Schnelle Anbindung an das Internet möglich

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Damit ein Router eine flotte Verbindung ins Internet ermöglicht, braucht er eine schnelle Anbindung ans Netz, beispielsweise via DSL.

LISTERTAL ▪ Die Ortslagen Windebruch, Heiligenberg und Hunswinkel sind nicht an das Breitbandnetz angeschlossen. Wo liegt das Problem? Ursache hierfür ist die mit rund sieben Kilometer große Distanz zum Hauptverteiler der Deutschen Telekom am Krabben in Valbert. Die über das Telefonkupferkabel vermittelte Datenübertragungsrate wird mit zunehmender Entfernung vom Hauptverteiler schwächer.

In Hunswinkel besteht allerdings eine „DSL-light-Versorgung“ mit einer jedoch nur schwachen Downloadrate von 384 Kilobit pro Sekunde. Wie von der Stadtverwaltung zu erfahren war, ist nach Aussagen von Anwohnern die Leistungsfähigkeit gering. Zusätzlich kommt es insbesondere zu Stoßzeiten häufig zu Unterbrechungen und Ausfällen bei der Datenübertragung. In den Ortslagen Windebruch und Heiligenberg ist dann überhaupt kein DSL-Anschluss möglich. Im Listertal sind auch die Empfangsbedingungen für den Mobilfunk vergleichsweise schlecht, sodass hierdurch keine Alternative zur DSL-Versorgung über die Telefonleitung gegeben ist.

Manche Gebäude der betroffenen Ortslagen sind über Satellitentechnik, die flächendeckend in Deutschland auch in abgelegenen Gebieten bereitgestellt werden kann, an das Internet angeschlossen. Der Nachteil der Satellitentechnik ist, dass eine Zeitverzögerung bei der Datenübertragung eintritt (erschwert beispielsweise durch Online-Spiele und Internettelefonie) und dass zu Stoßzeiten die Leistung stark abnimmt, da sich die Nutzer die verfügbare Bandbreite aufteilen. Mehrere Nutzer von Satellitentechnik in Windebruch haben sich gegenüber der Stadtverwaltung dahingehend geäußert, mit der Versorgung nicht sehr zufrieden zu sein.

Der Zugang zum Internet gewinnt zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung. Ein nicht ausreichender Zugang zum Internet als modernes Informations- und Kommunikationsmedium bedeutet für viele Menschen mittlerweile eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität. Dieses wird auch von zahlreichen Bewohnern des Listertals so aufgefasst. Deshalb ist an die Stadt Meinerzhagen im September 2009 über den Ortsvorsteher Fred Oehm ein Bürgerantrag aus Windebruch – unterschrieben von 162 Personen aus dem Ortsteil Windebruch – gestellt worden, der, neben der Einrichtung eines Fahrradweges entlang der L 708, auch die Bereitstellung einer DSL-Versorgung zum Gegenstand hatte.

Die Ortslagen Windebruch, Heiligenberg und Hunswinkel haben mit rund 335 Wohngebäuden und etwa ebenso vielen Haushalten ein besonderes Gewicht im Stadtgebiet. Dazu kommen noch die sich zeitweise vor Ort befindenden Bewohner der Wochenend- und Ferienhausgebiete und der Campingplätze.

„Die Stadtverwaltung bemüht sich seit einiger Zeit intensiv um die Verbesserung der Breitbandversorgung. Der Schwerpunkt der Bemühungen liegt im Bereich der Gewerbegebiete Schwenke und Darmche, aber auch im Bereich Windebruch/Heiligenberg/Windebruch“, heißt es aus dem Rathaus. Die Stadtverwaltung habe mittlerweile eine Bestandsuntersuchung über die Breitbandversorgung im Stadtgebiet durchgeführt und mehrere Gespräche mit örtlich und regional vertretenen Netzbetreibern geführt, um Verbesserungsmöglichkeiten auszuloten. „Diese hatten jedoch bisher kein Interesse daran, die Ortslagen Windebruch, Heiligenberg und Hunswinkel mit einem Breitbandnetz zu versorgen, da eine ausreichende Wirtschaftlichkeit nicht angenommen wurde“, heißt es bedauernd aus der Verwaltung. Nach längerer vergeblicher Suche habe die Stadtverwaltung dann kürzlich den Kontakt zur Firma Innofactory aus Lennestadt aufgenommen, die unter der Markenbezeichnung „LNet“ lokale und regionale Breitbandnetze mithilfe von Funktechnologie bereitstelle. Die Firma Innofactory baue zurzeit im Auftrag der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen, die wiederum vom Hochsauerlandkreis und dem Kreis Olpe getragen wird, im Kreis Olpe ein flächendeckendes Breitbandnetz auf, wovon auch der an das Stadtgebiet von Meinerzhagen angrenzende Bereich der Gemeinde Drolshagen und der Städte Attendorn und Olpe erfasst würde. Die günstige topographische Situation der Ortslagen Windebruch, Heiligenberg und Hunswinkel mit freiem Horizont zur Listertalsperre ermögliche eine Mitversorgung über das geplante Funknetz. Somit sehe die Firma Innofactory eine wirtschaftliche Möglichkeit, die Ortslagen mit zu versorgen. Voraussetzung sei allerdings, dass sich eine ausreichende Zahl von Interessenten finde und sich bereit erkläre einen Vertrag über die Breitbandversorgung abzuschließen.

Die Stadtverwaltung Meinerzhagen weist darauf hin, dass auch längerfristig für die Ortslagen Windebruch, Heiligenberg und Hunswinkel nicht mit einer Optimierung der Breitbandversorgung über eine kabelgebundene Zuleitung zu rechnen sei. Über die Mitnutzung des funkgestützten Breitbandnetzes im Kreis Olpe biete sich indes nun kurzfristig eine Möglichkeit, eine zeitgemäße Internetanbindung zu bekommen.

Innofactory lädt für den kommenden Dienstag, 25. Januar zu einer Informationsveranstaltung in die Listerhalle ein. Beginn ist um 18 Uhr.

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