Viele parkende Autos

Neuer Schnee-Hotspot im MK: Winter-Wunderland wird überrannt

Willertshagen: Froh war jeder Autofahrer, der noch einen Parkplatz fand. Wo – das war oft egal.
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Froh war jeder Autofahrer, der noch einen Parkplatz fand. Wo – das war oft egal.

Touristen, die in den Schnee wollen, haben in den vergangenen Tagen ein neues Ausflugsziel im Sauerland auserkoren. Der Weg führt in den Märkischen Kreis.

Meinerzhagen – Auswärtige Schnee-Touristen entdecken Meinerzhagen als Winterparadies. Nicht nur der Hotspot Nordhelle rückt in den Fokus, auch Ortslagen wie Willertshagen werden jetzt offensichtlich zumindest zeitweise überrannt. Das jedenfalls berichten Anwohner: „Vom Wanderparkplatz Stoltenberg bis zum Ortseingang Willertshagen war am Sonntag alles zugeparkt. Am Roland wurde Schlitten gefahren, der Weg war regelrecht zugeparkt. Autos standen teilweise auf der Fahrbahn. Und wegen des großen Verkehrsaufkommens fuhren einige über die Wiese, weil sie dort vorbei wollten“, berichtet eine Willertshagenerin.

StadtMeinerzhagen
LandkreisMärkischer Kreis
Fläche116 km²
Einwohner20.367 (31. Dez. 2019)

Prävention vor Schadensbehebung

Ein Mann aus Meinerzhagen wird noch deutlicher: „Warum lässt man die Nordhelle erst volllaufen, um sie dann zu sperren? Die Auswirkungen und das tatenlose Zusehen von öffentlichen Stellen schlug am Wochenende in Meinerzhagen-Willertshagen zu. Straßen sind verschlammt, Privatgrundstücke zerstört, der Wald wird bepinkelt und besch... So ist der Zustand.“

Der Volmestädter macht in diesem Zusammenhang einen Vorschlag, wie der Situation aus seiner Sicht Herr zu werden ist: „Warum nicht ab Autobahn bekannte Parkplätze sperren? Warum nicht Fahrzeughalter feststellen und mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und Zerstörung von Privat- und Gemeindeeigentum belegen? Prävention geht doch vor Schadensbehebung. Es ist inzwischen so weit, dass man als Meinerzhagener zu Hause nicht spazieren gehen kann, sondern vielleicht ins Ruhrgebiet fahren muss.“

Der städtische Fachbereichsleiter Helmut Klose hat in den vergangenen Tagen gemeinsam mit seinen Kollegen vom Fachbereich Ordnung über die Zustände diskutiert, die durch die meist auswärtigen Schnee-Touristen verursacht werden. Und er weiß, wie sehr die Verwaltung am Limit arbeitet: „Nicht nur Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind inzwischen im Einsatz, auch aus anderen Fachbereichen wurde Verstärkung organisiert. Wir kontrollieren, zeigen Präsenz. Auch an den Wochenenden. Aber ich bitte um Verständnis, dass wir nicht überall sein können. Dazu fehlen uns die personellen Voraussetzungen. Das Meinerzhagener Stadtgebiet umfasst 116 Quadratkilometer.“

Aufgabenflut für die Ordnungsbehörde

Natürlich sei in jüngster Vergangenheit besonders die Nordhelle ein Thema gewesen. „Aber wir müssen uns ja auch noch darum kümmern, dass die Bestimmungen der Corona-Schutzverordnung eingehalten werden, beispielsweise hinsichtlich der Gaststätten oder Geschäfte“, beschreibt Klose, welche Aufgabenflut die Mitarbeiter der heimischen Ordnungsbehörde abarbeiten müssen.

Fluch und Segen zugleich ist momentan die gute Anbindung der Stadt Meinerzhagen an die Autobahn 45. Über diese Fernstraße ist das Winter-Wunderland Meinerzhagen nach nicht einmal einer Stunde Fahrzeit aus dem Ruhrgebiet bequem zu erreichen. Und dann: Nach der Abfahrt Richtung Valbert in die erste Straße links abbiegen. Ziel erreicht, Willertshagen. War der Ansturm dort also zu erwarten?

Polizei kann nicht überall kontrollieren

Kaum, glaubt Polizeihauptkommissar Jörg Meier. Der Chef der Wache an der Oststraße weist, ähnlich wie die Stadt, darauf hin, dass das Stadtgebiet so groß ist, dass einfach nicht überall kontrolliert werden kann. „Am Wochenende wurde quasi überall gerodelt wo das möglich war: Ob an der Schanze, an den Verbindungswegen an der Spinne oder bei Hösinghausen. „Wir haben uns vorrangig um den Bereich Nordhelle gekümmert. Große Einsatzlagen wie dort haben Vorrang“, erläutert Meier.

Ob Sperrungen Sinn machen? Da hat der Polizeichef seine Zweifel: „Die müssen dann ja auch überwacht werden. Und je nach Einsatzlage haben wir dazu einfach nicht genügend Kräfte. Wir mussten uns am Wochenende ja auch noch um die Einsätze kümmern, die durch das Schneetreiben ausgelöst wurden.“ Dennoch kündigt Jörg Meier an, dass auch in den Außenbezirken natürlich Streife gefahren werde, wenn die Einsatzlage das zulasse.

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