Melanie Raabe gewährt Einblick in ihren aktuellen Thriller

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Gerne signierte Melanie Raabe ihre Bücher für die Besucher der Lesung.

Meinerzhagen – Den Jahreswechsel verbrachte sie in Rom, die erste Lesung des Jahres führte Melanie Raabe auf Einladung des Kulturvereins KuK nach Meinerzhagen: „Das ist so etwas wie eine Resozialisierungsmaßnahme, und ich freue mich, dass Sie daran teilnehmen“, begrüßte sie ihre Zuhörer.

Zurück unter Menschen? Ja, sie erlebe derzeit eine literarisch sehr produktive Phase und halte sich vornehmlich in einem Schreib-Tunnel auf, erklärte die Autorin. „Es ist schön, mal wieder unter Menschen zu sein.“ 

Dass sie die öffentlichen Auftritte noch nicht verlernt hatte, machte ihre lebendige, unterhaltsame und informative Einführung in ihren neuen Thriller „Der Schatten“ deutlich. Melanie Raabe stellte dem Publikum eine rätselhafte Frau vor, die an einem gruseligen Ort einen fürchterlichen Entschluss fasst. Ziel ihrer Todesdrohung ist unter anderem die Hauptfigur: Norah ist nach einem zunächst nur als „Katastrophe“ benannten Ereignis von Berlin nach Wien umgezogen und entdeckt dort als einsame Journalistin die kalte Stadt, in der sie für ein neues Magazin tätig werden will. Eine weitere geheimnisvolle Prophezeiung taucht auf, kurz darauf ist die Wahrsagerin tot. Norah werde einen Mann töten, hieß es darin – kurz darauf begegnet die Heldin ihm erstmals. 

„Und da das ein Thriller ist, der 403 Seiten hat, können Sie sich denken, dass mehr hinter der Prophezeiung steckt“, überließ die Autorin die Antwort auf die Frage, wie es weitergeht, der Neugier ihrer Leserinnen und Leser. Sie habe etwas übrig für böse Omen, ein bisschen Aberglauben und geheimnisvolle Prophezeiungen, bekannte sich Melanie Raabe zu den virtuos eingesetzten Stilmitteln eines packenden Thrillers. „Es dräut irgendwie. Es ist Unheil im Verzug“, beschrieb sie die eindrückliche Eingangsszene des Roman-Prologs, in dem die geheimnisvolle Figur ihren Fluch auf einem zugefrorenen See spricht. Vor sich sieht sie einen toten schwarzen Vogel auf weißem eisigen Grund. Das Bild gab Anlass für einen Reisebericht aus Venedig, der Melanie Raabes lebendigen Blick für das Mysteriöse im Alltäglichen zeigte: „Wenn man den Touristenmassen entronnen ist, ist die Stadt unheimlich.“ Ausgerechnet beim Vorüberfahren eines Leichen-Vaporettos sei aus heiterem Himmel eine tote Möwe vom Himmel gefallen. Der tote Vogel veranlasste die – nach eigenen Angaben – „zartbesaitete Schriftstellerin“ über eine zügige Weiterreise nach Padua nachzudenken. 

Ausführlich berichtete Melanie Raabe von ihren Recherche-Rundgängen durch das schöne Wien, das sie bei düsterem Herbstregen erkundete: „Wenn die Heldin schon so allein ist, soll sie wenigstens in Wien sein“, begründete sie die Wahl dieser prächtigen Hauptstadt als Schauplatz ihres neuen Romans. Das Gespräch mit den Besuchern bot Gelegenheit zur Klarstellung, dass der Name Melanie Raabe kein Pseudonym sei, und dass ein Kind dieses Namens um 1990 mit neun Jahren und seinen Eltern aus Thüringen nach Nordrhein-Westfalen kam.

Die Erwähnung von vier Romanen, die sie schon vor der ersten Veröffentlichung geschrieben hatte, löste die Bitte aus, diese doch zu veröffentlichen. „Die können doch nicht schlechter sein“, vermutete eine Besucherin. „Danke für das Vertrauen“, erwiderte Melanie Raabe. Sie erklärte, dass sie derzeit so intensiv mit ihren aktuellen Romanideen beschäftigt sei, dass sie keine Zeit habe für eine Veröffentlichung alter Romane. Doch es sei ja nicht ausgeschlossen, dass dieser Schwung eines Tages erlahme: „Mit vier Manuskripten kann ich locker acht Jahre überbrücken.“

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