Volle Talsperre: Alles im grünen Bereich

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Die Listertalsperre zeigt sich derzeit gut gefüllt.

Trockener Sommer, volle Talsperren – zumindest in Bezug auf den Stauinhalt der Gewässer, die vom Ruhrverband betrieben werden, hat sich die extreme Witterung des vergangenen Jahres nicht ausgewirkt.

Meinerzhagen – Dem trockenen Sommer folgte Ende des Jahres der Regen, der wiederum dazu führte, dass der Fluss Lister auf seinem Weg nach Hunswinkel in die gleichnamige Listertalsperre anschwoll und an einigen Stellen über die Ufer trat.

An den vergangenen trockenen und kalten Tagen hat sich dieses Bild wieder relativiert, und auch wenn sich die heimische Talsperre derzeit gut gefüllt zeigt, gilt aus Sicht des Ruhrverbandes: „Alles normal für diese Jahreszeit.“

Das bestätigte Ruhrverbandssprecher Markus Rüdel. Die Lister, Vorstaubecken der großen Schwester Biggetalsperre, sei an sich immer gut gefüllt, sagte Rüdel.

Die Lister hat eine Kapazität von 21,60 Millionen Kubikmetern. Bei einem Vollstau bedeutet das einen Stand von 319,53 Meter über Normalhöhennull (m.ü.NHN). Freitagmorgen, das zeigte ein Blick auf die aktuellen Pegel, lag der Stauinhalt bei 20,31 Millionen Kubikmetern, die Stauhöhe betrug 318,75 m.ü.NHM. Während der heftigen Niederschläge wenige Tage zuvor waren die Stände geringfügig höher.

Die Biggetalsperre sei derzeit zu 80,6 Prozent gefüllt, erläuterte Markus Rüdel. „Damit liegen wir aktuell zwei Prozent über dem langjährigen Mittel.“ Alles im normalen Bereich also, das gelte im Übrigen für alle Talsperren, für die der Ruhrverband verantwortlich sei. Insgesamt betrachtet, seien sie zu 77,1 Prozent gefüllt – 1,9 Prozent unter dem langjährigen Mittel. 

Die Bigge, die eine Wasserkapazität von 170 Millionen Kubikmetern hat, spielt bekanntlich auch für den Hochwasserschutz im Lennetal eine wichtige Rolle. Vorgeschrieben ist daher, dass die Bigge immer eine Reserve von etwa 32 Millionen Kubikmetern Stauraum vorhalten muss.

Der Füllstand der Talsperren ist abhängig vom Wetter. Und genau dieses spielt auch in anderer Hinsicht eine wesentliche Rolle. Stichwort Elodea. Die Schlingpflanze, auch bekannt als Wasserpest, sorgt Jahr für Jahr für das gleiche Bild im Winter. Der Pegel der Lister wird um etwa vier Meter abgesenkt. So werden die Uferbereiche freigelegt, damit die Wurzeln der Pflanze, die im Sommer im schlimmsten Fall eine ernst zu nehmende Gefahr für Badegäste darstellen kann, entfernt werden können. 

Voraussetzung für eine effektive Beseitigung ist allerdings Frost. „Während einer längeren Frostperiode, am besten mit Temperaturen im zweistelligen Minusbereich, sterben die Pflanzen ab“, erklärt der Sprecher des Ruhrverbandes. Zwei Wochen sollte diese Witterung im besten Fall anhalten, um eine effektive Beseitigung gewährleisten zu können, so Rüdel. Bislang gebe es noch keine Planungen hinsichtlich einer Elodea-Beseitigung. „Sollte die Witterung die Gelegenheit bieten, werden wir den Wasserstand vermutlich absenken und uns mit der Stadt Meinerzhagen abstimmen.“

Wie stark sich die Wasserpflanze im vergangenen Sommer ausgebreitet hatte, darüber konnte Rüdel keine genauen Angaben machen. Hinweise oder Warnungen seien nicht erteilt worden, was bedeuten könne, dass sich ihre „Anwesenheit“ in Grenzen gehalten und es keine Beeinträchtigungen des Badebetriebs gegeben habe. Bereits bei der letzten Beseitigungsaktion im Winter vergangenen Jahres hatte sich gezeigt, dass deutlich weniger Elodea-Wurzeln entfernt werden mussten als in den Vorjahren.

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