Keine Fortschritte bei der Beseitigung der Altlasten

Nur wer genau hinschaut, kann noch die Gebäudereste entdecken.

MEINERZHAGEN -   Wer in den letzten Tagen auf der B54 im Bereich Schleifkotten entlang gegangen oder gefahren ist, der konnte bei nicht allzu genauem Hinschauen dort ein Stück unberührter Natur vorfinden.

Von Jochen Helmecke

Sträucher und Büsche, hohes Gras und blühende Wildblumen. So zeigt sich das ehemalige Gewerbe- und Wohngrundstück dem Betrachter. Erst auf den zweiten Blick kann man dort die spärlichen Reste der ehemaligen Schleiferei und des angrenzenden Wohnhauses erkennen.

Bereits vor geraumer Zeit waren diese abgebrochen und der angefallene Bauschutt entsorgt worden.

Bekanntlich hatte der Märkische Kreis aus dem Regionale-Projekt „Ein Kreis packt aus“ Mittel zum Ankauf des Gebäudes nebst Grundstück bereitgestellt, um in diesem Bereich die Volme zu renaturieren. Das Land gewährte hierzu Zuschussmittel in Höhe von 70 bis 90 Prozent – hauptsächlich für die Projektplanung, die Kosten des Grunderwerbs mitsamt Gebäuden in Höhe von rund 213 000 Euro, die Abbruchkosten von geschätzten 60 000 Euro und rund 30 000 Euro für die anschließende Verlegung der Volme. Die Stadt Meinerzhagen und der Kreis trafen in einer Übereinkunft eine Absprache, die nicht geförderten Aufwendungen zu teilen.

Zunächst verliefen die eigentlich Abbrucharbeiten zügig. Dann aber stoppte ein Altlasten-Problem – das in der vorgefundenen Dimension nicht zu erwarten war – den weiteren Fortgang der Maßnahme (MZ berichtete). Der Märkischen Kreis als Träger der Maßnahme und gleichzeitig auch als für den Gewässerschutz zuständige Behörde, stimmte daraufhin mit der Bezirksregierung den weiteren Ablauf der Arbeiten ab. Danach sollten die Bodenverunreinigungen, die durch ein über viele Jahre auf dieser Fläche ausgeübtes Gewerbe entstanden sind (Schleifkotten), beseitigt und fachgerecht entsorgt werden.

Nun ist seit dem Frühjahr offensichtlich nichts weiter geschehen. „Im Hintergrund“ hat das beauftragte, externe Fachbüro allerdings in der Zwischenzeit eine Berechnung der Entsorgungskosten vorgenommen. Der Märkischen Kreis hat auf deren Grundlage nach interner Abstimmung unter den Fachdiensten auch eine Finanzierungsmöglichkeit für die Altlastenentsorgung gefunden. Diese wurde im Nachgang zum ursprünglichen Förderantrag der Bezirksregierung zugeleitet.

Obwohl eine entsprechende Gewährung eines „erweiterten“ Zuschussbetrages bereits von dort avisiert war, steht der endgültige Entscheid noch aus.

„Grundsätzlich gibt es keine Probleme bei der Angelegenheit mehr. Lediglich haushaltsrechtliche Ausführungsvorschriften müssen derzeit noch beim Land geprüft werden“, so Uwe Sieg vom Fachdienst Wasser beim Märkischen Kreis auf Anfrage der MZ.

Hintergrund sind die unterschiedlichen „Töpfe“, aus denen zum einen die Regionalemaßnahme selbst und zum anderen die Kosten der Altlastenentsorgung zu zahlen wären.

Trotz dieser Widrigkeiten geht man beim Kreis davon aus, dass die Maßnahme im Präsentationsjahr der Regionale 2013, also im Jahr 2014, fertiggestellt ist.

Damit das klappen kann, liegen die fertigen Ausschreibungsunterlagen für die notwendigen Arbeiten bereits im Kreishaus bei Uwe Sieg „in der Schublade“. „Wenn die Bewilligung erteilt ist, können wir sofort mit dem Verfahren starten“, so Uwe Sieg.

Nach Abschluss des Projektes wäre die Volme mit ihrem Bachbett dann wieder dort, wo sie hingehört: An der tiefsten Stelle im Tal.

Im Rahmen des Projektes „Ein Kreis packt aus“ wurden durch den Märkischen Kreis, in Verbindung mit den jeweiligen Kommunen, bereits einige Gewässer renaturiert und so freigelegt, dass sie mittlerweile für die Menschen wieder „erlebbar“ sind. Ein Zustand, der durch die intensive Nutzung der Wasserkraft durch den Menschen in der Vergangenheit an den Flüssen und Bächen im Märkischen Kreis nicht mehr häufig vorhanden ist.

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