Schlager mit viel Schwung

Götz Alsmann und Band reißen das Publikum in der Stadthalle mit

Entertainer, Sänger und Pianist: Götz Alsmann spielte und sang italienische Schlager der 50er- und 60er-Jahre. Ingo Senst unterstützte ihn dabei am Kontrabass, Markus Paßlick bediente eine Fülle von Percussion-Instrumenten. - Fotos: Thomas Krumm

Meinerzhagen - Paris, New York, Rom – das waren die Stationen von Götz Alsmann und seinen Begleitmusikern, die sich in den vergangenen Jahren in den Musikhauptstädten der Welt umhörten. Am Samstag stand ein ganz anderes Ziel im Terminplan der fünf Musiker: die ausverkaufte Stadthalle von Meinerzhagen.

„Für Sie eine kulturelle Veranstaltung unter vielen, für uns schon jetzt der Höhepunkt des Tourneejahres“, schmeichelte Götz Alsmann augenzwinkernd. 

Nun also war Rom an der Reihe und mit der ewigen Stadt die fast genauso ewigen Schlager der 50er- und 60er-Jahre. Gemeinsam mit dem vielseitigen Alfried Maria Sicking (Vibraphon, Xylophon, Trompete und Klarinette), Rudi Marhold (Schlagzeug), Ingo Senst (Bass) und Markus Paßlick („Sachverständiger für exotische Rhythmusinstrumente“) hatte Götz Alsmann sein neues Album in Rom eingespielt. 

Der Ort der Aufnahmen, Ennio Morricones ehemaliges Studio, lieferte einen Anlass für kontinuierliche Steigerungen der Gesangsstärke der Besucher. Gut verteilt über den Abend vervollständigten sie mehrfach die von Götz Alsmann in den Saal geworfene Morricone-Filmmusik zum Western „Zwei glorreiche Halunken“.

Fünf „waghalsig gestreifte Männer“ zauberten also aus vertrauten Schlagermelodien ein mitreißendes Programm, das sich natürlich um das Thema Nummer Eins drehte: die Liebe. Götz Alsmann zeigte sich durchaus angesteckt von der „animalischen, erotischen Ausstrahlung des Latin Lover“. 

Durch seinen leidenschaftlichen Vortrag ließ er Straßen-, Eisdielen- und Kneipenszenen zwischen Rom und Münster vor den geistigen Augen der Besucher wachsen und gedeihen. Die Musik hat in dieser Welt und jenem Begehren, das sie bewegt, ihren festen Platz: Fred Buscagliones „Che Bambola!“ zeigte die Macht anerkennender Pfiffe für eine Frau, „La piu bella del mondo“ die Kraft eines mit der nötigen Zurückhaltung vorgetragenen Kompliments: „Du bist für mich die schönste der Erde.“ Ungeduld muss auf dem Weg zum Ziel nicht schaden: „Sag mir, wann – quando, quando, quando?“

Zwischendurch galt es, Altlasten abzutragen und zu trösten: „Ciao, ciao Bambina – du darfst nicht weinen, auch für dich wird die Sonne wieder scheinen“, lautete der deutsche Text von Domenico Modugnos „Piove“. 

Ebenfalls vom Wetter sang Götz Alsmann bei Paolo Contes berühmtem „Azzurro – Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ Natürlich versank bei Capri die rote Sonne im Meer, und der Name einer gewisse „Marina“ war instrumental präsent. 

Denn die Band spielte ein ums andere Mal mitreißend auf, wenn sich der Text ein wenig zurückzog. Was blieb, war Heiterkeit nach einem tiefen Eintauchen ins Leben und Lieben auf italienische Art.

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