Schülerpraktikum ein Gewinn für alle

+
Auch in der Lehrwerkstatt der Firma Fuchs erlebten die Schüler einen Arbeitstag. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Ein ausgesprochen positives Echo erhielten die Betreuungslehrerinnen und -lehrer der Städtischen Realschule bei ihren Besuchen während des dreiwöchigen Berufspraktikums.

So zeigten sich die Neuntkläßler angetan von den Möglichkeiten, in heimischen Firmen, Institutionen und Betrieben ihre berufspraktischen Fähigkeiten zu testen und sich im Umgang mit neu.en Kolleginnen und Kollegen zu üben. Traditionell liegt der Termin für das Praktikum in den ersten drei Wochen nach den Osterferien.

Organisatorin Kerstin Halbe:

„Das hat sich bewährt und viele Betriebe hatten sich auch diesmal mit Plätzen für unsere Schüler angemeldet. Allerdings gibt es auch immer wieder Jugendliche, die die Initiative ergreifen und sich frühzeitig selbst um eine Praktikumsstelle bemühen. Da sind wir flexibel und gehen auch auf besondere Wünsche ein.“

Dass diese ersten Eindrücke in der Berufswelt für die Schüler enorm wichtig sind, zeigt sich immer wieder. Manche Jugendliche freuten sich schon sehr auf diese Zeit ohne Unterricht, einige waren im Vorfeld bei den Vorbesprechungen in den Unterrichtsstunden auch skeptisch oder wussten schlecht einzuschätzen, was sie erwartete. In Einzelfällen wurde auch schon eine Stelle mit Blick auf den späteren Ausbildungsplatz gewählt.

Ein breites Spektrum unterschiedlicher Bereiche bot sich den jungen Leuten, die begeistert und offen ans Werk gingen. Während einige die erzieherischen Berufsfelder wählten, wurden andere im kaufmännischen Bereich eingesetzt. Aber auch betrieblich-technische Möglichkeiten wurden von den Schülern genutzt. Schüler suchten sich ihren Platz bei den Sparkassen und Banken.

Im Kindergarten Arche in Marienheide freute sich Celine über Fingerpuppen, bei deren Herstellung sie den Kindern half, während ihr „Kollege“ Nick in der Rappelkiste sofort das Vertrauen der Kleinsten gewonnen hatte, mit denen er frühstückte oder die er bei sportlichen Übungen begleitete. Jonah hingegen arbeitete als Kfz-Mechatroniker bei der Firma Schmidt. Sein Chef Sven Schmidt war zufrieden: „ Jonah konnten wir gut einsetzen. Er hat die Autos für die Übergabe vorbereitet oder unter fachlicher Anleitung und Kontrolle schon Bremsen gewechselt.“ Demgegenüber erfuhr Nicole, wie weit und aufwendig der Weg von der Grundrisszeichnung bis zum Erstellen eines Traumhauses sein kann. Denn sie durfte dem Architekten Michael Koch über die Schulter schauen und Zeichnungen mit der Hand und mit einem Computerprogramm anfertigen.

Ein besonderes Bonbon war das Angebot der Metallwerke Otto Fuchs für die 14 Schüler des Technikkurses. Diese Gruppe hatte sich schon vor dem Praktikum eingearbeitet und setzte in den drei Wochen einen Plan in die Realität um, dessen Vollendung für beide Seiten eine besondere Herausforderung bedeutet. Aus der Idee zur Konstruktion einer Seifenkiste wurde schließlich der Prototyp eines Karts aus Aluminium. Es bildeten sich vier Teams zu den Bereichen Karosserie, Räder, Elektronik und Lenkung.

Während dieses ganz besonderen und sehr anspruchsvollen Praktikums erhielten die Jugendlichen durch die Vertreter der Firma Fuchs eine optimale Betreuung. Ausbildungs- und Abteilungsleiter boten professionelle Hilfe, indem sie den Schülern Auszubildende an die Seite stellten, die sie kontinuierlich unterstützten. Die Fachleute besorgten die Materialien, sodass alle Fahrzeugteile aus Aluminium gefertigt werden konnten. Die Fuchs-Mitarbeiter zeigten sich angetan von den Reaktionen der Praktikanten, die sogar gemeint hätten, „es sei schade, wieder zur Schule zurückzukehren.“ So sei es nicht nur einmal vorgekommen, dass Schüler am Spätnachmittag gesagt hätten: „Wie, schon Feierabend?“

Und Schulleiter Peter Regali, der der motivierten Gruppe ebenfalls einen Besuch abstattete, zeigte sich begeistert, weil „die Schüler erfahren, wie der Satz des Pythagoras in der Praxis seine Anwendung findet.“

So sind schon Pläne entstanden, im nächsten Jahr das Projekt durch die Motorisierung des Karts fortzusetzen

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare