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Keine PCR-Tests für Urlauber - aus gutem Grund

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Von: Frank Zacharias

Ein Mitarbeiter des Testzentrums Meinerzhagen führt ein Teststäbchen in die Nase des Kunden ein
„Bitte Kopf leicht nach hinten“: Beim Abstrich wird das Stäbchen durchaus tief - aber äußerst vorsichtig - in die Nase eingeführt. © Zacharias, Frank

Seit dem 22. März ist die Stadthalle für Meinerzhagener Bürger die Anlaufstelle Nummer eins, wenn es um Corona-Schnelltests geht. Weit mehr als 20 000 Abstriche sind seither dort entnommen worden. Die Zahl der Buchungen sinkt seit Kurzem zwar – das bedeute aber mitnichten das Ende der Teststelle am Otto-Fuchs-Platz, wie Medi-Co-Geschäftsführerin Sabrina Subat betont.

Meinerzhagen - Die Medi-Co GmbH hatte mit der Einrichtung des Testzentrums aus der Not eine Tugend gemacht. Eigentlich hatten die Inhaber Sabrina und Timo Subat sich mit ihrem Start-up-Unternehmen im Sommer 2019 vor allem auf Lehrgänge in Erster Hilfe oder Katastrophenmedizin konzentrieren und außerdem die Arbeitnehmerüberlassung etwa für Pflegeheime in den Fokus nehmen wollen. Doch als man 2020 startbereit war, kam Corona – und das Ehepaar musste umdenken.

Das Testzentrum in Meinerzhagen ist mittlerweile eines von zweien, das die Medi-Co GmbH betreibt, ein weiteres gibt es im hessischen Oppershofen. Und ein Ende des Standorts Meinerzhagen ist nicht in Sicht, wie Sabrina Subat betont. „Wir haben bislang kein Enddatum oder eine Frist, bis wann wir die Stadthalle verlassen müssen.“ Und das sei auch sinnvoll. „Leider befürchte ich, dass das Virus uns durch die Delta-Variante und den Urlaub schneller wieder im Griff hat, als wir jetzt denken. Spätestens mit den Reise-rückkehrern dürfte die Nachfrage nach Tests wieder steigen“, so Subat.

Zahl der Tests stagniert

Zuletzt stagnierte die Zahl der Schnelltests in der Stadthalle indes, nachdem sie zunächst sprunghaft angestiegen war. Hatte Medi-Co im ersten Monat etwas mehr als 4000 Schnelltests genommen, waren es in den Monaten Mai und Juni jeweils mehr als 8000 (Mai: 8140, Juni: 8002). Derzeit machten sich Ferienzeit, höhere Impfquote oder einfach nur „Testmüdigkeit“ allerdings bemerkbar. „Wenn wir die bisherigen Zahlen des Julis auf den gesamten Monaten hochrechnen würden, hätten wir am Ende nur noch 7000 Tests“, sagt die Geschäftsführerin. „Deshalb käme ich aber nicht auf den Gedanken, alle Zelte abzubrechen“, sagt Subat. Die Zahlen in anderen Testzentren würden weitaus deutlicher sinken, berichtet sie aus Gesprächen mit anderen Betreibern. „Das geht uns noch nicht so.“

Plötzlich weniger Buchungen - aber viele Nutzer ohne Termin

Eine Trendwende habe es vor zwei Wochen dennoch auch in Meinerzhagen gegeben. „Plötzlich hatten wir einen abrupten Abfall an Buchungen. Stattdessen kamen an einem Freitag 100 Leute spontan und ohne Termin. Aus den zunächst etwas mehr als 300 geplanten Tests wurden dann bis zum Ende des Tages 490“, erinnert sich die Geschäftsführerin. Abgewiesen wird weiterhin niemand, „die Planung erschwert das aber natürlich schon“, sagt sie.

Als besonders gut frequentierte Tage mit bis zu 500 Tests hätten sich der Freitag und Samstag etabliert, wohingegen der Dienstag mittlerweile kaum noch eine größere Rolle spiele, „dabei war das mal ein richtig starker Tag“, sagt Subat. Wo diese Schwankungen herrühren – die Gesundheitsexpertin weiß es nicht. Einen besonderen Ansturm unmittelbar vor den Ferien habe es natürlich gegeben, allerdings nur in Sachen Schnelltests.

Darum erhalten Urlauber keinen PCR-Test

PCR-Tests, die Medi-Co ebenfalls in der Stadthalle anbietet, waren zwar trotz immer weniger Auflagen für die Reise in andere Länder ebenfalls gefragt, aber: „PCR-Tests für Urlauber führen wir grundsätzlich nicht mehr durch“, sagt Sabrina Subat. Das Ergebnis liege für den Urlaubsantritt eventuell zu spät vor – „und wir können und wollen nicht dafür haften, wenn Menschen ihren Flug nicht antreten können, weil das Labor, mit dem wir zusammenarbeiten, das Ergebnis noch nicht hat“. Denn je nach Reiseziel dürfen die Tests nicht älter als 48 oder 72 Stunden sein, wenn der Passagier das Flugzeug betritt. „Letztens erhielt ein Kunde sein Ergebnis erst fünf Minuten vor dem Abflug“, erinnert sich Subat an eine besonders heikle Situation. „Zum Glück war der dann negativ.“

Vom zwischenzeitlich äußerst schlechten Ruf einzelner Teststellen infolge falscher Meldungen an die Krankenkassen habe man in Meinerzhagen nichts bemerkt. „Im Gegenteil: Wir erhalten sehr positive Resonanz und freuen uns natürlich darüber. Und: Wir haben nichts zu verbergen und wurden auch schon mal vom Gesundheitsamt getestet. Wir setzen auf Ehrlichkeit und Transparenz.“

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