Rinkscheid feiert neuen König Kai Wittkop

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Der neue Rinkscheider König heißt Kai Wittkop. Mit dem 365. Schuss brachte er den Holzadler zu Fall. Zu seiner Königin wählte er seine Frau Katja. ▪

RINKSCHEID ▪ Erleichterter Jubel nach rund knapp zwei Stunden Spannung: Mit dem 365. Schuss erfüllte Kai Wittkop sich am Samstag den lange gehegten Traum von der Regentschaft.

Zu seiner Königin wählte der 37-jährige Bilanzbuchhalter und 2. Vorsitzende des Rinkscheider Schützenvereins seine Frau Katja. Das Paar wohnt zusammen mit dem 17-jährigen Sohn in Valbert. Mit dem Erfolgstreffer ging an der Rinkscheider Vogelrute ein recht eigenwilliger Wettkampf zu Ende.

Der Holzvogel wurde diesmal auf sehr ungewöhnliche Weise „zerlegt“. Es fing schon damit an, dass mit dem 24. Schuss die Krone zu Boden segelte. Schütze Hans-Peter Turk hatte zwar auf den Apfel gezielt, freute sich aber trotzdem über den Erfolg. Den Apfel sicherte sich Reiner Scharpe mit dem 32. Schuss, das Zepter ging mit dem 45. Schuss an Gerd Heinze. Ob’s am Wind lag, der zwischendurch auffrischte, oder die Sonne blendete – jedenfalls wurde der Vogel Schuss um Schuss in der Mitte durchtrennt, obwohl die Schützen auf die Flügel zielten.

Kai Wittkop König in Rinkscheid

„Gleich brauchen wir Flutlicht“, scherzte schon einer, als lange Zeit nur vereinzelt ein paar Holzspäne durch die Luft segelten, und die Zeit ohne nennenswerte Veränderungen verging. Statt des Flügels verlor der Vogel schließlich den unteren Teil seines Rumpfes. Bald war er soweit in Mitleidenschaft gezogen, dass klar war: die Flügel bleiben dran. Und tatsächlich - nach rund einer Stunde und 50 Minuten rauschte der Rest des Adlers am Stück zu Boden, und das neue Königspaar wurde bejubelt und gebührend gefeiert. Nachdem zu Beginn des Schießens 24 Schützen auf die Insignien angelegt hatten, blieben zuletzt neben dem späteren König als ernsthafte Anwärter Frank Valenthorn, Frank Klinge, Stefan Valenthorn und Christian Schulte („Brötchen“) „im Rennen“.

Die Rinkscheider Schützen freuten sich zum Festauftakt über weitgehend angenehmes Schützenfestwetter: Es blieb abgesehen von wenigen kurzen Schauern trocken. Der Schützenfest-Samstag begann mit dem Antreten vor der Halle und dem Umzug durch den Ort, musikalisch begleitet vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Hemer und dem Musikverein „Lyra“ Altenhof.

Nach dem Abholen der Fahnen kletterte die gesamt Gesellschaft nebst Musikkapellen in zwei Busse und begab sich auf die Reise nach Vorderhagen zur Residenz des zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden Königspaars Carsten und Martina Hoff. Am Ortseingang formierte sich der Zug wieder und legte den Rest des Wegs zu zünftiger Marschmusik auf Schusters Rappen zurück. Natürlich war schon alles für einen geselligen Umtrunk vorbereitet und das Königspaar nebst Hofstaat, Nachbarn und Freunden erwartete die Schützen.

Nachdem alle trockenen Kehlen mit kühlen Getränken versorgt und die Schützen sich ein wenig ausgeruht hatten, ging’s zurück nach Rinkscheid, wo der Festzug durchs Örtchen folgte. Am Nachmittag versammelten sich schließlich alle an der Vogelrute, um den neuen Regenten zu ermitteln. ▪ ps

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