Keine gute Nachricht für Valberter Bus-Kunden

Auch der Schülerverkehr könnte von den VWS-Plänen betroffen werden.

VALBERT ▪ „Alf“ ist eine gute Sache. Zumindest dann, wenn die „Anruf-Linien-Fahrten“ der Märkischen Verkehrsgesellschaft auch auf entsprechende Nachfrage stoßen. Das tun sie in Valbert allerdings zu bestimmten Zeiten nicht. Was die MVG nun veranlasste, einige Touren ersatzlos zu streichen. Auch ein Einspruch der Stadt hat daran nichts geändert.

In der Ratssitzung am Montag erläuterte MVG-Prokurist Peter Bökenkötter den Politikern, warum es zu den für Valbert bitteren Streichungen der Sonntagsfahrten sowie der Touren montags bis freitags um 18.57 Uhr und samstags um 8.04 Uhr und 16.04 gekommen ist, denen auch der Märkische Kreis bereits zugestimmt hat. Die MVG betreibe elf Alf-Linien, doch keine einzige sei so gering nachgefragt wie die „96“ in Valbert. Bökenkötter: „Im Vergleich mit dem dunkelsten Neuenrade und dem Stephanopler Tal beispielsweise haben wir in Valbert noch dreimal weniger Fahrten – das ist einfach unwirtschaftlich.“ Besonders geänderte Tarifverträge hätten den Kostendruck auf die MVG erhöht. „Unsere Kosten sind dadurch von 46 000 auf 109 000 Euro gestiegen“, erläuterte der MVG-Prokurist. Immerhin bekannte sich Bökenkötter zum „Restangebot“: „Wir werden versuchen, das jetzige Angebot aufrechtzuerhalten.“

Von den Zuschauerrängen und aus den Fraktionen hagelte es bei der Ratssitzung am Montag Kritik zu den Streichungen. Petra Gossen (SPD) verwies beispielsweise darauf, dass eine gute Busanbindung auch vor dem Hintergrund der Reaktivierung der Bahnstrecke und dem Anschluss an den Zug wichtig sei. Jan Nesselrath (CDU) appellierte ebenfalls, Valbert ordentlich an den Busverkehr anzubinden. „Unsere große Fläche kann uns hier in Meinerzhagen nicht zum Nachteil gereichen.“ „Für die Menschen auf dem Land wird es nicht einfacher. Es muss auch künftig möglich sein, auch ohne Auto am öffentlichen Leben teilzunehmen“, bezog auch Gerd Wirth (SPD) klar Stellung. Positive Auswirkungen hatte das allerdings nicht. Sollte „Alf“ wiederbelebt werden, müssten ohnehin Landrat und Kreistag mit diesem Thema befasst werden.

Am Montag gab es im Rat dann noch eine weitere bittere Pille zu schlucken: „Die VWS strebt eine Entbindung von Linien in den Märkischen Kreis an“, teilte Fachbereichsleiter Hans-Erich Schmidt mit. Diese Linien sollen am 1. August wegbrechen.“ Hinter dieser Mitteilung steckt für Valbert eine kleine Katastrophe: Die Verkehrsbetriebe Westfalen Süd „bedienen“ noch den Valberter Schülerverkehr Richtung Attendorn, fahren aber auch aus dem Olper Raum über Valbert Richtung Meinerzhagen. Dazu nahm Peter Bökenkötter von der MVG klar Stellung: „Die VWS sind wieder in privater Hand. Die machen nur noch das, was sich lohnt. Es ist eine Frechheit von den VWS, sich nun so kurzfristig zurückzuziehen.“ Die MVG stehe allerdings bereits in Lauerstellung, um die wegfallenden Fahrten aufzufangen. So kurzfristig sei das allerdings schwierig, weil zusätzliche Busse und Fahrer beschafft werden müssten, erläuterte der MVG-Prokurist.

Torben Gelhausen (CDU) nahm dazu aus eigener Erfahrung Stellung: „Die VWS sind auch im Schülerverkehr nicht mehr leistungsfähig. Kinder werden manchmal in Valbert und in Attendorn einfach stehengelassen, dann kommt der Bus nicht. Und das auch ohne Not.“ Birkenkötter ergänzte: „Deren Fahrzeuge sind oft 16 oder 17 Jahre alt, die Qualität ist unter aller Sau. Es ist eine Unverschämtheit, wie sie sich jetzt aus dem Südkreis zurückziehen.“ Dass Valbert – teilweise auch im Schülerverkehr – durch den geplanten VWS-Rückzug „abgeschnitten“ wird, ist hingegen unwahrscheinlich. Die Bezirksregierung muss die von den VWS angekündigten Fahrplanänderungen schließlich genehmigen. Sollte die MVG jedoch nicht so schnell einspringen können, werden es sich die Beamten in Arnsberg reiflich überlegen, den VWS-Rückzug auch „abzusegnen“. ▪ beil

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