten Köhler stellt seinen Kran zum Aufstellen zur Verfügung. Die ersten zwei Schützenfiguren stehen schon am Platz, ihre sechs Kameraden folgen in Kürze. Am Samstag ab 9 Uhr wird die Gruppe mit den beiden größten Figuren komplettiert. Noch vor dem Schützenfest soll es dann eine offizielle Einweihungsfeier geben. ▪ -fe

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