Gymnasiasten gründen eine Schülergenossenschaft

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Bankvorstand Roland Krebs überreichte den symbolischen Scheck über eine Spende von 4760 € gemeinsam mit den Projektpaten Mark Kostewitz und Lavinia Heße an das Schüler-Team Niklas Schumacher, Yasmin Chen, Julia Kuprat, Simona Barone, Johanna Vieweg, Sarah Gerstberger, Daniel Köhl, Patrick Grohnert und die Projektleiter Volker Schilmöller und Michael Hofmann.

MEINERZHAGEN - Das Team der Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen wird im Frühjahr 2014 offiziell eine Schülergenossenschaft gründen. Dazu haben sie in der Volksbank im Märkischen Kreis einen Paten gewonnen.

„Ich freue mich, dass ihr den Mut nicht verloren habt, nach all der Arbeit, es mit einer Schülergenossenschaft zu versuchen“, begrüßte Bankvorstand Roland Krebs die acht Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern Volker Schilmöller und Michael Hofmann jetzt im Konferenzraum in der Hauptstelle der Volksbank im Märkischen Kreis. „Damit haben Sie ein Stück weit Pionierarbeit geleistet“, so Krebs. Denn die Schüler des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen planen, zum Betrieb des eigenen sozialen Internetzwerks www.sharens.org ein Schülerunternehmen zu gründen. Dabei fiel die Wahl auf die genossenschaftliche Unternehmensform.

Bereits seit längerem engagieren sich die Schülerinnen und Schüler des EGM im Rahmen ihres Lehrplans in Projekten mit sozialem Hintergrund. Zur Einrichtung einer Internetplattform wurde dazu eigens ein Netzwerk eingerichtet, auf dem über die Erfahrungen der Schüler in ihren Projekten berichtet wird und sich die Schüler untereinander austauschen können. Dabei beteiligen sich nicht nur aktive Schüler sondern auch Ehemalige engagieren sich und pflegen ein reges Netzwerk. Bis heute ist die Weiterentwicklung der Internetseite ein umfangreiches Projekt geworden, sodass sich die begleitenden Lehrer gemeinsam mit dem Schülerteam entschlossen haben, den nächsten Schritt zu gehen und ein Schülerunternehmen zu gründen. Dabei unterstützt sie die Stiftung „Partner für Schule NRW“ gemeinsam mit dem Rheinisch Westfälischen Genossenschaftsverband (RWGV).

Von der formalen Gründungsbegleitung über die Eintragung in ein Schülergenossenschaftsregister bis hin zu den jährlichen Betriebsprüfungen gelten dieselben Anforderung, wie an gewerbliche oder auch Kreditgenossenschaften.

Projektleiter Volker Schilmöller stellte bereits im September 2013 Kontakt zur Volksbank im Märkischen Kreis her. „Wir haben uns sehr gefreut, von diesem Projekt zu hören“, sagte Roland Krebs. Nach ersten Gesprächen einigte man sich schnell darauf, dass die Volksbank im Märkischen Kreis das Projekt als Partner begleitet. Diese Begleitung umfasst neben einer finanzielle Unterstützung auch die fachliche Begleitung, die Marc Kostewitz (Teilmarktleiter Privatkunden), und Lavinia Heße (Abteilungsdirektorin Marketing) als erfahrene Projektpaten übernommen haben. Sie helfen den Schülerinnen und Schülern bei der Lösung der Aufgaben: Wie baut man ein Unternehmensorganigramm auf? Welche Positionen und Zuständigkeiten gibt es? Wie erstellt man einen Businessplan und wie kann man überhaupt mit einer Internetseite Geld verdienen? Welche Aufgaben hat das Marketing? Wie funktioniert Buchhaltung konkret?

Bereits Anfang November war das Lehrer- und Schülerteam zu Gast in der Volksbank, um die ersten Schritte zu diskutieren. Seitdem haben die Schülerinnen und Schüler in vielen Workshops an der Vorbereitung der Gründung einer Schülergenossenschaft gearbeitet. Dabei haben sie vier Arbeitsbereiche festgelegt. Je zwei bis drei junge Leute arbeiten im Bereich Marketing, Verwaltung, Design und Finanzen an diesem Projekt zusammen.

Einen ersten finanziellen Beitrag zum Projekt haben die Schülerinnen und Schüler bereits erhalten. Mit einer Spende von 4760 Euro der diesjährigen Weihnachtsspende der Volksbank, ist sichergestellt, dass die Gründung und der Betrieb der Genossenschaft für die nächsten drei Jahre intensiv auch von RWGV als Beratungs- und Prüfungsverband für Genossenschaften begleitet wird. „Wir haben eine sehr engagierte Gruppe erlebt. Es hat uns schon sehr beeindruckt, wie gearbeitet wird, um so ein soziales Netzwerk auf die Beine zu stellen“, sagte Lavinia Heße. Und Marc Kostewitz fügte hinzu, „es ist eine große Herausforderung, eine Website zu vermarkten“. Auch Roland Krebs fasste abschließend zusammen, dass man sehr gespannt sei, wie sich das Projekt weiter entwickele. „Nach unseren ersten gemeinsamen Erfahrungen blicken wir jedoch sehr positiv in die Zukunft. Schüler und Lehrer sind sehr engagiert und haben insbesondere in den vergangenen Wochen einen ausgeprägten Unternehmergeist entwickelt – beste Voraussetzungen also“. - bäs

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